Filmplakat Die Sprache des Herzens - Das Leben der Marie Heurtin

Die Sprache des Herzens - Das Leben der Marie Heurtin

Frankreich 2014

Ländliches Westfrankreich, Ende des 19. Jahrhunderts: Das verarmte und überforderte Bauernehepaar Heurtin übergibt seine 14jährige Tochter Marie in die Obhut einer klösterlichen Bildungsstätte für gehörlose Mädchen. Zunächst wird Marie, die nicht nur taub, sondern auch blind zur Welt kam und gänzlich unzugänglich und verwildert erscheint, von der Mutter Oberin abgelehnt. Nur die einfühlsame Schwester Marguerite erkennt in dem Mädchen eine strahlende eingesperrte Seele, der sie eine Sprache geben will. Beharrlich setzt Marguerite die Aufnahme des Mädchens in den Orden durch und macht sich daran, deren allein vom Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn gekennzeichnete Welt zu entdecken. Nach unzähligen Rückschlägen gelingt es der geduldigen Marguerite, Maries soziale Isolation zu brechen, indem sie ihr die Wörter und so den Zugang zum sozialen Gefüge des Klosters schenkt. Als die todkranke Marguerite im Sterben liegt, müssen beide  lernen, einander loszulassen und eine Sprache für den Abschied zu finden.

Originaltitel

Marie Heurtin

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 6. Klasse

Altersempfehlung

ab 11 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Deutsch, Sozialkunde, Religion, Ethik, Philosophie

Themen

Menschen mit Behinderung, Bildung, Kommunikation, Sprache, Einsamkeit, Vertrauen, Glaube, Integration, Tod, Trauer, Individuum (und Gesellschaft)

Kinostart

01.01.2015

Die Sprache des Herzens - Trailer (deutsch/german)
Ländliches Westfrankreich, Ende des 19. Jahrhunderts: Das verarmte und überforderte Bauernehepaar Heurtin übergibt seine 14jährige Tochter Marie in die Obhut einer klösterlichen Bildungsstätte für gehörlose Mädchen. Zunächst wird Marie, die nicht nur taub, sondern auch blind zur Welt kam und gänzlich unzugänglich und verwildert erscheint, von der Mutter Oberin abgelehnt. Nur die einfühlsame Schwester Marguerite erkennt in dem Mädchen eine strahlende eingesperrte Seele, der sie eine Sprache geben will. Beharrlich setzt Marguerite die Aufnahme des Mädchens in den Orden durch und macht sich daran, deren allein vom Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn gekennzeichnete Welt zu entdecken. Nach unzähligen Rückschlägen gelingt es der geduldigen Marguerite, Maries soziale Isolation zu brechen, indem sie ihr die Wörter und so den Zugang zum sozialen Gefüge des Klosters schenkt. Als die todkranke Marguerite im Sterben liegt, müssen beide  lernen, einander loszulassen und eine Sprache für den Abschied zu finden.
Der Erzählfluss des eindringlichen Films wird bestimmt durch den Weg Maries und Marguerites aufeinander zu und wieder voneinander weg. Die Zuschauenden sind stets nah bei Marie, grandios und intensiv dargestellt von der tatsächlich gehörlosen, jedoch nur gespielt blinden Ariana Rivoire, die mit den Wörtern auch Zuwendung und Verbundenheit erleben lernt. Marie kommuniziert über taktile und haptische Wahrnehmung. So nehmen Berührungen zwischen ihr, ihrer räumlichen Umwelt und ihren Mitmenschen einen großen Teil der gefilmten Handlung ein. Die Tonebene vermittelt durch die vornehmliche Stille und Marguerites zunehmende Einflüsterungen Maries Reise in die Welt der sozialen Kommunikation. Untermalt von einer zurückhaltenden Filmmusik erscheinen starke, sich ins Gedächtnis schreibende, Bilder einer den meisten Menschen fremden Welt.
Beide Hauptfiguren liefern Ausgangspunkte für fächerübergreifende Diskussionen über Einsamkeit, die Wertschätzung des Individuums, Liebe, Tod und Trauer. Maries Schicksal bietet einen Zugang zur Welt sinnlich eingeschränkter Menschen und zeigt auf, dass es zwar schwierig ist, jedoch gewagt werden sollte, Wege der Kommunikation zu beschreiten. Anhand der Erzählung kann der Wandel im Umgang mit behinderten Mitmenschen diskutiert werden. In Zeiten pränataler Diagnostik lässt sich zudem die heutige ‚Vermeidbarkeit’ angeborener Behinderungen ethisch reflektieren. Die unheilbar kranke Marguerite widmet als Ordensschwester ihr Leben Gott und den Menschen und zeigt eine humanistische Radikalität, die im weltlichen Gesundheitssystem ihresgleichen sucht. Da das Sujet eine barrierefreie Filmrealisierung verlangte, ist der Film außerordentlich für den Einsatz in Inklusionsklassen geeignet.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Alina Trebbin , 16.12.2014 , letzte Aktualisierung: 29.04.2020

Regie

Jean-Pierre Améris

Buch

Jean-Pierre Améris, Philippe Blasband

Darsteller*innen

Ariana Rivoire, Isabelle Carré, Brigitte Catillon u.a

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsch, französische Originalfassung | Barrierefreies DCP (Audiodeskription und Closed Caption Untertitel für Hörgeschädigte); barrierefreie Fassung über die Greta&Starks App

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Concorde Filmverleih

Festivals

Festival del Film Locarno 2014: Variety Piazza Grande Award; Französische Filmtage Tübingen I Stuttgart - Tübinger Publikumspreis 2014

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