Inhalt
Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania, 1950er-Jahre: Der afroamerikanische Familienvater Troy Maxson arbeitet als Müllmann und spielt sich als Ernährer seiner Ehefrau Rose und des 17-jährigen Sohns Cory auf. Lyons, seinem 34-jährigen Sohn aus erster Ehe, hält das strenge Familienoberhaupt lange Moralpredigten, Cory verbietet er das Footballspielen, weil er mit seiner eigenen verpassten Sportkarriere hadert, und Rose rechnet er bei jeder Gelegenheit vor, was er alles mit seinem Arbeitslohn bezahlt. Im Umgang mit seiner Frau und seinem kriegsversehrten Bruder Gabriel zeigt der Hausherr jedoch auch Sanftmut. Rose lebt mit den guten wie schlechten Seiten ihres Gatten und hält die Familie zusammen, bis Troy die seit 18 Jahren währende Ehe auf eine Zerreißprobe stellt.
Umsetzung
Bei seiner Adaption des 1983 veröffentlichten und 1987 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Theaterstücks „Fences“ von August Wilson bleibt Regisseur und Hauptdarsteller Denzel Washington nah am Gestus der Vorlage. Das klar auf die Figuren fokussierte Familiendrama entwickelt sich in vielen langen Dialogen über Rassismus, Football oder Geld. Das kleine Haus und insbesondere der authentisch wirkende Hinterhof avancieren wie in einem Kammerspiel zur Bühne für die Darsteller, die durch die Bank nuancenreich spielen. Inszenatorisch setzt Washington auf konventionell montierte Sequenzen in ausgewaschenen Farben, die fast völlig auf Filmmusik verzichten. Die gedämpfte, langsame Erzählweise lenkt den Blick auf Details und erzeugt bei aller Theaterhaftigkeit ein Gefühl von Alltäglichkeit.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Als sehr ambivalenter Charakter ermöglicht der Protagonist Troy Maxson eine fundierte Figurenanalyse, die vergleichend das adaptierte Theaterstück miteinbeziehen kann. Der dominante, teils jähzornige Familienvater ist leidlich sympathisch, zeigt aber auch gefühlvolle Seiten. Die Ehe mit Rose ist von den konventionellen Rollenbildern der 1950er-Jahre geprägt, der Konflikt mit Sohn Cory reflektiert seine Verbitterung über die gescheitere Baseballkarriere. Wenn er sich wiederholt in Rage redet oder Cory droht, offenbart Troy sein impulsives Wesen. Wie „führt“ er seine Familie, welche Rolle spielen seine harte Jugend und sein 15-jähriger Gefängnisaufenthalt? Das Schicksal von Troys Bruder kann ein Gespräch über Kriegsfolgen anregen. Gabriel ist wegen einer Schussverletzung aus dem Zweiten Weltkrieg geistig zurückgeblieben, doch Troy will seine Zwangseinweisung in ein Heim verhindern. Daneben bieten in der Handlung präsente Themen wie Religion, Armut oder Tod viel Diskussionsstoff.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn
,
24.04.2020
,
letzte Aktualisierung:
24.04.2020
Regie
Denzel Washington
Buch
August Wilson nach seinem gleichnamigen Theaterstück
Darsteller*innen
Denzel Washington, Viola Davis, Stephen Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby, Mykelti Williamson, Christopher Mele u.a.
Länge
138 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Paramount Pictures
Festivals
(Auswahl) Oscar 2017 für Viola Davis als Beste Nebendarstellerin; Critics' Choice Movie Awards 2016, Golden Globe 2017 für Viola Davis als Beste Nebendarstellerin; Screen Actors Guild Awards 2017 für Denzel Washington & Viola Davis