Schulprojekt der Berlinale 2024

Das Berlinale Schulprojekt ermöglicht zahlreichen Schulklassen intensive Filmerlebnisse bei einem der wichtigsten Filmfestivals weltweit. Im Anschluss an den Film arbeiten die Schüler*innen an einem gemeinsamen Projekt zum Film, das ihnen neue Perspektiven auf sich selber, ihre Mitschüler*innen, auf Filme, Kunst und unsere sich stetig veränderde Welt vermittelt.  

25 Schulklassen aus Grund- und Oberschulen in Berlin und Brandenburg hatten die einmalige Gelegenheit Festivalluft zu schnuppern und die spannenden Beiträge in der Sektion Generation Kplus und Generation 14plus zu sichten. Die beiden Medienpädagog*innen Dr. Martin Ganguly und Kathrin Hillers unterstützen die Lehrkräfte bei der Filmauswahl und betreuten die anschließenden Projekte.

Bei den Abschlussveranstaltungen präsentierten die teilnehmenden Schüler*innen ihrer Projektergebnisse: Schüler*innen und Lehrkräfte der Grundschulen wurden in die Aula einer der beteiligten Schulen eingeladen um sich gegenseitig an Projektstationen von ihren Festivalerlebnisse und der weiteren Auseinandersetzung mit dem Film zu berichten. Für die Abschlussveranstaltung der Oberschulen wurde das Central Kino in Berlin gemietet: Die Schüler*innen hatten die Aufgabe einen 5- bis 7- minütigen Film über ihre Projektarbeit zu erstellen. Im Anschluss an das Screening der einzelnen Filme kamen die Schüler*innen für ein Q&A auf die Bühne und das Publikum konnte Fragen stellen. Die Ergebnisse zu den einzelnen Filmen sowohl der Grunschulklassen, als auch der Oberschulen haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengetragen. 

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Website der Berlinale

Fox and Hare Save the Forest

Regie:   Mascha Halberstad, Niederlande / Belgien / Luxemburg 2024, 71 Min
empfohlen ab 5 Jahre

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Auf einer großen Waldlichtung weiht Biber, ein kleines Tier mit großem Ego, sein Meisterwerk ein: einen gigantischen Damm. Mithilfe von zwei Ratten blockiert er den Flusslauf, das Wasser steigt, und in kürzester Zeit ist ein riesiger See entstanden. Biber ist sehr stolz auf sich, aber zu seiner Enttäuschung gibt es niemanden, der diese Großtat bewundert. Anderswo im Wald haben Fuchs und Hase eine Party mit ihren Freund*innen gefeiert. Als Eule von dem Fest nach Hause kommt, entdeckt er, dass seltsame Wasserströme an seinem Baum vorbeifließen. Er gerät in Panik und flieht in den Wald. Am nächsten Tag bemerken Fuchs und Hase, dass Eule verschwunden ist. Sie machen sich mit ihren Freund*innen auf den Weg, um ihn zu suchen, und entdecken den Stausee. Wo kommt das ganze Wasser her? Während sie noch nach Eule Ausschau halten, steigt der Pegel, und bald droht eine Überschwemmung. Beim Versuch, den Wald zu retten, wird ihre Freund*innenschaft auf eine harte Probe gestellt.

Raíz

Regie:   Franco García Becerra, Peru / Chile 2024, 83 Min
empfohlen ab 7 Jahre

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Der achtjährige Feliciano verbringt seine Tage mit dem Hüten von Alpakas in einer abgelegenen Andenregion. Seine einzigen Freunde sind Ronaldo, ein junges Alpaka, und Rambo, ein alter Hund. Ihnen erzählt er alles über Fußball und die WM-Qualifikationsspiele der peruanischen Nationalmannschaft. Doch hinter der scheinbar eintönigen, friedlichen Routine verbirgt sich eine bedrohliche Realität: ein verseuchter See und die Sorgen seiner Eltern. Ein Bergbauunternehmen macht den Bewohner*innen der Gemeinde Druck, ihr Land zu verkaufen, und greift zur Einschüchterung zu radikalen Mitteln: Mehrere Alpakas werden mit aufgeschlitzter Kehle vorgefunden. Die Behörden ignorieren alle Hilferufe; Feliciano und das Dorf sind auf sich allein gestellt. Als eines Tages Ronaldo verschwindet, beginnt für Feliciano eine verzweifelte Suche. Währenddessen schließen seine Eltern und Nachbar*innen sich zusammen, um gemeinsam gegen das Unternehmen vorzugehen …

