Filmplakat zu "Un Homme Qui Crie"

Un Homme Qui Crie

Frankreich, Belgien, Tschad, 2010

Un Homme Qui Crie ist ein filmisches Meisterwerk: neben einer virtuosen Bildkomposition und raffinierten Geräuschinszenierungen überzeugen auch die Leistungen der Schauspieler. Regisseur Mahammat-Saleh Haroun interessiert sich für die Unstimmigkeiten, Misserfolge und Verfehlungen seiner Figuren. Für diese intensive Betrachtung von Individuum und Gesellschaft wurde Haroun auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2010 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Originaltitel

Un Homme Qui Crie

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Religion/Ethik, Politik, Medienkunde

Themen

Afrika, Individuum und Gesellschaft, Familie, Kriegsfolgen, Generationen, Armut, Moral

Kinostart

07.04.2011

Inhalt


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Souverän im Auftreten und gewissenhaft in der Ausübung seines Jobs: Der 55jährige Adam ist zuständig für den Poolbereich eines Luxushotels in der tschadischen Hauptstadt N`Djamena. Als er durch seinen Sohn Abdel ersetzt wird und fortan als Schrankenwächter arbeiten muss, ist der familiäre Konflikt vorprogrammiert. Gleichzeitig nimmt der Bürgerkrieg im Land bedrohliche Ausmaße an. Da Adam nicht genug Geld hat, um den von der Regierung geforderten Kriegsbeitrag für den Kampf gegen die Rebellen zu leisten, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: er meldet seinen Sohn für den Dienst an der Waffe, der kurz darauf von der Armee verschleppt wird.

Umsetzung


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Mahamat-Saleh Harouns dritter Spielfilm - Un Homme Qui Crie - überzeugt mit grandiosen Schauspielerleistungen sowie einer ausgefeilten Bildgestaltung. Dabei beherrscht Haroun das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz sowie Licht und Schatten ebenso souverän wie er gekonnt zwischen poetischer Visualisierung und raffinierter Aussparung changiert. Haroun verzichtet konsequent auf explizite Kriegs- oder Gewaltdarstellungen. Vielmehr konzentriert er sich in langen Einstellungen auf die inneren Konflikte seiner Figuren, die er mit einer Tonspur kombiniert, die sich zunehmend mit Kriegsgeräuschen und -berichten via Radio verdichtet. Haroun verlangsamt immer wieder das Erzähltempo und fordert damit auch vom Zuschauer die intensive Beobachtung seiner Bilder ein.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Un Homme Qui Crie bietet für die Filmanalyse im Unterricht Anknüpfungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen: Neben der Thematik des sozialen Abstiegs beleuchtet der Film Kriegsfolgen hinsichtlich der Auflösung gesellschaftlicher und familiärer Strukturen sowie der Veränderung fundamentaler Denkweisen und Glaubensfragen des Einzelnen. Auf formaler Ebene ermöglichen die vornehmlich langen Einstellungen eine genaue Beobachtung des Bildaufbaus. Demgemäß sei zur Vorbereitung des Kinobesuchs eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Bildgestaltung empfohlen. Darüber hinaus kann die mediale Darstellung kriegerischer Konflikte im Allgemeinen thematisiert und somit an die aktuellen Unruhen in Nordafrika im Speziellen angeknüpft werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Carsten Siehl, 30.03.2011, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Mahamat-Saleh Haroun

Buch

Mahamat-Saleh Haroun

Darsteller/innen

Youssouf Djaoro, Diouc Koma, Emile Abossolo M`bo, Hadje Fatime N`Goua, Marius Yelolo,Djeneba Kone u.a.

Länge

92 Min

Sprachfassung

Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

CineGlobal

Festivals

Internationale Filmfestspiele Cannes 2010, Preis der Jury

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