Filmplakat Shut Up and Play the Piano

Shut Up and Play the Piano

Deutschland, Frankreich, Großbritannien 2018

Als der Musik-Provokateur Chilly Gonzales sein zwischen Jazz und Neo-Klassik aufgestelltes Erfolgsalbum „Solo Piano“ veröffentlichte, wirkte das wie ein völliger Bruch mit seiner vorherigen Karriere als experimenteller Elektro-Pop-Rapper mit Punk-Attitüde. Der dokumentarische Porträtfilm des Debütregisseurs Philipp Jedicke verdeutlicht jedoch, dass die Persönlichkeit und das Musikverständnis des Künstlers tatsächlich zwischen Punk und Klavier oszillieren.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Musik, Sozialkunde, Deutsch, Philosophie

Themen

Musik, Popkultur, Medien, Anerkennung, Idole, Biografie

Kinostart

20.09.2018

Inhalt


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Der kanadische Musiker Chilly Gonzales (bürgerlich: Jason Charles Beck) interessiert sich weniger für die technische Seite der Musik als für ihre emotionale Kraft. In der Kindheit entdeckte er zusammen mit seinem Bruder Christophe, der heute als Filmkomponist arbeitet, die Liebe zur Musik. Später gründete er mit Peaches, Leslie Feist und Mocky die Punk-Band „The Shit“ und nahm Songs zwischen Pop, Rap und Elektro auf. Um die Jahrtausendwende herum wirbelte der Provokateur als Duo mit Peaches die Berliner Punk-Szene auf. Sanftere Töne schlug Gonzales mit seinem 2004 veröffentlichten Album „Solo Piano“ an, für das er Klavierstücke zwischen Klassik und Jazz komponierte. Geblieben ist aber sein Hang zur Selbstinszenierung, wenn er etwa ein Konzert mit dem Wiener Radio-Symphonieorchester zum Happening umfunktioniert und so exzessiv auf die Tasten schlägt, bis seine Finger bluten.

Umsetzung


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Für sein Porträt des Ausnahmemusikers Gonzales trug Philipp Jedicke reichlich Archivmaterial wie Konzertmitschnitte, Home-Videos und skurrile Medienauftritte aus den verschiedenen Phasen der Musikerlaufbahn zusammen. Privates bleibt weitgehend außen vor, im Fokus stehen die künstlerische Entwicklung des Protagonisten und seine selbstironische Imagepflege. Gonzales' experimentelle Arbeitsweise greift Jedicke gestalterisch auf, wenn er etwa einen Stapel Fotografien im Schnelldurchlauf präsentiert. Als roter Faden dient ein Interview, das die Autorin Sibylle Berg mit Gonzales führte. Statt die jeweiligen Antworten des Musikers einzublenden, lässt Jedicke das Material selbst sprechen und eröffnet damit Resonanzräume, auf deren Grundlage die Zuschauer*innen sich ein eigenes Bild formen können.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Zu Beginn des Dokumentarfilms bittet Gonzales seine Fans, ihn nicht nur zu lieben, sondern auch zu hassen. Und schon hat Philipp Jedicke den Hang des Künstlers zur Selbstmystifizierung etabliert. Seit seinen musikalischen Anfängen pflegt Gonzales sein Image mit selbstironischer Geste. Weil griffige Bezeichnungen mehr Resonanz erzeugen, nannte er sich beispielsweise „jüdischer Rapper in Berlin“. In anderen Szenen mischt der Musiker eine Pressekonferenz auf, sucht bei einem Casting nach Gonzales-Fakes oder setzt bei einem Auftritt mit dem Radio-Symphonieorchester Wien zum Crowdsurfing an. So bietet der Musikstar eine Gelegenheit, über das Image berühmter Personen nachzudenken. Wie entsteht ein medialer Ruf, über welche Kanäle kann er bekräftigt, demontiert, erweitert werden? Zudem kann der Film ein Gespräch über dokumentarisches Arbeiten und eine Analyse der vorgestellten Musik anregen.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 04.09.2018, letzte Aktualisierung: 07.09.2018

Regie

Philipp Jedicke

Buch

Philipp Jedicke

Darsteller/innen

Mitwirkende: Chilly Gonzales, Peaches, Leslie Feist, Mocky, Sibylle Berg, Jarvis Cocker, Kaiser Quartett, Joe Flory, Puppetmastaz, Raz Ohara, Lena Buhl, Cornelius Meister

Länge

82 Min

Sprachfassung

mehrsprachige Originalfassung (englisch, französisch, deutsch) mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Rapid Eye Movies

Festivals

Berlinale 2018, Sektion Panorama; Lichter Filmfest Frankfurt 2018

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