Sieger sein

Regie:  Soleen Yusef, Deutschland 2024, 119 Min
empfohlen ab 9 Jahre

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Die elfjährige Mona ist mit ihrer siebenköpfigen kurdischen Familie aus Syrien geflüchtet und in Berlin gelandet, genauer gesagt im Bezirk Wedding. Dort kommt sie an eine berüchtigte Grundschule. 90 Prozent „Ausländeranteil“. Hier herrscht Chaos. Die meisten Lehrkräfte sind mit den Nerven am Ende, und bei den Schüler*innen steigt das Frustlevel täglich. Auch bei Mona. Deutsch kann sie kaum, dafür aber Fußball. In ihrer Heimat hat sie oft mit ihren Freund*innen auf der Straße Fußball gespielt. Sie vermisst ihr Zuhause, die Freund*innen und besonders ihre Tante Helin. Sie war Monas Heldin und hat deren Fußballleidenschaft stets unterstützt. In Deutschland ist alles anders. Herr Che, ein engagierter Lehrer, erkennt Monas außergewöhnliches Talent und nimmt sie in die Mädchenmannschaft auf. Gut gemeint, aber alles andere als einfach. Mona gilt schnell als Außenseiterin, und das Zusammenspiel mit den anderen Mädchen gestaltet sich schwieriger als gedacht. Jede von ihnen kämpft ihre eigenen Kämpfe, doch bald wird klar: Nur wenn sie zusammenspielen, können sie gewinnen.

 

Los tonos mayores

Regie:   Ingrid Pokropek, Argentinien / Spanien 2023, 101 Min
empfohlen ab 10 Jahre

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Die 14-jährige Ana lebt mit ihrem Vater Javier, einem Künstler und Lehrer, in Buenos Aires. Seit einem Unfall hat sie eine Metallplatte im Arm. Während der Winterferien spürt Ana plötzlich rhythmische Impulse in dieser Platte. Ihrem Vater erzählt sie nichts davon, aber zusammen mit ihrer Freundin Lepa komponiert sie, inspiriert von den Signalen, ein Musikstück, den „Heartbeat Song“. Nach einem Streit mit Lepa läuft Ana eines Nachts allein durch die Straßen und begegnet dabei zufällig einem jungen Soldaten, der ihr enthüllt, was wirklich hinter den Impulsen steckt: Es sind Morsezeichen. Ana kommt zu der Erkenntnis, dass ihr Arm als Antenne zur Übermittlung einer verschlüsselten Botschaft dient, und ist fest entschlossen, den Code zu knacken. Während sie immer tiefer in ein Labyrinth von geheimen Nachrichten vordringt, entfernt sie sich zugleich immer mehr von ihrer Freundin und von ihrem Vater. Von der Harmonie der ersten Ferientage ist nicht mehr viel übrig, und Ana fragt sich mit zunehmender Besessenheit, ob die Worte speziell an sie gerichtet sind. Ein fantasievolles Märchen über Musik, geheime Botschaften und kalte Wintertage.

It's Okay!

Regie: Kim Hye-young, Südkorea 2023, 102 Min
empfohlen ab 11 Jahre

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Während In-young und ihre Mitschüler*innen von der Seoul International Arts Company in Übersee auftreten, stirbt zu Hause in Korea In-youngs Mutter auf tragische Weise. In-young übersteht tapfer das schwierige erste Trauerjahr. Als ihr wegen überfälliger Mietzahlungen die Zwangsräumung droht, zieht sie heimlich ins Gebäude ihrer Tanzschule. Seol-ah, die Chefchoreografin, entdeckt In-youngs Unterschlupf und nimmt sie widerwillig bei sich zu Hause auf. Die Aufführung zum 60-jährigen Jubiläum der Kompanie steht bevor, und Seol-ah fühlt sich unter Druck gesetzt, eine tadellose Show abzuliefern. Währenddessen wird In-young zur Zielscheibe von Neid und Mobbing durch die Spitzentänzerin des Ensembles. Allmählich lernen In-young und Seol-ah, ihre Erwartungen mit der Realität in Einklang zu bringen, und finden unerwarteten Trost in ihrem Miteinander.

 

Young Hearts

Regie: Anthony Schatteman, Belgien / Niederlande 2024, 97 Min
empfohlen ab 11 Jahre

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Mitten im Schuljahr lernt der 14-jährige Elias seinen neuen Nachbarn Alexander kennen, einen Jungen aus Brüssel, der selbstbewusst und eigenwillig wirkt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb. Ob er eine Freundin hat, will Alexander von Elias wissen – und verrät ihm ohne zu zögern, dass er selbst auf Jungs steht. Elias genießt die Zeit mit Alexander. Die Gefühle, die in ihm aufkeimen, behält er jedoch lieber für sich. Aus Angst vor den Reaktionen seines Umfelds verstrickt er sich in ein Netz aus Lügen, bis er sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als Alexander zurückzustoßen. Er fühlt sich völlig allein. In den Erzählungen seines Großvaters und dessen Liebe zu seiner verstorbenen Frau findet Elias Trost und Bestärkung. Elias erkennt, dass Liebe zu kostbar ist, um sie entgleiten zu lassen. Er muss Alexander zurückgewinnen …!

