Inhalt
Bochum 1983. Frank und seine Freunde Mücke, Pommes und Spüli mühen sich mit typischen Teenager-Problemen ab, wobei im Zentrum der postpubertären Irrungen und Wirrungen das Interesse am anderen Geschlecht steht. Vor allem Carola, das schönste Mädchen der Schule, beschäftigt die Fantasien der Jungs. Insbesondere Frank hofft, endlich ihr Interesse zu wecken. Doch seine ungelenke Annäherungsversuche im Freibad, beim Tanzkurs oder im Partykeller bleiben erfolglos. Auch seine Kumpels tun sich mit dem Anbandeln schwer und suchen Ablenkung bei Bier, Currywurst und Fußball. Vergleiche mit den Flirtstrategien der Elterngeneration helfen den jungen Protagonisten auch nicht viel weiter. Erst bei einem Schulausflug an die Ostsee kommt Bewegung in die amourösen Bemühungen der Jungs. Dort erkennt Frank, dass es außer Carola noch andere reizvolle Mädchen gibt.
Umsetzung
Das Drehbuch des Films beruht auf Kurzgeschichten des Bochumer Schriftstellers Frank Goosen aus seinen Büchern "Radio Heimat" und "Mein Ich und mein Leben". Zu Beginn erzählt Frank in einem humorigen Off-Kommentar von sich und seinen Freunden, wobei der Ich-Erzähler teilweise in die Kamera spricht und so eine direkte Verbindung zum Publikum herstellt. Weitere Zitate aus den Goosen-Büchern finden per Voice Over Eingang in den Film und sorgen mit ihrer dialektgefärbten Sprache für ein authentisches Ruhrpott-Feeling. Zusätzliches nostalgisch gefärbtes Zeitkolorit steuert der gefällige Soundtrack mit etlichen Pop- und Schlagerklassikern bei. Während in der ersten Stunde des Films humoristische Anekdoten dominieren, nimmt das letzte Drittel des Coming-of-Age-Films die Sorgen und Nöte der Protagonisten deutlich ernster, die damit über geläufige Rollenstereotypen hinaus deutliches Profil gewinnen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Deutschunterricht bietet sich ein Vergleich zwischen der Filmstory und den episodenhaften literarischen Vorlagen an: Was wurde warum übernommen, was gestrichen, was verändert? In diesem Zusammenhang liegt es nahe, die Verfilmung des Romans "Junges Licht" von Ralf Rothmann durch Adolf Winkelmann zu betrachten, die ebenfalls im Ruhrgebiet, aber in den 1960er Jahren angesiedelt ist. In beiden Fällen lässt sich eingehend analysieren, wie Ausstattung und Schauplätze, Dialekt und Musik die nostalgische Atmosphäre prägen. In "Radio Heimat" verdeutlichen zudem Rückblenden in die Lebenswelt der Bergarbeiter in den 1960er Jahren nicht nur Parallelen bei Liebesfrust und Liebesglück über Generationen hinweg, sondern lenken auch den Blick auf den ökonomischen Strukturwandel im Ruhrgebiet und den gesellschaftlichen Klimawandel in der Bundesrepublik.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Kleber
,
24.10.2016
,
letzte Aktualisierung:
28.10.2016
Regie
Matthias Kutschmann
Buch
Mattias Kutschmann nach Kurzgeschichten von Frank Goosen
Darsteller*innen
David Hugo Schmitz, Jan Bülow, Hauke Petersen, Maximilian Mundt, Milena Tscharntke, Anja Kruse, Stephan Kampwirth, Sandra Borgmann u.a.
Länge
84 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat "wertvoll"
Verleih
Concorde Filmverleih