Filmplakat zu "Wüstenblume"

Wüstenblume

Deutschland, Österreich, Frankreich 2009

In den 1980er- und 1990er-Jahren gehört die Afrikanerin Waris Dirie zu den internationalen Top-Models der Modebranche. Ihre Geschichte mutet wie ein modernes Aschenputtel-Märchen an: Aufgewachsen in einer somalischen Nomadenfamilie gelangt sie über Umwege nach London. Dort arbeitet sie zunächst als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft, später dann als Putzfrau in einem Fast-Food-Restaurant, wo sie vom Starfotografen Terry Donaldson entdeckt wird. In der Folge ziert die junge Frau die Titel namhafter Hochglanzmagazine und wird das Gesicht großer Werbekampagnen. Doch hinter ihrer Schönheit verbirgt sich ein traumatisches Erlebnis, dessen körperliche und seelische Narben nicht verheilt sind: Waris Dirie wurden im Alter von fünf Jahren die Genitalien beschnitten – ein Schicksal, das sie weltweit mit etwa 150 Millionen Frauen und Mädchen teilt. Schließlich nutzt Dirie ihre Popularität als Model und spricht öffentlich über das ihr zugefügte Leid, macht so auf die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung aufmerksam und wird zur engagierten Kämpferin gegen diese Form der Menschenrechtsverletzung.

Originaltitel

Wüstenblume

Genre

Literaturverfilmung, Drama, Autobiografie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Religion, Ethik, Biologie, Erdkunde

Themen

Frauen, Menschenrechte/-würde, Biografie, Gender/Geschlechterrollen, Sexualität, Tradition, Afrika

Kinostart

24.09.2009

Inhalt


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In den 1980er- und 1990er-Jahren gehört die Afrikanerin Waris Dirie zu den internationalen Top-Models der Modebranche. Ihre Geschichte mutet wie ein modernes Aschenputtel-Märchen an: Aufgewachsen in einer somalischen Nomadenfamilie gelangt sie über Umwege nach London. Dort arbeitet sie zunächst als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft, später dann als Putzfrau in einem Fast-Food-Restaurant, wo sie vom Starfotografen Terry Donaldson entdeckt wird. In der Folge ziert die junge Frau die Titel namhafter Hochglanzmagazine und wird das Gesicht großer Werbekampagnen. Doch hinter ihrer Schönheit verbirgt sich ein traumatisches Erlebnis, dessen körperliche und seelische Narben nicht verheilt sind: Waris Dirie wurden im Alter von fünf Jahren die Genitalien beschnitten – ein Schicksal, das sie weltweit mit etwa 150 Millionen Frauen und Mädchen teilt. Schließlich nutzt Dirie ihre Popularität als Model und spricht öffentlich über das ihr zugefügte Leid, macht so auf die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung aufmerksam und wird zur engagierten Kämpferin gegen diese Form der Menschenrechtsverletzung.

Umsetzung


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"Wüstenblume" ist eine zum Teil recht freie Adaption des gleichnamigen autobiografischen Bestsellers von Waris Dirie und zeichnet entscheidende Lebensphasen der Somalierin nach. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Sherry Hormann entwirft das Porträt einer starken Frau, die sich erst als Erwachsene dem an ihr verübten Verbrechen bewusst wird und vor allem durch ihre Arbeit als Model ein neues Selbstbewusstsein als Frau erlangt. Nach einer Art Prolog, der Diries Kindheit und Flucht vor einer Zwangsverheiratung zeigt, beginnt die eigentliche Handlung in London, als sie die Botschaft verlassen muss. Der Weg in ihre persönliche Freiheit ist ein Überlebenskampf, bei dem sie sich erst als illegale Migrantin und Obdachlose behaupten, später sogar für ihre Karriere eine Scheinehe eingehen muss, bevor sie einen geradezu kometenhaften Aufstieg als Foto-Model erfährt. In mehreren Rückblenden macht der Film mit den Ereignissen in Diries Kindheit und Jugend vertraut, die in einer verstörenden Beschneidungsszene ihren tragischen Höhepunkt finden. Trotz der Schwere des Themas hat der Film einen unterhaltsamen Charakter, was auch durch den emotionalen Soundtrack und eine Kamera, die vor allem in Afrika pittoreske Landschaftsaufnahmen einfängt, unterstützt wird.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film eignet sich gut als Einführung zum Thema weiblichen Genitalverstümmelung. In einfühlsamen Szenen, etwa als Waris und Marylin sich gegenseitig ihr Geschlecht zeigen und klar wird, dass nicht alle Frauen beschnitten sind, wird deutlich, welche psychischen und gesundheitlichen Folgen diese Verstümmelung hat. Allerdings erfährt man wenig über den kulturellen Kontext, in dem dieses archaische Ritual eingebunden ist, was eine weiterführende Lektüre zum Thema zwingend notwendig macht. Als Ergänzung eignet sich hier auch der Film "Moolaadé" von Ousmane Sembène (2004), der das Thema aus afrikanischer Sicht behandelt.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, 18.08.2009, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Sherry Hormann

Buch

Sherry Hormann nach der gleichnamigen Autobiografie von Waris Dirie

Darsteller/innen

Liya Kebede, Sally Hawkins, Timothy Spall, Juliet Stevenson, Craig Parkinson u. a.

Länge

120 Min

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung; Original mit Untertitel

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Majestic Filmverleih

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