Filmplakat zu "Renn, wenn Du kannst"

Renn, wenn Du kannst

Deutschland, 2009

Ben, ein junger, querschnittsgelähmter Mann, und Christian, sein Zivi, werden Freunde. Als ihnen eines Tages die Cellostudentin Annika begegnet, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt: Beide verlieben sofort sich in sie. Annika ist zwischen ihnen hin- und hergerissen. Der Film überwindet gängige Klischees und findet eigene und unsentimentale Wege, mit den Themen Liebe, Sexualität und Körperbehinderung umzugehen.

Originaltitel

Renn, wenn Du kannst

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik/Religion, Lebenskunde, Philosophie

Themen

Behinderte/Behinderung, Liebe, Freundschaft, Außenseiter, Sexualität, Werte, Musik

Kinostart

29.07.2010

Inhalt


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Ben, ein junger, querschnittsgelähmter Mann, und Christian, sein Zivildienstleistender, werden Freunde. Eines Tages begegnet ihnen die eigensinnige Cellostudentin Annika. Beide verlieben sich sofort in sie. Annika ist hin- und hergerissen: Zunächst fühlt sie sich zu dem fröhlichen, leichtfüßigen Christian hingezogen. Ben glaubt, keine Chance bei ihr zu haben; er geht davon aus, als körperbehinderter Mann nicht attraktiv für sie zu sein. Doch dann kommt es anders. Er und Annika kommen sich näher, auch körperlich. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehung, die sie an ihre emotionalen Grenzen stoßen lässt, beiden aber auch den Impuls versetzt, über sich hinaus zu wachsen.

Umsetzung


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Auffallend ist die entfesselte Kamera, die vielfältig in der Wahl ihrer Perspektiven ist. Vor allem schwingt sie sich in die Höhe, durch die Lüfte; ihre liebste Position scheint die Vogelperspektive zu sein. Diese Demonstration von Bewegungsfreiheit und Überwindung der Schwerkraft steht im Kontrast zu der persönlichen Perspektive des querschnitts-gelähmten Bens, was jedoch gleichzeitig als Ausdruck seines schmerzlichen Bedürfnisses empfunden werden kann. Filmische Mittel wie der Einsatz von Musik werden sparsam, aber akzentuiert verwendet, wodurch das beeindruckende Schauspiel der Darsteller zentral bleibt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film löst sich von dem klassischen Konzept einer Dreiecksgeschichte, indem er die schwere Körperbehinderung Bens mit ins Spiel bringt. Ohne seine Heiterkeit zu verlieren, bekommt er damit eine gewisse Tiefgründigkeit: Es geht um eine besondere Form der Verantwortung. Die drei jungen Menschen müssen mit großen Unsicherheiten umgehen und sich tiefen Ängsten stellen. Sie sind gezwungen, fern von vorhandenen Modellen ganz eigene Wege zu finden, mit der Situation klarzukommen und ihren Bedürfnissen nach jugendlicher Leichtigkeit und Abenteuer, Liebe und Sexualität gerecht zu werden. Der Film regt besonders dazu an, das Thema Liebe beziehungsweise erste Liebe losgelöst von einem perfektionistischen Bild zu betrachten, wie es den jungen Zuschauern in der Regel durch sämtliche Medien suggeriert wird. Hier bieten sich Ansatzmöglichkeiten für den Philosophie-, Ethik- oder auch Religionsunterricht. Die Beobachtung des Alltags eines Querschnittsgelähmten, bis hin zu dem tabuisierten Thema seines Sexuallebens, hat aufklärerischen Charakter, was es nicht minder interessant für den edukativen Kontext macht. Die Einblicke in das Cellostudium der Protagonistin Annika bieten am Rande Ansatzpunkte für Diskussionen zu den Themen Musikstudium, Konkurrenzsituationen und Leidenschaft für einen künstlerischen Beruf.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 05.02.2010, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Dietrich Brüggemann

Buch

Dietrich und Anna Brüggemann

Darsteller/innen

Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz u.a.

Länge

116 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Zorro Film

Festivals

Eröffnungsfilm "Perspektive Deutsches Kino" auf der Berlinale 2010

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