Filmplakat zu "Taxi Teheran"

Taxi Teheran

Iran 2014

Ein Taxi fährt durch die belebten Straßen Teherans. Menschen steigen aus und ein, alle kommen mit dem Fahrer ins Gespräch, der kein Geringerer ist als der Regisseur Jafar Panahi. Mit einem zwanzigjährigen Berufsverbot belegt, hat sich der vielfach ausgezeichnete Filmemacher nun offenbar aufs Taxifahren verlegt. Kein schlechter Ort für ihn, denn die Geschichten, die erzählt werden müssen, findet man auf der Straße, erklärt er einem Filmstudenten, der ihn erkennt und fragt, welche Filme er sich zur Inspiration am besten anschauen soll.Die Ansichten und Geschichten der Fahrgäste – darunter ein Taschendieb, ein Händler illegaler Videos, eine Lehrerin, eine Menschenrechtsanwältin –  zeichnen ein reflektiertes Porträt der gegenwärtigen iranischen Gesellschaft, wenn sie über die Todesstrafe, Armut, Zensur, Bildung, Rechte von Frauen oder Behördenwillkür diskutieren. Schließlich erklärt ihm seine kleine Nichte, die er von der Schule abholt, welche Regeln man beachten muss, um einen sogenannten „zeigbaren“ Film zu drehen.

Originaltitel

Taxi

Genre

Drama, Komödie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Ethik, Religion, Philosophie, Geographie

Themen

Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte/-würde, Berufsverbot, Zensur, Bildung, Strafe, Fiktion vs. Realität, Individuum und Gesellschaft

Kinostart

23.07.2015

Inhalt


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Ein Taxi fährt durch die belebten Straßen Teherans. Menschen steigen aus und ein, alle kommen mit dem Fahrer ins Gespräch, der kein Geringerer ist als der Regisseur Jafar Panahi. Mit einem zwanzigjährigen Berufsverbot belegt, hat sich der vielfach ausgezeichnete Filmemacher nun offenbar aufs Taxifahren verlegt. Kein schlechter Ort für ihn, denn die Geschichten, die erzählt werden müssen, findet man auf der Straße, erklärt er einem Filmstudenten, der ihn erkennt und fragt, welche Filme er sich zur Inspiration am besten anschauen soll.Die Ansichten und Geschichten der Fahrgäste – darunter ein Taschendieb, ein Händler illegaler Videos, eine Lehrerin, eine Menschenrechtsanwältin –  zeichnen ein reflektiertes Porträt der gegenwärtigen iranischen Gesellschaft, wenn sie über die Todesstrafe, Armut, Zensur, Bildung, Rechte von Frauen oder Behördenwillkür diskutieren. Schließlich erklärt ihm seine kleine Nichte, die er von der Schule abholt, welche Regeln man beachten muss, um einen sogenannten „zeigbaren“ Film zu drehen.

Umsetzung


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Obwohl eine große Zahl ernster Themen und existentieller Probleme verhandelt werden und der zutiefst humanistische Film eine Anklage gegen das iranische Regime darstellt, wirkt er zu keiner Sekunde bedrückend oder zynisch. Im Gegenteil, Taxifahrer Panahi geht seiner Tätigkeit offensichtlich mit Freude nach und empfindet schelmisches Vergnügen daran, einen Weg gefunden zu haben, sein Berufsverbot zu umgehen. Er filmt schließlich nicht selbst, sondern hat eine schwenkbare Kamera auf dem Armaturenbrett befestigt, oder lässt Fahrgäste und Nichte mit Handykamera bzw. Fotokamera die teils sehr komischen Situationen im Fahrzeug filmen. Ästhetisch gleicht „Taxi Teheran“ deshalb einem rein beobachtenden Dokumentarfilm. Im Auto gibt es noch mindestens zwei weitere Kameras, die jedoch nicht in die Handlung integriert sind, aber keine verlässt jemals das Auto, so dass die gesamte Filmhandlung im Wagen oder der unmittelbaren Umgebung spielt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Es liegt auf der Hand, sich im Unterricht quasi in die Gespräche der Fahrgäste einzumischen und über die angesprochenen Themen weiter zu diskutieren: Neben den bereits oben genannten sind das Berufsverbot und Berufung, Kriminalität und Justiz, Selbstzensur, Urheberrecht sowie Filmkultur. Ferner kann das Bild vom gegenwärtigen Iran, das der Film entwirft, mit dem verglichen werden, das uns in Deutschland über aktuelle Medien vermittelt wird. Der Film liefert ein hervorragendes Beispiel dafür, wie auch ohne großen technischen Aufwand und an einem sehr eingeschränkten Drehort ein großartiger Film entstehen kann. Schließlich bietet sich eine Analyse der Filmsprache an: Durch welche filmischen Mittel ähnelt der Film einem Dokumentarfilm („direct cinema“)? Woran merkt man, dass der Film doch ein inszenierter Spielfilm ist? Mit wie vielen unterschiedlichen Einstelllungen bzw. Kamerapositionen kommt der Film aus? Lohnend ist auch ein Blick auf die Biografie des Regisseurs und wie er mit staatlichen Restriktionen umgeht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Sabine Genz, 26.06.2015, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Jafar Panahi

Buch

Jafar Panahi

Darsteller/innen

Jafar Panahi u.a.

Länge

95 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Farsi, deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Weltkino Filmverleih

Festivals

Internationale Filmfestspiele Berlin 2015: Goldener Bär

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