Filmplakat zu "We want Sex"

We want Sex

Großbritannien 2010

Das hervorragende Schauspielerensemble rund um Sally Hawkins macht die Anfänge der Frauenbewegung Ende der 60er lebendig. Diese britische Komödie mit ernsten Untertönen regt zum Nachdenken über „Sexual Equality“ - damals und heute - an.

Originaltitel

We want Sex

Genre

Drama, Komödie, Historienfilm

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Religion/Ethik

Themen

Arbeit, Geschlechter(rollen), Frauen, Männer, Diskriminierung, Recht und Gerechtigkeit, Solidarität, Widerstand, Zivilcourage

Kinostart

13.01.2011

Inhalt


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Dagenham, eine britische Autostadt am Rande von Greater London im Jahr 1968. In der Ford-Fabrik, in der in erster Linie Männer beschäftigt sind, arbeiten auch 187 Frauen als Näherinnen. Diese durchaus anspruchsvolle Arbeit wird vom Management, um weniger Lohn zahlen zu müssen, als ungelernte Tätigkeit eingestuft. Die Arbeiterin Rita Grady und ihre Kolleginnen sehen das anders. Als sie erkennen, dass sie vom Gewerkschaftsvorstand nicht ernsthaft unterstützt werden, beschließen sie, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Zunächst werden sie eher belächelt, aber unter der Führung Ritas, unterstützt von ihren Geschlechtsgenossinnen und vom Gewerkschaftsfunktionär Albert, entwickelt sich diese kleine, lokale Auseinandersetzung zu einer nationalen Angelegenheit und zum ersten Frauenstreik der britischen Geschichte. Nun können auch die Funktionäre des amerikanischen Mutterkonzerns nicht mehr wegsehen, und auch die britische Ministerin Barbara Castle greift nur allzu gerne ein. Die Frauen tragen einen Sieg davon, der zwei Jahre später zum Equal Pay Act führen wird, einem Meilenstein der Gleichberechtigung.

Umsetzung


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Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, die Regisseur Nigel Cole („Kalender Girls", „Grasgeflüster") als Feelgood-Movie im Stile beliebter britischer Sozialkomödien inszeniert hat. Komische und dramatische Momente wechseln sich dabei ab, die Geschichte wird ohne Rückblenden ganz linear erzählt. Die weiblichen Charaktere und ihre ganz persönlichen Befindlichkeiten werden bewusst in den Mittelpunkt gestellt. In den mit peppiger 60ties Musik untermalten Erzählfluss werden die sozio-historischen Momente entsprechend eingebettet, teils durch (gestelltes) dokumentarisches Material, teils durch entsprechende Dialoge und Schauplätze. Dies ist handwerklich ausgezeichnet in Szene gesetzt, Ausstattung und Kostüme bis in Detailaufnahmen stimmig. Um die positive Gesamtstimmung nicht abbrechen zu lassen, werden dabei leider die politischen Dimensionen, die inhaltlich durchaus angelegt sind, nur angerissen. Das Schauspielerensemble ist bis in die Nebenrollen mit erstklassigen britischen Schauspieler/innen besetzt, die über die manchmal etwas glatt anmutende Auseinandersetzung mit der Frauenbewegung hinwegtrösten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Titel „We Want Sex" zitiert lediglich einen kurzen komischen Moment des Films. Es geht in diesem Film nicht um „Sex", sondern um „Sexual Equality", was auch den Hauptanknüpfungspunkt für die pädagogische Arbeit darstellt. Neben der Untersuchung der (historischen) Dimension der Gleichheit der Geschlechter können hier auch in verständlicher Form Geschlechterrollen studiert werden. Gerade durch die räumliche und zeitliche Distanz bietet sich ein Vergleich mit heutigen Rollenbildern und eine Diskussion der beruflichen und privaten Gleichstellung von Mann und Frau an. Die im Film gezeigten dokumentarischen Bilder laden ein zur weiteren Recherche nach historischem Bild- und Textmaterial und auch zur Untersuchung fiktionaler und realer Elemente der Hauptfilmerzählung. Die Frage nach Bedeutung und Auswirkung dieses Streiks auf unsere Lebensrealität kann dabei in den curricular relevanten Bezug zur 68er Bewegung und anderen Bürgerrechtsbewegungen gesetzt werden. Für den Englischunterricht empfiehlt sich die Originalfassung (mit Untertiteln), in der die schichtspezifischen Unterschiede der Filmfiguren, im Gegensatz zur deutschen Synchronfassung, authentischer und eindringlicher akustisch zu erleben sind.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Martin Ganguly, 14.11.2010, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Nigel Cole

Buch

William Ivory, Christine Langan

Darsteller/innen

Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson, Rosamund Pike, Rupert Graves, Daniel Mays, Geraldine James, Jaime Winstone, u.a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Tobis Film

Festivals

Toronto International Film Festival, Austin International Film Festival, Rome International Film Festival, u.a.

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