Filmplakat Spuren - Die Opfer des NSU

Spuren - Die Opfer des NSU

Deutschland 2019

Zwischen 2000 und 2007 wurden zehn Menschen von der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet, darunter acht türkischstämmige Männer. Im Prozess von 2013 bis 2018 blieben – nicht nur aus Sicht der Opferangehörigen – viele Fragen offen und waren die Strafen teilweise zu mild. Der Film dokumentiert, wie die Hinterbliebenen versuchen, mit dem jahrelangen Geschehen umzugehen und insbesondere das Andenken an die Opfer lebendig zu halten.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Politik, Geschichte, Religion, Ethik, Psychologie, Deutsch, fächerübergreifend: Demokratieerziehung

Themen

Opfer, Gewalt, Tod/Sterben, Trauer/Trauerarbeit, Gedenken, Recht und Gerechtigkeit, Familie, Integration, Rechtsterrorismus, Täter

Kinostart

13.02.2020

Inhalt


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Zwischen September 2000 und April 2007 wurden zehn Menschen von der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet, darunter acht türkischstämmige Männer. Die polizeilichen Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von Vorurteilen. Erst ab 2011 wurde die Täterschaft des NSU aufgedeckt. Im Prozess von 2013 bis 2018 blieben aus Sicht der Opferangehörigen allerdings viele Fragen offen und das Strafmaß teilweise so mild, dass ihr Glaube an den Rechtsstaat grundlegend erschüttert wurde. Der Film dokumentiert, wie die Angehörigen versuchen, mit dem jahrelangen Geschehen umzugehen und insbesondere das Andenken an die Opfer lebendig zu halten.

Umsetzung


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Der Film bietet keine (weitere) täterzentrierte Aufarbeitung der NSU-Verbrechen, auch keine Analyse des teilweise unbefriedigenden Gerichtsverfahrens. Regisseurin Aysun Bademsoy stellt ihren Film vielmehr konsequent in den Dienst der oftmals vernachlässigten Perspektive der Hinterbliebenen und kompensiert gewissermaßen den medialen Mangel der Opferperspektive. Bademsoy begleitet Familienangehörige der Opfer an den verschiedensten Orten in ihrem Alltag. Sie gibt ihnen Raum für ihre Schilderungen vom Zeitpunkt der Morde und von ihren Erfahrungen mit dem NSU-Prozess. Sie gestaltet ihren Film behutsam und lässt auch Momente der Stille zu, um die Trauer der Angehörigen sowie ihre ganz unterschiedlichen Formen des Gedenkens und des Umgangs mit dem brutal herbeigeführten Verlust spürbar zu machen. Gespräche und Kommentare wirken persönlich, unmittelbar und transportieren Nähe zwischen der Regisseurin und ihren Protagonist*innen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Da der Film die zugrundeliegenden Verbrechen der rechtsextremen Terrorgruppe NSU nicht ausführlich behandelt, müssen diese Ereignisse für das Gesamtverständnis des Dokumentarfilms zunächst vorbereitend im Unterricht thematisiert werden. Ebenso sollte der Gerichtsprozess Unterrichtsgegenstand sein – was ist ein „Rechtsstaat“ und welchen Unterschied gibt es zwischen „Recht“ und „Gerechtigkeit“? Warum werden die Urteile des NSU-Prozesses so unterschiedlich bewertet? Zentral sollte dabei immer die Perspektive der Opfer bzw. ihrer Angehörigen und Hinterbliebenen sein. Hier können weiter Fragestellungen z. B.: lauten: Mit welchen unmittelbaren und mit welchen Langzeitfolgen müssen sie umgehen? Welche Formen des Gedenkens und der Trauer gibt es bzw. sind im Film zu sehen? Heilt die Zeit wirklich alle Wunden? Fühlen sie sich in Deutschland noch zu Hause? Und: Welche Formen der (staatlichen)Wiedergutmachung bzw. nachträglicher Gerechtigkeit könnte es geben?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Olaf Selg, 03.02.2020, letzte Aktualisierung: 19.03.2020

Regie

Aysun Bademsoy

Buch

Aysun Bademsoy

Darsteller/innen

Mitwirkende: Hinterbliebene der Opfer

Länge

81 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Deutsch und Türkisch, türkische Passagen mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Edition Salzgeber

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