Filmplakat Out of Rosenheim

Out of Rosenheim

Deutschland 1987

1987 gewann „Out of Rosenheim“, ein Film um die Emanzipation und Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen, viele Filmpreise und die Herzen eines breiten Publikums. Nun erfährt die unter anderem mit Marianne Sägebrecht glänzend besetzte Komödie eine restaurierte Wiederaufführung. Das ist sinnvoll, weil der leichtfüßig erzählte Culture-Clash-Plot gut in aktuelle gesellschaftliche Diskussionen passt und sich das künstlerisch überzeugende Werk bestens für die medienkundliche Bildung eignet .

Genre

Komödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Englisch, Deutsch, Erdkunde, Sozialkunde, Medienkunde, Ethik

Themen

Begegnung, Emanzipation, Frauen, Freundschaft, USA, fremde Kulturen, Gemeinschaft/Gemeinschaftssinn, kulturelle Identität, Lebenskrise(n), Filmsprache

Kinostart

05.07.2018

Inhalt


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Nach einem Ehekrach verlässt die beharrliche Jasmin Münchgstettner aus Rosenheim ihren Mann – und das während einer Amerika-Reise. Mutterseelenallein wandert die Matrone mit Lodenkostüm und einem jägergrünen Koffer eine Landstraße irgendwo in Arizona entlang und landet schließlich in einer Minisiedlung mit dem heruntergekommenen Diner „Bagdad Café“ samt Motel und Tankstelle im Zentrum. Den Laden betreibt die ständig zeternde Afroamerikanerin Brenda („Don't you honey me!“), die mit ihrer jugendlichen Tochter Phyllis, dem erwachsenen Sohn Solomon und ihrem kleinen Enkelkind allein lebt, seit sie ihren Gatten unlängst vor die Tür setzte. Brenda beäugt die sinnsuchende Jasmin anfangs skeptisch und reagiert genervt, als die Fremde das Diner ungefragt auf Vordermann bringt. Der alternde Kunstmaler und Café-Stammgast Rudy wirft indes sofort ein Auge auf die patente Bayerin. Zaghaft freunden sich Brenda und Jasmin an, bis Jasmins Besuchervisum abläuft.

Umsetzung


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Die Amerika-Faszination des 1989 in die USA ausgewanderten Percy Adlon ist seiner Komödie „Out of Rosenheim“ in jedem Bild anzumerken. Die von hohem Stilwillen geprägten Bilder erinnern u.a. an die Gemälde von Edward Hopper – regelmäßig rücken der Highway, die Wüste Arizonas oder US-Trucker ins Bild. Zugleich fällt die von Marianne Sägebrecht imposant verkörperte Jasmin mit ihrer Tracht und – in der Originalfassung – ihrem schrulligen Bayern-Englisch völlig aus dem Rahmen. Adlon kreiert eine feine Emanzipations- und Culture-Clash-Komödie und beobachtet die bunten Charaktere voller Empathie, auf zarte, teils märchenhaft wirkende, humorvolle, liebevoll ironische Weise. Mit dem Titelsong „Calling you“ und dem zeitlosen Plot erlangte der 1987 produzierte Film Kultstatus, was sich auch an der 1990er-Fernsehserie „Bagdad Café“ mit Whoopi Goldberg ablesen lässt. Einer retrospektiven Betrachtung hält das Meisterwerk auch 30 Jahre nach der Erstaufführung absolut stand.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die universelle Story kann ein Gespräch über Emanzipation, kulturelle Unterschiede und den Mut zu einem Neuanfang anstoßen. Die Hauptfiguren Jasmin und Brenda weisen einige Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf. Wie entsteht ihre Freundschaft, welche Rolle spielen die anderen Figuren? Die Botschaft, dass verschiedene Mentalitäten durchaus harmonieren können, sollte vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens besprochen werden. In medienkundlicher Hinsicht liefert der eigenwillig inszenierte Film eine Grundlage für die Analyse filmsprachlicher Mittel. Percy Adlon nutzt viele „schiefe“ Kameraperspektiven und weitere, aus Musikvideos der 1980er-Jahre bekannte, Stilmittel wie schnelle Schnittfolgen, Zeitlupen, Farbfilter. Auffällig sind stumme Passagen wie die Eröffnungssequenz, die ohne Dialog auskommen und das Geschehen anhand „sprechender“ Bildkompositionen vermitteln. Als farbliches Leitmotiv tauchen mehrfach die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold auf, etwa in Form von Kostümen oder Lichtsetzung.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 03.07.2018, letzte Aktualisierung: 06.07.2018

Regie

Percy Adlon

Buch

Percy Adlon, Eleonore Adlon

Darsteller/innen

Marianne Sägebrecht, CCH Pounder, Jack Palance, Christine Kaufmann u. a.

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital restaurierte Fassung, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

StudioCanal

Festivals

Bayerischer Filmpreis 1987: Bestes Drehbuch; 1988: Deutscher Filmpreis 1988: Beste Darstellerin (Marianne Sägebrecht), Filmband in Silber als Bester Spielfilm; 1989: César 1989 als Bester ausländischer Film

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