Filmplakat Sonita

Sonita

Deutschland, Iran, Schweiz 2015

Sonita wäre gern so berühmt wie Rihanna, stattdessen droht ihr die Zwangsheirat mit einem fremden Mann. In wütenden Rap-Texten wehrt sich die 18-jährige Afghanin gegen ihr Schicksal und sorgt mit einem vielgeklickten Internetvideo für Aufsehen. In einem spannenden und berührenden Dokumentarfilm, der auch filmästhetisch interessante Fragen aufwirft, beleuchtet die Iranerin Rokhsareh Ghaem Maghami das traurige Geschäft mit jungen Frauen.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Geografie, Religion, Ethik, Musik

Themen

Frauen, Islam, fremde Kulturen, Tradition, Zwangsheirat, Geschlechterrollen, Musik, Internet, Menschenrechte/-würde, Träume

Kinostart

26.05.2016

Inhalt


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Mit Rap drückt die 18-jährige Sonita ihre Gefühle aus: „Statt zu schweigen, will ich schreien!“ Zehn Jahre ist her, dass sie mit ihren Geschwistern vor den Taliban aus Afghanistan floh. Seitdem lebt die junge Afghanin ohne Papiere und ohne Möglichkeit auf Schulbildung in Teheran. Ihre Familie trifft unterdessen Vorbereitungen für eine Zwangsheirat. Als sie mit dem selbstproduzierten Internetvideo „Brides for Sale“ einen viralen Hit landet, spitzt sich die Lage zu: Die Hilfsorganisation für Straßenkinder und Kinderarbeiter, die ihr bei der Überwindung der Fluchttraumata beisteht und sie bei der Planung ihrer Zukunft berät, muss ihr die Unterstützung entziehen – Soloauftritte von Frauen sind im Iran streng verboten. Ein Musikstipendium in den USA könnte sich als letzte Rettung erweisen. Dazu allerdings muss Sonita noch einmal nach Afghanistan reisen, um ihre Papiere zu beantragen. Die Familie darf nichts erfahren.

Umsetzung


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Der berührende Dokumentarfilm zeigt Sonita als selbstbewusstes Mädchen, das energisch seine Ziele verfolgt. Als Vorbilder nennt sie Rihanna und Michael Jackson, aber auch den iranischen Rapper Yas. Ihr Wunsch nach einer Musikkarriere ist untrennbar verbunden mit ihrem verzweifelten Ringen um Freiheit. In dem Musikvideo, das während des Films hergestellt wird, inszeniert sie sich als geprügelte Braut, die ihre Wut herausschreit. Als die Mutter aus Afghanistan anreist, um Sonita nach Hause zu holen, entschließt sich die Filmemacherin Rokhsareh Ghaem Maghami zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie zahlt der Familie 2.000 Dollar, um die Zwangsheirat – Sonita soll für 9.000 Dollar verkauft werden – wenigstens aufzuschieben. In teils beklemmenden Gesprächen verhandeln die Regisseurin, die Betreuerin der NGO und die unerbittlich wirkende Mutter über Sonitas Schicksal. Zugleich sorgen kleine Erfolge, etwa der Gewinn eines internationalen Talentwettbewerbs, immer wieder für neue Hoffnung.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Das Thema Zwangsheirat wird in der Integrationsdebatte häufig aufgegriffen. Anschaulich zeigt der Film, dass hierzu auch in muslimischen Ländern unterschiedliche Auffassungen existieren: So darf Sonita im Iran zwar nicht rappen, ihr von vielen Selbstzweifeln und Schuldgefühlen begleiteter Freiheitswunsch jedoch wird von allen Seiten respektiert. Zugleich wird deutlich, dass die archaischen Strukturen in Afghanistan vor allem auf der dortigen Armut basieren. Für internationales Aufsehen sorgte der Entschluss der Regie, die im Dokumentarfilm eigentlich gebotene Distanz aufzuheben und in das Geschehen einzugreifen. Die daraus folgende Debatte, in die sich im Film sogar der Kameramann und der Tonmann einschalten, kann im Unterricht nahtlos fortgeführt werden: Überschreitet Ghaem Maghami hier eine künstlerische Grenze, oder ist ihr Handeln sogar moralisch geboten? Die Rolle des Internets, das Sonita zu ungeahnter Popularität verhilft, bietet ein weiteres spannendes Thema.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, 26.04.2016, letzte Aktualisierung: 19.09.2016

Regie

Rokhsareh Ghaem Maghami

Buch

Rokhsareh Ghaem Maghami

Darsteller/innen

(Mitwirkende) Sonita Alizadeh, Rokhsareh Ghaem Maghami

Länge

91 Min

Sprachfassung

Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Real Fiction

Festivals

Sundance Film Festival 2016: Zuschauerpreis, Großer Preis der Jury; International Documentary Film Festival Amsterdam 2015: Zuschauerpreis, DOC U Award

Impressum
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