Filmplakat zu "Unplugged Leben: Guaia Guaia"

Unplugged Leben: Guaia Guaia

Deutschland 2012

Luis und Elias leben ihren Traum: Sie sind Straßenmusiker und ziehen durch ganz Deutschland. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste, zwei umgebaute Mülltonnen dienen ihnen als Transportmittel für ihr musikalisches Equipment. Ihre Auftritte haben sie in Fußgängerpassagen und Kneipen. Jeden Tag müssen sie nach einer neuen Bleibe suchen und notfalls schlafen sie auch mal in einem Zug auf dem Abstellgleis. Eine Weile leben sie in einem S-Bahnhäuschen und zapfen sich heimlich Strom von der Bahn. Auch sonst leben sie ohne doppelten Boden: Sie haben keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Krankenversicherung und keine regelmäßigen Geldeinnahmen. Und doch strahlen sie eine große Lebenslust aus, wirken auffallend zuversichtlich, zufrieden und angstfrei.

Originaltitel

Unplugged Leben: Guaia Guaia

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Philosophie, Religion/Ethik, Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Musik, Kunst

Themen

Freiheit, Rebellion, Musik, Werte, Gesellschaftskritik/Individuum und Gesellschaft, Freundschaft, Identität, Abenteuer

Kinostart

11.07.2013

Inhalt


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Luis und Elias leben ihren Traum: Sie sind Straßenmusiker und ziehen durch ganz Deutschland. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste, zwei umgebaute Mülltonnen dienen ihnen als Transportmittel für ihr musikalisches Equipment. Ihre Auftritte haben sie in Fußgängerpassagen und Kneipen. Jeden Tag müssen sie nach einer neuen Bleibe suchen und notfalls schlafen sie auch mal in einem Zug auf dem Abstellgleis. Eine Weile leben sie in einem S-Bahnhäuschen und zapfen sich heimlich Strom von der Bahn. Auch sonst leben sie ohne doppelten Boden: Sie haben keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Krankenversicherung und keine regelmäßigen Geldeinnahmen. Und doch strahlen sie eine große Lebenslust aus, wirken auffallend zuversichtlich, zufrieden und angstfrei.

Umsetzung


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Etwa zwei Jahre lang begleitete der Filmemacher Sobo Swobodnik die zwei jungen Männer auf ihrer Reise, wobei es nie klare Zeitangaben gibt. Auch die Route bleibt im Ungenauen. Damit entspricht der filmische Stil dem Lebensgefühl der Beiden: Sie leben im Hier und Jetzt, zentral ist die Musik. Diese erhält in Swobodniks Film viel Raum, etwa durch zahlreiche Konzertszenen. Auch setzt er die Kompositionen, Liedtexte und Klänge von Luis und Elias optisch in Szene, indem er den Montagerhythmus an sie anpasst, stimmige Bilder findet und dem Film streckenweise eine sehr deutliche Videoclipästhetik verleiht. Die Kameraführung korrespondiert ebenfalls mit dem Empfinden der Protagonisten: Während sie sich in Momenten, in denen Luis und Elias ihrem Traum von sich selbst und einem Leben in Freiheit am nächsten kommen, mit großer Dynamik, im Grunde entfesselt bewegt, ist sie dann, wenn die bürgerliche Wirklichkeit dominiert, wesentlich statischer. Zur Besonderheit der Filmsprache gehören außerdem immer wiederkehrende Comicelemente, die mit den Realbildern vermischt werden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Ihre Kunst, ihre Beweglichkeit und ihre Freundschaft sind für Luis und Elias das höchste Gut. Dem ordnen sie alles andere unter. Ihr Verzicht auf vieles scheinen sie jedoch nicht als solchen zu empfinden, im Gegenteil: Jeglicher Konsum ist ihnen ein Gräuel und Mangel löst bei ihnen erhöhte Kreativität aus. Offenbar setzen sie um, wonach viele sich sehnen, aber nicht den Mut dazu haben: Die radikale Suche nach dem Ureigenen, ein freies, autarkes und unabhängiges Leben. Luis und Elias schwimmen gegen den Strom, weil sie sich rein an ihren eigenen Maßstäben, ihrem eigenen Wertesystem und ihrer eigenen Philosophie orientieren. So lässt sich in Philosophie, Ethik oder Religion diskutieren, woher diese Sehnsucht kommt, aber auch, ob eine solche extreme Lebensform tatsächlich nötig ist, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, innerlich frei und mit sich selbst stimmig zu sein. In Sozialkunde oder Gemeinschaftskunde können die gesellschaftskritischen Ideale der Beiden genauer betrachtet werden sowie in welchen verschiedenen Traditionen ihr Lebenskonzept zu sehen ist. In Kunst und Musik kann die besondere filmische Form beziehungsweise der musikalische Stil der Band untersucht werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 03.06.2013, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Sobo Swobodnik

Buch

Sobo Swobodnik

Darsteller/innen

Mitwirkende: Elias Gottstein, Carl Luis Zielke

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

W-film

Festivals

Publikumspreis – Internationales Filmfest München 2012, „Neues Deutsches Kino“, Publikumspreis & Jurypreis – Get Rich Filmfestival Offenbach 2012, u.a.

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