Inhalt
In Washingtoner Politzirkeln gilt die Lobbyistin Elizabeth Sloane als ebenso skrupellos wie ehrgeizig. Als sie jedoch gegen ein neues, restriktives Waffengesetz agieren soll, verblüfft sie alle: Sloane wechselt die Agentur und schlägt sich auf die Seite der Befürworter. Mit ausgewählten Überläufern macht sie der Waffenlobby das Leben schwer, ohne allerdings ihre Methoden zu ändern. Kalt berechnend, mit allen Tricks sammelt sie Stimmen und Spendengelder zugunsten der Gesetzesvorlage. Aber auch die Gegenseite schläft nicht: Ein Prozess vor der Ethikkommission des Senats soll ihre Integrität beschädigen. Alte Verfehlungen drohen das Kampagnenziel zu gefährden. Doch die gewiefte Strategin Elizabeth Sloane ist immer noch für eine Überraschung gut.
Umsetzung
Der kühle Politthriller leistet sich eine ungewöhnliche Heldin: Sollte Elizabeth Sloane aus Idealismus handeln, sieht man ihr das nicht an. Gezeigt werden stattdessen die Mechanismen eines Systems unsichtbarer Einflussnahme, in dem nur der Cleverste eine Chance hat. Die Lobbyarbeit aller Seiten ist ein Geschäft hinter verschlossenen Türen, die Inszenierung daher notwendig ein Kammerspiel. Temporeiche, teils äußerst komplexe Dialoge sollen die Schwierigkeit der Darstellung keineswegs überspielen, sondern die Vielschichtigkeit des Themas anschaulich machen – in dieser Bürowelt aus Stahl und Glas ist nichts, wie es scheint. Für dramatische Spannung ist dennoch gesorgt. Geboten werden Handlungselemente wie Spionage, Verrat und sogar ein Attentat, vor allem aber tatsächlich überraschende Wendepunkte bis zum Schluss.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Begriff „Lobbyismus“ dient meist als Schlagwort ohne konkretes Wissen um Prozesse und Akteure. „Die Erfindung der Wahrheit“ bringt ein wenig Licht in dieses Dunkel. So kann im Unterricht gefragt werden, wie ein moralischeres System der politischen Willensbildung aussehen könnte. Aber auch die originelle Hypothese des Films – anhand eines fiktiven Gesetzesentwurfs – sollte diskutiert werden: Könnte Lobbyarbeit auch guten Zwecken dienen? Worin liegt der grundlegende Unterschied zu politischem Aktivismus oder der Arbeit von NGOs? Das Thema der amerikanischen Waffengesetze ist zwar im Grunde zweitrangig – der Film könnte ebenso gut von der Tabak- oder Atomlobby handeln. Dennoch bietet er mit Details zur amerikanischen Debatte oder auch Statistiken zu Schulmassakern und jährlichen Schusswaffenopfern exzellentes Material zur Diskussion.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Philipp Bühler
,
16.06.2017
,
letzte Aktualisierung:
04.06.2019
Regie
John Madden
Buch
Jonathan Perera
Darsteller*innen
Jessica Chastain, Alison Pill, Gugu Mbatha-Raw, John Lithgow, Michael Stuhlbarg u.a.
Länge
133 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Universum Film