Filmheft DAS KALTE HERZ

Abbildung des Covers des Filmhefts zu DAS KALTE HERZ

Der Köhlerjunge Peter Munk lebt trotz harter Arbeit in Armut. Von anderen Handwerkern gedemütigt, träumt Peter von Reichtum und Anerkennung. Und tatsächlich geht es aufwärts, als ihm das geheimnisvolle Glasmännchen drei Wünsche erfüllt: Von nun an hat Peter immer so viel Geld in den Taschen wie der reiche Holzhändler Etzel, löst dessen Sohn Bastian als „Tanzbodenkönig“ ab und ist stolzer Besitzer der schönsten Glashütte des Schwarzwalds. Doch um die Glasmachertochter Lisbeth zu heiraten, benötigt Peter noch mehr Geld. Der finstere Holländer-Michel hat die Lösung: Wenn Peter sein Herz hergibt, ist der Weg frei für eine erfolgreiche Karriere ohne Angst und Skrupel.

Schon die Textvorlage von Wilhelm Hauff beginnt mit einer präzisen Darstellung der Situation im Schwarzwald zu Beginn des 19.Jahrhunderts: Der Holzhandel und die beginnende Industrialisierung zerstören die alten Waldbestände und führen zu sozialen Verwerfungen. Die mit Frederick Lau, Moritz Bleibtreu sowie Milan Peschel prominent besetzte und atmosphärisch sehr dichte Neuverfilmung von Johannes Naber (ZEIT DER KANNIBALEN) knüpft hier an und zeigt das raue Leben der Handwerker in stimmungsvoller Gebirgslandschaft. Die Präsenz des Irrationalen, verbunden mit einer wachsenden Ökonomisierung – diese Zutaten rücken den Film aus fernen Zeiten nah an die Gegenwart.

Im Unterricht kann der Film gewinnbringend im Kontext fantastischer Literatur oder als Beispiel für Literaturverfilmungen eingesetzt werden. Die sorgfältige Aufarbeitung des historischen Szenarios und der ökonomisch-sozialen Konflikte bietet Anschauungsmaterial für die gesellschaftskundlichen Fächer; das Geschäft mit dem Holländer-Michel und die anschließende Persönlichkeitsveränderung wiederum regen zum Nachdenken über die Frage nach Lebenszielen und Wertvorstellungen in einer ökonomisierten Welt an. Dementsprechend konzentrieren sich die Unterrichtsmaterialien, die VISION KINO in Zusammenarbeit mit dem Weltkino Filmverleih erstellt hat, nicht allein auf den Vergleich mit der Textvorlage, sondern greifen eine Reihe inhaltlicher Motive auf, beschäftigen sich mit Fragen der filmischen Dramaturgie und der Anbindung an die soziale Wirklichkeit im Schwarzwald um 1800. Das Filmheft richtet sich an Schüler/innen ab der 7. Klasse und ist im Rahmen des Unterrichts in den Fächern Deutsch, Sozial- und Gemeinschaftskunde, Geschichte, Geografie, Ethik, Religion und Philosophie einsetzbar.

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