Filmplakat Wir sind jung. Wir sind stark

Wir sind jung. Wir sind stark.

Deutschland 2014

August 1992: In einer typischen DDR-Plattenbausiedlung in Rostock-Lichtenhagen wissen die Jugendlichen nichts mit sich anzufangen. Gelangweilt warten sie, dass endlich irgendetwas passiert und finden ohne Job und Aufgabe immer nur sich selbst als Ziel kleinerer und großer Grausamkeiten – oder randalieren gegen Ausländer. Weil die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber vollkommen überfüllt ist, campieren viele Flüchtlinge in den Grünanlagen rund um das Gebäude. Die Lage spitzt sich zu, als immer mehr Anwohner fremdenfeindliche Stimmung gegen die Einrichtung und die Asylsuchenden machen. Die zuständigen Politiker agieren zögerlich und versuchen teilweise, die Situation parteipolitisch auszunutzen – im wahrsten Sinne wird daraus ein Spiel mit dem Feuer: Die völlig überforderte Polizei kann das Gebäude nicht mehr vor Gewalttätern schützen, die Asylbewerber müssen evakuiert werden. Zurück bleiben die vietnamesischen Vertragsarbeiter in einem Nachbargebäude. Nun richtet sich die eskalierende Gewalt des rechtsextremen Mobs gegen sie und es fliegen Brandsätze.

Originaltitel

Wir sind jung. Wir sind stark.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Ethik

Themen

Deutsche Geschichte, Rechtsextremismus, Ausländer, Diskriminierung, Jugend/Jugendliche, Vorurteile, Rassismus, Rechtsstaatlichkeit, Familie, Individuum und Gesellschaft

Kinostart

22.01.2015

SchulKinoWochen

Inhalt


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August 1992: In einer typischen DDR-Plattenbausiedlung in Rostock-Lichtenhagen wissen die Jugendlichen nichts mit sich anzufangen. Gelangweilt warten sie, dass endlich irgendetwas passiert und finden ohne Job und Aufgabe immer nur sich selbst als Ziel kleinerer und großer Grausamkeiten – oder randalieren gegen Ausländer. Weil die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber vollkommen überfüllt ist, campieren viele Flüchtlinge in den Grünanlagen rund um das Gebäude. Die Lage spitzt sich zu, als immer mehr Anwohner fremdenfeindliche Stimmung gegen die Einrichtung und die Asylsuchenden machen. Die zuständigen Politiker agieren zögerlich und versuchen teilweise, die Situation parteipolitisch auszunutzen – im wahrsten Sinne wird daraus ein Spiel mit dem Feuer: Die völlig überforderte Polizei kann das Gebäude nicht mehr vor Gewalttätern schützen, die Asylbewerber müssen evakuiert werden. Zurück bleiben die vietnamesischen Vertragsarbeiter in einem Nachbargebäude. Nun richtet sich die eskalierende Gewalt des rechtsextremen Mobs gegen sie und es fliegen Brandsätze.

Umsetzung


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Texttafeln informieren über die Ausgangssituation, eingeschnittene Uhrzeiten simulieren den Ablauf des verhängnisvollen Tages – überwiegend Schwarz-weiß-Aufnahmen zeigen gelungen den trostlosen Alltag einer Clique Jugendlicher um Stefan und Robbie, die beide zugleich das Handlungsspektrum zwischen vermeintlicher Besonnenheit und sprunghafter Neigung zu Gewaltbereitschaft verkörpern. Ihre für viele Jugendliche typische Suche nach Geborgenheit einerseits sowie „Action“ andererseits kommt im Wechsel von ruhig inszenierten Szenen und schnellen Bildwechseln zum Ausdruck, jeweils authentisch untermalt von einem phasenweise spröden Soundteppich bzw. dümmlich-derber Nazi-Musik. Parallel dazu verkörpern Devid Striesow als Stefans Vater den feigen Politiker und Trang Le Hong als die um Integration und ums Überleben kämpfende Vietnamesin weitere Konfliktpole.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film kann als Ausgangspunkt für eine allgemeine Beschäftigung mit den Themen Flüchtlinge und Asylrecht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Migration und Integration dienen (vgl. auch aktuell „PEGIDA“). Ebenso ist es möglich und nötig, die filmisch isoliert gezeigten Ereignisse in ihren speziellen historischen Kontext zu stellen. Dieser sollte sich nicht auf das Gebiet der ehemaligen DDR bzw. die Perspektivlosigkeit nach dem Ende der DDR beschränken, sondern auch z.B. die Asyldebatte in der Politik seit 1990 als verbaler Brandsatz, die Anschläge in Mölln 1992 und Solingen 1993 sowie den sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ einbeziehen. Hinterfragt werden können weiterhin z. B. „Rechts“- und „Links“-Sein als Richtungsbegriffe in Politik und Gesellschaft, Gruppenzwang, die Rolle der Polizei, Mittäterschaft, Feigheit und Zivilcourage in Bevölkerung und Politik.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Olaf Selg, 15.12.2014, letzte Aktualisierung: 06.09.2017

Regie

Burhan Qurbani

Buch

Martin Behnke, Burhan Qurbani

Darsteller/innen

Jonas Nay, Joel Basman, Saskia Rosendahl, Devid Striesow, Thorsten Merten, Trang Le Hong u.a.

Länge

128 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung | barrierefreie Fassung (Audiodeskription und Untertitel für Hörgeschädigte) über die Greta&Starks App

Format

digital, Schwarz-Weiß und Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Zorro Filmverleih

Festivals

48. Internationale Hofer Filmtage 2014: Bild-Kunst-Preis für Bestes Kostüm- und Szenenbild; 9. Festival Internationale del Film di Roma 2014: Bester Schnitt; 28. Braunschweig International Filmfestival 2014: KINEMA – deutsch-französischer Jugendpreis

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