Materialsammlung DEUTSCH LERNEN MIT FILMEN

VISION KINO hat zu fünf Kinder- und Jugendfilmen Materialien, die sich besonders für den Unterricht in Klassen mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen eignen, veröffentlicht. Hierfür hat VISION KINO in einem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Pilotprojekt eine Reihe von Kinder- und Jugendfilmen sowie dazugehörige Arbeitsblätter und Materialien im Schulunterricht mit Migranten/innen und Geflüchteten erprobt. Die Zielsetzung war herauszufinden, was die Bedürfnisse der Lehrenden in diesen Klassen sind, welche Filme und Handlungen die Kinder und Jugendlichen verstehen und auf welche Weise diese zu ihrer sprachlichen und kulturellen Bildung beitragen. Fünf Filme aus dem Pilotprojekt wurden von den Schulklassen und den Lehrkräften als besonders geeignet eingeschätzt. Die Unterrichtsmaterialien enthalten insbesondere Übungen zum Sprachverständnis, zur Nacherzählung einer Filmhandlung und zur Beschreibung von Filmfiguren.

Der Lada ist los: Mit TSCHICK kommt eine Geschichte ins Kino, die als Roman bereits ein großer Erfolg war. Zwei vierzehnjährige Außenseiter fahren im geklauten Gebrauchtwagen durch Brandenburg. Da steckt viel Spaß und Abenteuer drin, aber auch eine Geschichte über Freundschaft, Mut und die Suche nach dem eigenen Ich. Die Unterrichtsmaterialien nutzen den Film TSCHICK als Motivation für Schreib- und Sprechanlässe, bieten Aufgaben für die Wortschatzerweiterung und Übungen zum Leseverständnis und sollen auf diese Weise zur Sprachbildung beitragen. Im Vordergrund steht hierbei immer die Auseinandersetzung mit dem Film. 

Die Geschichte des Waisenmädchens Heidi, welches mit zwei sehr unterschiedlichen Lebenswelten – erst der abgeschiedenen Alm, dann der großbürgerlichen Stadtwohnung – konfrontiert wird und schließlich eine wichtige Entscheidung trifft, bietet viele Anknüpfungspunkte für Kinder, die sich an neuen und ungewohnten Orten zurechtfinden müssen. Zudem ist der Film aufgrund seiner eindrucksvollen Bildsprache und sparsam gesetzten Dialoge gut verständlich und bietet Anlass für Gespräche über eine Reihe von Themen, etwa Familie, Freundschaft, Stadt und Land sowie Heimat und Heimweh.

Auch Paddington ist ein Geflüchteter: Nachdem ein Erdbeben den Lebensraum im peruanischen Regenwald zerstört hat, wird der kleine Bär nach London geschickt, um dort eventuell ein besseres Leben bei einem Forscher zu finden, den die Bären seinerzeit im Regenwald kennengelernt hatten. Unsicher und ziellos landet der Bär schließlich am Bahnhof Paddington, wo ihn Familie Brown antrifft und kurzerhand für eine erste Nacht aufnimmt. Aus dem Kontakt entstehen Verbindungen, aus den Verbindungen Verantwortung und aus den Fremden werden Freunde. Der Film ist unterhaltsam und temporeich und bietet – ohne dabei ältere Schüler/innen zu unterfordern – für die  jüngsten Schüler/innen eine leichte Verständnisebene.  

In VORSTADTKROKODILE formiert sich eine Clique von Jugendlichen, die zufällig einer Diebesbande auf die Schliche kommt und sie auf eigene Faust verfolgt und stellt. Scharf und romantisierend zugleich zeichnet der Film das Bild einer typischen deutschen Vorstadt mit ihren Problemen und den verborgenen Orten, die die Jugend für sich entdeckt. Die Jugendlichen reden miteinander, lachen, streiten und erleben gemeinsam Abenteuer – ein spannender Anlass, um menschliche Gefühle und den Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung miteinander zu betrachten.

Die 14-jährige Mika ist unzufrieden mit sich und der Welt, mit der Schule und ihren Eltern. Statt mit ihrer besten Freundin ins Ferienlager fahren zu können, schicken ihre Eltern sie über den Sommer auf den Reiterhof der strengen Großmutter, wo sie wegen schlechter Schulnoten für die Nachprüfung lernen soll. Hier findet Mika in dem unbändigen Pferd Ostwind überraschend ein Gegenüber, mit dem sie die eigenen Stärken entdeckt. Eine faszinierende Annäherung, die Mädchen wie Jungs packt und viel über intuitives Verstehen ohne Sprache erzählt.

VINCENT WILL MEER ist ein Roadmovie, in dem sich drei junge Erwachsene, die an unterschiedlichen psychosomatischen Erkrankungen leiden (Tourette-Syndrom, Essstörung, Zwangsneurose), auf eine gemeinsame Reise begeben und miteinander die Normalität des Leben wiederentdecken. Die Auseinandersetzung mit den Krankheitsbildern, mit der Frage nach Selbstständigkeit trotz Handicaps und nach dem Umgang des persönlichen Umfelds damit sind wichtige Themen, die von Jugendlichen anlässlich dieses Filmes gut diskutiert werden können.

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