Scherbenpark, Neue Visionen

Scherbenpark

Deutschland 2012

Im „Scherbenpark“, einer tristen Hochhaus-Siedlung, ist die zielstrebige, 17-jährige russlanddeutsche Sascha die einzige, die noch Träume hat: Sie möchte ihrer Mutter ein Buch schreiben – und sie will Vadim töten, ihren Stiefvater und Mörder ihrer Mutter. Als Sascha den Journalisten Volker und dessen 16-jährigen Sohn Felix kennen lernt, öffnet sich für sie die Tür ins Bildungsbürgertum – und ihr wird klar, dass sie ihren eigenen Weg finden muss.

Originaltitel

Scherbenpark

Genre

Literaturverfilmung, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Religion/Ethik, Geschichte, Deutsch

Themen

Selbstfindung, Familie, Individuum (und Gesellschaft), Identität, Vorurteile, Medien, Gender/Geschlechterrollen, multikulturelle Gesellschaft, Migrationsgesellschaft, Freundschaft, Sexualität

Kinostart

21.11.2013

Inhalt


mehr Info

Im „Scherbenpark“, einer tristen Hochhaus-Siedlung, ist die zielstrebige, 17-jährige russlanddeutsche Sascha die einzige, die noch Träume hat: Sie möchte ein Buch über ihre Mutter schreiben, mit dem Titel „Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte“. Und sie will Vadim töten, ihren Stiefvater und Mörder ihrer Mutter. Der sitzt allerdings noch für viele Jahre im Gefängnis und so bleibt Sascha dafür noch Zeit. Seit dem Tod ihrer Mutter managt das Mädchen den Alltag ihrer beiden kleinen Geschwister und der entfernten Verwandten, die aus Russland gekommen ist, um sich um die Kinder zu kümmern. Als Sascha den Journalisten Volker und dessen 16-jährigen Sohn Felix kennen lernt, öffnet sich für sie die Tür in ein stylisches Vorort-Haus und ins Bildungsbürgertum – und ihr wird klar, dass sie ihren eigenen Weg finden muss.

Umsetzung


mehr Info

Im Mittelpunkt des Films und der Aufmerksamkeit der Kamera steht die Protagonistin Sascha, großartig verkörpert durch die junge Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer. Man sieht ihr ihre seelischen Verwundungen ebenso an wie die Wut auf ihre Lebensumstände und ihre Entschlossenheit, sich nicht in ein scheinbar vorgezeichnetes Schicksal zu fügen. Es gibt kaum ein Bild, in dem Sascha nicht präsent ist und mit einer Mischung aus Verletztheit und Rebellion deutlich macht, was es bedeutet, den eigenen Weg zu suchen. Im Gegensatz zu Saschas aufgewühlter und bewegter Seelenlandschaft ist ihre Umgebung eintönig und statisch. Die Farben des Films sind gedämpft, die Handlung wurde sogar vom farbenprächtigen Sommer in den tristen Winter verlegt. Auch die Musik setzt nur einige Akzente und nimmt sich angenehm zurück.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Ausgangspunkt zur pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Film ist der unerschütterliche Wille einer jungen Frau, ihr Leben selbst zu bestimmen. Mutig widersetzt sich Sascha den Gesetzen, die in ihrem Hochhaus-Ghetto gelten und ist damit im Widerstreit mit den Anforderungen, die die Gesellschaft, die russendeutsche Community und die Familie an sie stellen. Dabei geht es um die Befreiung von Beleidigungen und Herabsetzungen, von Vorurteilen auf allen Seiten und von Bevormundungen und Zwängen. Zusätzlich liefert „Scherbenpark“ Gesprächsanlässe über die mehr oder weniger gelungene Integration von Spätaussiedlern in die bundesdeutsche Gesellschaft und die kulturellen Gepflogenheiten einer russendeutschen Gemeinschaft. Über unterschiedliche soziale Räume und Strukturen innerhalb einer Stadt kann im Geografieunterricht gesprochen werden.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Sabine Genz, 18.08.2013, letzte Aktualisierung: 15.05.2020

Regie

Bettina Blümner

Buch

Katharina Kress nach einem Roman von Alina Bronsky

Darsteller/innen

Jasna Fritzi Bauer, Ulrich Noethen, Max Hegewald, Vladimir Burlakow

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm, digital

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Neue Visionen

Festivals

Filmfestival Max Ophüls Preis: Preis Bestes Drehbuch und Beste Hauptdarstellerin, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2013: Publikumspreis, FIPRESCI-Preis der Jury der deutschsprachigen Filmkritik

Impressum
Sitemap
Datenschutz