Filmplakat Speer goes Hollywood

Speer goes to Hollywood

Israel 2021

Der Film basiert auf Tonaufzeichnungen, die aus 1971 geführten Gesprächen eines Drehbuchautors mit Albert Speer stammen. Dokumentiert werden dessen skrupellose Versuche, sich mithilfe eines damals geplanten, jedoch nicht realisierten Hollywood-Films über seine Person von der nationalsozialistischen Vergangenheit reinzuwaschen. Visuell ergänzt um teils unbekannte Archivaufnahmen entsteht ein facettenreiches Bild einer umstrittenen, lange vom Mythos des guten Nazis zehrenden Figur der Zeitgeschichte.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Deutsch, Ethik, Kunst, Religion

Themen

Biografie, Deutsche Geschichte, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Ideologie, Politik, Manipulation, Schuld, Verantwortung, Werte

Kinostart

11.11.2021

Inhalt


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Albert Speer war im Machtgefüge des Nationalsozialismus ein enger Vertrauter Hitlers. Der Architekt sollte als Generalbauinspektor Berlin zur Welthauptstadt umbauen, als Reichsminister für Bewaffnung und Munition war er ab 1942 unter anderem verantwortlich für das oftmals grausam tödlich endende Schicksal von Millionen NS-Zwangsarbeitern. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1946 war er mit einer Haftstrafe von 20 Jahren davongekommen, in deren Verlauf er bereits mit der Niederschrift seiner Erinnerungen begann, die nach der Entlassung aus der Haft als autobiografisch geschönter Bestseller veröffentlicht wurden. Speer versuchte den Mythos des guten Nazi zu festigen, als Paramount Pictures 1971 plante, unter seiner Mitwirkung am Drehbuch die „Erinnerungen“ zu verfilmen. Der Film kam jedoch nicht zustande. Entlang der seinerzeit aufgezeichneten Gespräche zwischen dem vorgesehenen Drehbuchautor und Speer dokumentiert der Film Speers Unterfangen, sich von Schuld und Verantwortung reinzuwaschen.

Umsetzung


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Während Speer bei dem gescheiterten Hollywood-Projekt ein weniger der historischen Wahrheit verpflichteter Künstlerbiografie-Film vorschwebte und seine persönliche Schuld immer wieder zu relativieren trachtete, unternimmt es Lapas Film, sich den Fakten und der (Mit-)Verantwortung des Protagonisten für die NS-Vergangenheit mit den Mitteln des Dokumentarfilms zu nähern. Dazu dienen aus der Recherche zum geplanten Film erstmals veröffentlichte Gesprächsausschnitte aus dem insgesamt über 40-stündigen Tonbandmaterial, stimmig ergänzt um kontextaufschließende Archivfoto- bzw. Filmbildmaterialien. Aus der Komposition des den Film strukturierenden Audio-Interviewmaterials mit Speer, filmischen Archivmaterialien, die ihn sowohl in der Zeit vor Beginn des Kriegs als auch während desselben zeigen, und Privataufnahmen nach seiner Haftentlassung entsteht ein komplexes Porträt dieser höchst umstrittenen Figur der NS- und darauf folgenden Zeitgeschichte.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit geschichtlichen Vorkenntnissen zur besseren Erschließung und Einordnung des Gezeigten bietet der Film schulisch wie außerschulisch gute Anknüpfungsmöglichkeiten: Zum einen thematisch, um sich auf Basis teilweise unbekannter Archivmaterialien mit einer in NS-Geschichte und darüber hinaus besonders verstrickten, gleichwohl vom Mythos des guten Nazi zehrenden Figur auseinanderzusetzen. Auch wenn Speer einer der exponierten Verantwortlichen des Regimes war, lässt sich angesichts der in seiner Biografie gut nachvollziehbar werdenden Haltung der Verdrängung und Verleugnung von Täterverantwortung und Mitschuld eine keineswegs nur singuläre, sondern von vielen als „normal“ empfundene bundesrepublikanische Nachkriegsmentalität exemplarisch diskutieren. Zum anderen bietet sich für eine filmanalytische Betrachtung die aufschlussreiche Art der Kompilation und Komposition der Materialien an, wodurch mit filmischen Mitteln versucht wird, Speers Einflussnahmeversuche zu dokumentieren.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Middel, 27.10.2021, letzte Aktualisierung: 03.11.2021

Regie

Vanessa Lapa

Buch

Vanessa Lapa, Joelle Alexis

Darsteller/innen

Mitwirkende: Albert Speer u. a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

englisch-deutsche Originalfassung, teilweise mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe, Schwarz-Weiß

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Edition Salzgeber

Festivals

Internationale Filmfestspiele Berlin 2020, Jerusalem Filmfestival 2020

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