Filmplakat zu "Nowhere Boy"

Nowhere Boy

Großbritannien, Kanada 2009

Jugendjahre eines Popstars: Die englische Foto- und Filmkünstlerin Sam Taylor-Wood erzählt in ihrem biografischen Biopic Nowhere Boy von John Lennons problematischen Verhältnis zur eigenen Mutter, das ihn in eine existenzielle Krise stürzt.

Originaltitel

Nowhere Boy

Genre

Autobiografie, Coming of Age

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Musik, Englisch, Deutsch, Ethik

Themen

Biografie, Coming of Age, Familie, Identität, Jugend/Jugendliche/Jugendkultur, Musik, Gesellschaft, Popkultur

Kinostart

08.12.2010

Inhalt


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Liverpool 1955: Seit frühster Kindheit lebt John Lennon bei seiner Tante Mimi und deren Mann in bürgerlichen Verhältnissen. Nach dem plötzlichen Tod seines Onkels will John seine leibliche Mutter Julia kennenlernen, die mit ihrer neuen Familie ganz in der Nähe wohnt. Julia ist - anders als ihre selbstbeherrschte Schwester Mimi - eine spontane und liberale, aber auch psychisch labile Frau. Sie empfängt den Teenager mit offenen Armen, bringt ihm das Banjospielen bei und steckt ihn mit ihrer Begeisterung für Rock'n'Roll an. Doch ist sie ihrer neuen Mutterrolle nicht gewachsen und nicht nur deshalb missbilligt Mimi die Annäherung zwischen Mutter und Sohn. John fühlt sich zwischen den beiden, im Film leider stereotyp angelegten Frauen und ihren verschiedenen Lebensentwürfen hin- und hergerissen und weiß immer weniger - der Filmtitel Nowhere Boy (in Anlehnung an den Beatles-Song „Nowhere Man") deutet es an - wo er hingehört und was er tun soll. Nur in der Musik findet er einen Ausdruck, einen Halt und einen identitätsstiftenden Sinn.

Umsetzung


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Nowhere Boy, der Debütspielfilm der Foto- und Videokünstlerin Sam Taylor-Wood, endet 1960 noch bevor John Lennon mit den Beatles berühmt wurde. Wenngleich Lennons musikalische Sozialisation und prägende Ereignisse wie die Begegnung mit Paul McCartney im Film nacherzählt werden, geht es also nicht primär um die Popstar in spe. Im Zentrum des konventionell inszenierten Coming-of-Age-Dramas steht vielmehr ein junger Mann, der damit fertig werden muss, dass er als Kind von seinen Eltern verlassen wurde. Wiederholt zeigen Rückblenden Johns verschwommene Erinnerungen an dieses traumatische Erlebnis und deuten die damit verbundene dramatische Familiengeschichte an, die erst am Ende aufgelöst wird. Mit viel Liebe zum Detail entwirft Nowhere Boy darüber hinaus ein Sittengemälde der späten 50er-Jahre und zeigt, wie es war, in dieser Zeit aufzuwachsen. Folgerichtig wird das Geschehen nicht von Beatles-Songs, sondern von zeitgenössischer Rock'n'Roll-Musik untermalt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Nowhere Boy kann ein Einstieg sein, um John Lennon als eine wichtige Figur in der Geschichte der Popmusik kennenzulernen, auch wenn der Film dessen späteren Starruhm völlig ausblendet. Als filmische Fortsetzung können hierzu Backbeat (1994) über die Hamburger Zeit der Beatles und die Beatles-Filme selbst, etwa A Hard Day's Night (1964), herangezogen werden. Der Film regt ferner dazu an, das musikalische Werk von John Lennon auf biografische Bezüge, speziell in Hinblick auf seine Mutter zu untersuchen. So läuft im Abspann des Films Lennons Ballade „Mother" (1970), in der er singt: „Mother, you had me, I never had you". In diesem Zusammenhang lässt sich auch die Bedeutung von Musik für den Einzelnen hinterfragen, wobei die Schülerinnen und Schüler eigene Erfahrungen einbringen können. Da sich der Film weniger mit der Entwicklung eines musikalischen Talents als vielmehr mit dem schwierigen Heranwachsen eines Teenagers beschäftigt, ist der Film vor allem als universelles Coming-of-Age-Drama lesbar. Damit bietet der Film beispielhaft Anknüpfungspunkte um sich mit dieser Lebensphase zu beschäftigen. Nicht zuletzt vermittelt Nowhere Boy einen Eindruck von der englischen Nachkriegsgesellschaft der 50er-Jahre, in der die junge Generation im Rock'n'Roll einen Ausdruck für ihr Lebensgefühl und ein Ventil für ihren Protest gegen soziale Zwänge fand.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, 26.11.2010, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Sam Taylor-Wood

Buch

Matt Greenhalgh, nach der Biografie von Julia Baird: Imagine This. Growing up with my brother John Lennon

Darsteller/innen

Aaron Johnson, Kristin Scott-Thomas, Anne-Marie Duff, Thomas Brodie Sangster u.a.

Länge

98 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Senator Filmverleih

Festivals

London Filmfestival 2010

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