Filmplakat zu "Plug & Pray"

Plug & Pray

Deutschland, USA, Japan, Italien 2009

Joseph Weizenbaum, Computerpionier der ersten Stunde, bereitete den Weg zur Wissenschaft der Künstlichen Intelligenz. Dann wurde er ihr schärfster Kritiker. Er warnt vor den Gefahren, den der uralte Menschheitstraum vom idealen Wesen birgt. Parallel zu ihm werden exponierte Vertreter des Fachs interviewt, deren Euphorie ungebremst ist. Neben spannenden Einblicken in modernste Technologie bleibt viel Raum zur Reflektion ehtisch-moralischer Fragestellungen.

Originaltitel

Plug & Pray

Genre

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Informatik

Themen

Technik/Neue Technologien, Ethik, Werte, Menschenwürde

Kinostart

11.11.2010

Inhalt


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Der 85-jährige Joseph Weizenbaum ist ein Computerpionier der ersten Stunde. Er lehrte jahrzehntelang als Professor der Informatik am MIT; seine Forschungen bereiteten den Weg zu der Wissenschaft der Künstlichen Intelligenz. Heute spricht er als einer ihrer schärfsten Kritiker über die Gefahren, die die Entwicklung neuer Technologien birgt: Die größenwahnsinnigen Visionen, der zunehmende Verlust der Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben und die Instrumentalisierung durch militärische Mächte. Kontrastiv dazu portraitiert der Film einige der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet, deren Euphorie ungebremst ist.

Umsetzung


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Wissenschaftler, die auf dem Forschungsgebiet der Künstlichen Intelligenz zur Weltelite gehören, werden an ihren Arbeitsplätzen in den jeweiligen Instituten interviewt. So macht der Film eine Reise um die ganze Welt. Als Basisstation fungiert Berlin und die Wohnung von Weizenbaum, der zwar emeritiert, aber hoch engagiert ist. Die Interviewausschnitte mit dem anerkannten Kulturkritiker, die den anderen Aussagen zwischen geschnitten werden, erfüllen dementsprechend die Funktion einer ethisch-moralischen Orientierung. Der Film erzählt mit Ironie und bleibt trotz der Komplexität der Materie immer verständlich. Die vereinzelte Einblendung von fließendem Text klärt über zum Teil brisante Hintergründe auf.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Zwar bietet der Film spannende Einblicke in die Möglichkeiten modernster Technologien. Dennoch bleibt diese Perspektive nicht unreflektiert. Weizenbaums Argumente lassen die Forscher, deren Umfeld bemerkenswerter Weise eine überwiegend männliche Domäne ist, in einer fast jungenhaften Naivität, aber auch in einer Arroganz erscheinen, etwa wenn davon gesprochen wird, der Technik allein sei die Fähigkeit zueigen, die drängenden Probleme unserer Zeit zu lösen. Die ungefilterte Faszination für Technik ist ein kulturhistorisches Phänomen; der Film macht deutlich, dass auch die aktuellsten Erfindungen und Visionen der Forscher im Grunde auf uralte Menschheitsträume zurückzuführen sind: Die Verschmelzung von Mensch und Maschine, die daraus folgende Überwindung natürlicher Grenzen, die Schaffung eines idealen Wesens, das in einer rein leistungsorientierten Welt bestehen kann, ewige Jugend und Vitalität, die Beherrschung biologischer und evolutionärer Prozesse bis hin zu der Aufhebung der Sterblichkeit. Weizenbaum erinnert dagegen daran, dass menschliche Identität im Kern durch persönliche Geschichte gebildet wird, dass ein freier Wille und Unberechenbarkeit dazugehören. Mit diesen Fragen eignet sich der Film sehr gut für den Philosophie-, Ethik- oder Religionsunterricht. Auch lässt sich die generelle Frage nach der Verantwortung von Wissenschaftlern diskutieren, etwa wenn sie, so kritisiert Weizenbaum, ihre Erfindungen in den Dienst der Waffenentwicklung stellen oder unter dem Einfluss wirtschaftspolitischer Interessen handeln.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 13.04.2010, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Jens Schanze

Buch

Jens Schanze

Darsteller/innen

Joseph Weizenbaum, Raymond Kurzweil, Minoru Asada, Hiroshi Ishiguro, Neil Gershenfeld

Länge

90 Min

Sprachfassung

Orginal mit deutschen Untertiteln

Format

35mm

FSK

Ohne Altersbeschränkung

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

farbfilm

Festivals

25. Int. Dokumentarfilmfestival München, London Int. Documentary Festival 2010, European Spiritual Film Festival Paris 2010, 36. Seattle Int. Film Festival 2010

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