 

Maydegol

Regie: Sarvnaz Alambeigi, Iran / Deutschland / Frankreich 2024, 73 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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Eine afghanische Jugendliche, deren Eltern nach Iran eingewandert sind, kämpft für ihren Traum, professionelle Muay-Thai-Boxerin zu werden. Weder die konservative Haltung ihrer Familie noch körperliche Misshandlungen oder die Immigrant*innenfeindlichkeit ihres Umfelds können sie davon abhalten. Die Boxkurse finanziert sie ohne das Wissen ihrer Eltern, indem sie Tag und Nacht arbeitet. Mit ihrem Sport will sie nicht nur im Ring Erfolg haben, sondern auch die Schwierigkeiten des Lebens überwinden. Maydegol zeigt die Beharrlichkeit der Generation Z, die ihrem scheinbar düsteren Schicksal entkommen will und ihre Rechte einfordert, wobei insbesondere junge Frauen nach Freiheit suchen – auch auf die Gefahr hin, ihr Leben zu verlieren. Ein Film, der als Spiegel dient, um die eigene Stärke zu erkennen.

Ellbogen

Regie: Aslı Özarslan, Deutschland / Türkei / Frankreich 2024, 86 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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Hazals sehnlichster Wunsch: ein Leben. Trotz vieler Bewerbungen wird sie zu keinem einzigen Gespräch eingeladen. Stattdessen sitzt sie in einer Bildungsmaßnahme vom Jobcenter fest, die ihr auch keine neuen Möglichkeiten eröffnet. Aber an ihrem 18. Geburtstag fühlt sich Hazal stark. Es ist wie in alten Zeiten, als sie und ihre Freundinnen dachten, sie könnten alles erreichen, solange sie nur zusammenhalten. Erst als sie in der Schlange vor einem hippen Club stehen, wird Hazal klar, dass sie hier nicht hingehören. Und sie behält recht. Der Türsteher lässt sie abblitzen. Auf dem Heimweg werden sie von einem überheblichen Studenten belästigt, die Situation eskaliert. Die Wut über die nicht endende Ablehnung eruptiert und führt zu einer folgenschweren Tat. Hazal flieht Hals über Kopf nach Istanbul, eine fremde Stadt in einem ihr unbekannten Land. Dort muss sie allein überleben, koste es, was es wolle. Ellbogen erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aus der Gesellschaft verdrängt wird und die Weichen ihres Lebens neu stellen muss. Man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

Xiao Ban Jie - The Great Phuket

Regie: Liu Yaonan, Hongkong, China / Frankreich / Deutschland / Belgien 2024, 97 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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Der 14-jährige Li Xing lebt in einer südchinesischen Stadt in einem Bezirk namens Great Phuket, der von Zerfall und Wiederaufbau gekennzeichnet ist. Sein Vater ist verstorben, mit seiner Mutter kommt er nicht gut zurecht; sie weigert sich, das zum Abriss vorgesehene Haus der Familie zu verlassen. Auch in der Schule hat er nichts als Probleme. Eines Tages entdeckt Li zusammen mit seinem einzigen Freund Song einen Tunnel, der zum Unterschlupf wird. Die Geräusche der Stadt hallen dort wider, und auch Lis Gedanken und Gefühle finden hier einen Raum. Bei einer Verfolgungsjagd mit den Wachleuten einer verlassenen Fabrik wird Song so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus muss. Verzweifelt, voller Schuldgefühle und einsamer denn je kehrt Li in den Tunnel zurück. Doch dort gehen merkwürdige Dinge vor sich. Der Tunnel scheint zum Leben zu erwachen, Lis traurige Erinnerungen werden immer beklemmender. Schritt für Schritt findet er zurück in die Außenwelt. Was von seiner Reise bleibt, sind Lis Gefühle und Gedanken zu seinem Land und den Menschen, die ihn umgeben – auf mysteriöse Weise gespeichert von den Steinen des Tunnels.

 

Last Swim

Regie:  Sasha Nathwani, Vereinigtes Königreich 2024, 100 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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Ziba ist eine intelligente und ehrgeizige junge Londonerin. Sie ist stolz auf ihre iranische Herkunft, ist gewissenhaft und vernünftig, hat aber auch nihilistische Tendenzen. Vielleicht hängt das mit ihrem Faible für Astronomie zusammen, vielleicht sehnt sie sich nach glücklicheren Zeiten. Obwohl sie als einzige unter ihren engen Freund*innen bei den Schulabschlussprüfungen gute Ergebnisse erzielt hat, fällt es ihr schwer, optimistisch zu bleiben. Zusammen wollen die Jugendlichen einen Tag im sommerlich heißen London verbringen und ein einmaliges Himmelsereignis beobachten. Insgeheim plant Ziba einen unumkehrbaren Schritt, der ihr – ihrer Meinung nach – die Kontrolle über ihr Leben zurückgeben wird. Gefangen zwischen einer tiefen Leidenschaft fürs Leben und dem überwältigenden Wunsch, Hoffnungslosigkeit und Ängsten ein Ende zu setzen, muss Ziba lernen, Träume loszulassen und mit der Ungewissheit zurechtzukommen.

 

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