Filmplakat Tote schlafen fest

Tote schlafen fest

USA 1946

Der greise General Sternwood engagiert den Privatdetektiv Philip Marlowe, um seine jüngere Tochter Carmen vor Erpressung zu schützen. Als Marlowe den Erpresser, einen zwielichtigen Buchhändler, erschossen in dessen Haus auffindet, entwickelt sich aus dem Routinefall rasch ein undurchsichtiges Gespinst bedrohlicher Vorgänge und neuer Verbrechen.

Originaltitel

The Big Sleep

Genre

Literaturverfilmung, Kriminalfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Englisch, Kunst, Religion/Ethik

Themen

Kriminalität, Manipulation, Mythos, Gewalt, Gesellschaft, Geschlechterrollen, Sexualität

Kinostart

26.09.1967

Inhalt


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Der greise General Sternwood engagiert den Privatdetektiv Philip Marlowe, um seine jüngere Tochter Carmen vor Erpressung zu schützen. Als Marlowe den Erpresser, einen zwielichtigen Buchhändler, erschossen in dessen Haus auffindet, entwickelt sich aus dem Routinefall rasch ein undurchsichtiges Gespinst bedrohlicher Vorgänge und neuer Verbrechen. Neben der suchtkranken und leichtlebigen Carmen rückt vor allem die mysteriöse ältere Tochter Sternwoods, Vivian Rutledge, ins Zentrum der komplexen Verbindungen zwischen Kleinkriminellen und dem organisierten Verbrechen von Los Angeles in den 1940er Jahren. Dabei gibt es zahlreiche Tote und erotischen Verstrickungen. Mit Hilfe von Vivian, in die sich der zynische Marlowe verliebt, kann der Morast aus Intrigen und Verrat, zumindest in diesem Szenario, schließlich trockengelegt werden.

Umsetzung


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Wie bereits der Originaltitel "The Big Sleep" euphemistisch Mord und Tod zum "großen Schlaf" deklariert, so bestimmt auch die formale in diesem Prototyp des Film Noir souverän den Inhalt. Hawks bewusst sprunghafte und subjektive Inszenierung nimmt an manchen Stellen surreale Ausmaße an und wirkt stellenweise wie der (Alp)Traum des Protagonisten Marlowe. Die Kritik an der Korruptheit der amerikanischen Gesellschaft im zeitlichen Umfeld des 2.Weltkriegs wird in einer spannenden und kunstfertigen Krimihandlung verpackt, bei der Gut und Böse auf dem Prüfstand stehen, deren Ende, im Gegensatz zur Literaturvorlage, aber eine versöhnlichere Wendung nimmt, was sowohl der damaligen strengen Filmzensur wie auch dem besonderen Starstatus des Protagonistenpaars zuzuschreiben ist. Die stilsicheren schwarz-weißen Bildkompositionen, die in ihren Licht- und Schattenwirkungen dem deutschen expressionistischen Stummfilm verwandt sind, zeigen eine Welt ohne Moral deren Logik fragwürdig bleibt, was sich auch in der absichtlich verwirrenden Handlungsabfolge niederschlägt. Die ironischen, messerscharfen Dialoge sind von bestechendem Witz und werden durch die klassische Filmmusik des berühmten Komponisten Max Steiner zusätzlich pointiert. Das legendäre Filmpaar Humphrey Bogart/Lauren Bacall ist hier auf dem Zenit seiner Schauspielkunst zu sehen und macht den Film auch heute noch zu einem fesselnden Filmerlebnis.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der exemplarische Filmklassiker, der zur Allgemeinbildung beiträgt und auch heutige Filmemacher stilistisch geprägt hat, lässt sich in mehrere unterrichtsbezogene Zusammenhänge einbetten. Im Deutsch- oder Englischunterricht bietet sich eine Beschäftigung mit den Spannungsbögen des Krimis (bei Chandler eine "hard-boiled" detective story) in literarischer und filmischer Form an; interessant ist diesbezüglich der Vergleich der Spannungserzeugung sowie der Darbietung des Endes in den beiden Medien. Im Kunstunterricht kann die filmische Licht- und Schattenwirkung in ihrem Bezug auf die Stilrichtung des Expressionismus untersucht werden. Die Fragen nach der Darstellung gesellschaftlicher (Un-)Moral im Zentrum eines Kunstwerks sind für Betrachtungen in verschiedenen Fächern ebenso interessant wie die von bewusst angelegten männlichen ('tough guys') und weiblichen (die 'femme fatale' im Film Noir) Rollenstereotypen und ihre Wirkung auf den Zuschauer.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Martin Ganguly, 24.05.2009, letzte Aktualisierung: 29.09.2016

Regie

Howard Hawks

Buch

Wiliam Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman nach dem Kriminalroman von Raymond Chandler

Darsteller/innen

Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgely, Martha Vickers, Dorothy Malone, u. a.

Länge

114 Min

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung / Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Neue Visionen

Festivals

Aufnahme in das National Film Registry, 1997

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