Filmplakat Yuli

Yuli

Spanien, Kuba, Großbritannien, Deutschland 2018

Der Kubaner Carlos Acosta war der erste schwarze Tänzer, der 1991 den Sprung an das English National Ballet in London schaffte. Dort begann eine steile internationale Karriere, die die spanische Regisseurin Icíar Bollaín in einer reizvollen Kombination aus Filmbiografie, Tanzperformance und Archivaufnahmen Revue passieren lässt. Der hindernisreiche Aufstieg des Ausnahmetalents spiegelt dabei oft die wechselvolle Geschichte der sozialistischen Inselrepublik.

Genre

Drama, Tanzfilm, Biografie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

keine Angaben

Unterrichtsfächer

Deutsch, Spanisch, Sport, Sozialkunde, Kunst, Geschichte, Politik, Religion, Ethik

Themen

Identität, Ballett/Tanz, Familie, Kunst, Bildung, Außenseiter, Gender/Geschlechterrollen, Erwachsenwerden, Kuba, Sozialismus, Armut, Karriere, Migration, Religion, Sklaverei, Toleranz, Träume

Kinostart

17.01.2019

SchulKinoWochen

Inhalt


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In einem Armenviertel Havannas wächst der kleine Carlos Acosta mit zwei Schwestern auf. Er tanzt gerne wie Michael Jackson, möchte aber Fußballer werden wie der Brasilianer Pelé. Sein Vater Pedro, ein resoluter Lastwagenfahrer, nennt ihn nach einem afrokubanischen Kriegsgott Yuli. Er erkennt das Tanztalent seines Sohnes und schickt ihn auf die staatliche Ballettschule. Als Yuli den Unterricht schwänzt, schlägt Pedro ihn und steckt ihn in ein abgelegenes Internat. Dort lernt Yuli mit Hilfe einer engagierten Lehrerin fleißig und avanciert zum besten Tänzer. Nachdem er mit 16 einen Wettbewerb in Lausanne gewonnen hat, erhält er ein attraktives Angebot vom English National Ballet aus London. Doch nach einer schweren Fußverletzung kehrt er nach Kuba zurück. Dort genießt er ein Leben in Freiheit und fragt sich, ob er seine beginnende Karriere als professioneller Tänzer abbrechen soll.

Umsetzung


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„Yuli" rekapituliert über Jahrzehnte Leben und Werk des bekanntesten kubanischen Baletttänzers Carlos 'Yuli‘ Acosta. Die spanische Regisseurin Icíar Bollaín hat nach dem Drehbuch ihres britischen Lebensgefährten Paul Laverty keine konventionelle lineare Filmbiographie inszeniert, vielmehr komponiert sie mit Parallelmontagen auf mehreren Zeitebenen eine komplexe Erzählstruktur. Basis ist eine Tanzperformance, die der gereifte Yuli als Choreograf in Havanna einstudiert. Darin verkörpert er seinen Vater, ein junger Tänzer fungiert als sein junges Alter Ego. Yuli verarbeitet teils eigene Erlebnisse, wobei die expressiven Tanzdarbietungen reizvolle Deutungsvarianten eröffnen. Dazwischen schildern Rückblenden wichtige Stationen in Yulis Werdegang. Eine kraftvolle Filmmusik unterstreicht den dramatischen Vater-Sohn-Konflikt, die ambitionierte Performance und Acostas internationale Bühnenauftritte.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Im Unterricht liegt ein Vergleich mit dem Jugenddrama "Billy Elliott – I Will Dance" (2000) nahe. Während Billy gegen den Willen seines Vaters Ballettstunden nimmt, wird Yuli vom Vater gezwungen, die Ballettschule zu besuchen. Welche Rollenbilder von Männlichkeit liegen den Vater-Sohn-Konstellationen und Motivationslagen zugrunde? Yuli ist der erste dunkelhäutige Künstler, der 2006 am Royal Ballet in London den Romeo tanzt. Misty Copeland ist die erste Afroamerikanerin, die 2015 am American Ballet Theatre Primaballerina wird. Warum kommt die Gleichstellung der Hautfarben in dieser Kunstform so spät? Die Erzählung um Yuli ist eingebettet in eine konzise Schilderung der Zeitgeschichte, die ein ambivalentes Bild des kubanischen Sozialismus zeichnet. Einerseits ermöglicht der Staat auch armen Kindern eine kostenlose Ballettausbildung, andererseits fliehen viele Bürger vor Armut und Repression in die USA. Wie geht der heimatverbundene Yuli mit dem Spannungsfeld um?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Kleber, 23.12.2018, letzte Aktualisierung: 14.05.2019

Regie

Icíar Bollaín

Buch

Paul Laverty

Darsteller/innen

Carlos Acosta, Santiago Alfonso, Edilson Manuel Olbera Nunez, Keyvin Martinez, Laura de la Zu, Yerlin Perez u. a.

Länge

110 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln; barrierefreie Fassungen verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Piffl Medien

Festivals

Filmfestival San Sebastian 2018: Silberne Muschel für das beste Drehbuch

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