Filmplakat zu "Wiedersehen mit Brundibár"

Wiedersehen mit Brundibár

Deutschland, Tschechien 2014

Douglas Wolfspergers filmische Dokumentation spürt einem bekannten Teil der Holocaust-Geschichte nach und schlägt gleichzeitig eine Brücke zum Heute: Die Jugendtheatergruppe „Die Zwiefachen“ adaptieren die Kinderoper „Brundibár“ und entdecken und erleben dabei Erinnerungskultur neu. Durch die Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden und Hauptdarstellerin jener Kinderoper im KZ Theresienstadt Greta Klingsberg wird Geschichte wirklich.

Originaltitel

Wiedersehen mit Brundibár

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Deutsch, Musik, DS, Kunst

Themen

Deutsche Geschichte, Theater, Holocaust, Judenverfolgung, Generationen, Biografie, Konzentrationslager, Kindheit, Musik, Mut, Exil, Toleranz

Kinostart

04.12.2014

Inhalt


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Die Berliner Jugendtheatergruppe „Die Zwiefachen“ inszeniert eine Adaption der Kinderoper „Brundibár“. Jene Oper von Hans Krása und Adolf Hoffmeister wurde im Konzentrationslager Theresienstadt über 50 Mal aufgeführt und zu Propagandazwecken missbraucht. Danach hatte man fast alle Mitwirkenden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Mit der Umsetzung des Materials setzen sich die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, die alle schwierige soziale Hintergründe haben, auch mit der Geschichte des Stückes auseinander. Sie treffen die Überlebende und Mitglied des Kinderensembles des ehemaligen KZ Theresienstadt, Greta Klingsberg und reisen mit ihr nach Terezin. Sie diskutieren, erzählen und arbeiten aktiv und sehr persönlich an dem Thema Erinnerungskultur.

Umsetzung


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Der Film geht individuell und künstlerisch der Frage nach, wie man Menschen verständlich machen kann, was geschehen ist, was Holocaust bedeutet und wie man mit der Geschichte umgehen kann. Durch die Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden und Darstellerin der damaligen Kinderoper, Greta Klingsberg, wird Geschichte real und erfahrbar. Wolfspergers Dokumentarfilm kommt ihr und einigen der jungen Schauspieler/innen sehr nah. Die Kamera beobachtet sie stets behutsam, anstatt sie zu verfolgen. Dabei sind mehrere Erzählstränge miteinander verwoben: Erstens die Theaterarbeit, zweitens die persönlichen Hintergründe der Schauspieler/innen sowie der Holocaust-Überlebenden und schließlich die Geschichte der Oper und des Holocaust selbst. Der Film ist mit historischem Material der NS-Propaganda, privaten Fotografien und der Opernmusik zu einem nahegehenden Dokumentarfilm montiert.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Es bietet sich an, über Erinnerungskultur zu sprechen und darüber, auf welche Art man dieses Teils der deutschen Geschichte gedenken kann oder sollte, wie junge Generationen erreicht werden könnten – vor allem wenn Zeitzeugen in naher Zukunft nicht mehr da sind. Auch Fragen, die sich die Jugendlichen im Film stellen, können zur Diskussion gestellt werden: Hätte ich mitgemacht? Was oder wer ist deutsch? In künstlerischen Fächern können Komposition, Text und Geschichte der Oper und ihrer Adaptionen erörtert werden. Die Schicksale von Komponist und Autor sind weitere Ansatzpunkte. Darüber hinaus sollte über die Verwendung der Kinderoper-Aufnahmen von 1944 für den NS-Propagandafilm „Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ diskutiert und dabei auf die Inszenierung und Wirkung von (Film-) Bildern allgemein eingegangen werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Jennifer Borrmann, 03.11.2014, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Douglas Wolfsperger

Buch

Douglas Wolfsperger

Darsteller/innen

Mitwirkende: Greta Klingsberg, Annika Westphal, Ikra Latif, Uta Plate, Norbert Ochmann, David Schmidt u.a.

Länge

88 Min

Sprachfassung

deutsch

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Wilder Süden

Festivals

Auswahl: San Francisco Jewish Film Festival; Filmfest Prag; 48. Internationale Hofer Filmtage; Jewish International Film Festival Miami; Washington Jewish Film Festival; Jewish International Film Festival Melbourne/Sydney

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