Filmplakat Los Lobos

Los Lobos

Mexiko 2019

Die Migration von Menschen aus Mexiko in die USA ist seit längerem ein Thema im Kino beider Länder. Selten steht jedoch die Perspektive von Kindern im Fokus. Der Regisseur Samuel Kishi Leopo ist selbst als Kind über die Grenze gekommen und erzählt „Los Lobos“ auf der Basis seiner Erinnerungen. Das intime Drama mit zwei starken jungen Darstellern zeigt, welche Herausforderungen der Neuanfang in einem anderen Land für Kinder bedeutet.

Genre

Drama, Kinderfilm

Klassenstufe

ab 5. Klasse

Altersempfehlung

ab 10 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Kunst, Ethik, Sozialkunde, Spanisch

Themen

Migration, Migrationsgesellschaft, Familie, Kindheit, Armut, Einsamkeit, USA

Kinostart

06.09.2021

Inhalt


mehr Info

Für die alleinerziehende Mutter Lucía ist es der Aufbruch in ein neues Leben – für ihre Kinder Max und Leo bloß eine Station auf dem Weg nach Disney World. In einem Bus überqueren die drei die Grenze zwischen Mexiko und den USA, um sich in der Stadt Albuquerque niederzulassen. Nach einer anstrengenden Wohnungssuche bezieht die Familie ein Ein-Zimmer-Apartment, Lucía beginnt einen Job in einer Wäscherei. Die Jungen sollen sich an strikte Regeln halten, während die Mutter bei der Arbeit ist. Zur Erinnerung nimmt Lucía sie mit einem Kassettenrekorder auf: „Regel Nummer 1: Verlasst niemals das Apartment!“ Anstelle von Disney World besteht die neue Welt von Max und Leo also zunächst nur aus einem schlichten Zimmer mit ein paar Spielsachen. Das weckt die Sehnsucht nach draußen zu gehen – vor allem, wenn vor der Tür andere Kinder spielen.

Umsetzung


mehr Info

LOS LOBOS basiert auf Erinnerungen von Regisseur Samuel Kishi Leopo. Ähnlich wie im Film brachte seine Mutter ihn und seinen Bruder mit einem Tourismusvisum in die USA. Der angekündigte Besuch in Disney World war ein Vorwand, um die Kinder im Alter von drei und fünf Jahren für die Reise zu begeistern. Seinen Film erzählt Leopo konsequent aus Kinderperspektive: Die Kamera bleibt im Zimmer bei Max und Leo, folgt in Subjektiven ihren Blicken aus dem Fenster; die Erwachsenen bleiben Nebenfiguren. So stehen nicht die Sorgen der Mutter um Arbeitsgenehmigung, Unterkunft oder Abschiebung im Fokus, sondern die Eingewöhnung der Kinder an eine neue Umgebung, ihr Erkundungsdrang, ihr Bedürfnis nach Nähe und sozialem Austausch. Nur gelegentlich unterbricht Leopo die intime Erzählung mit Montagesequenzen, in denen andere Menschen – vielleicht mit einer ähnlichen Geschichte? – wortlos vor der Kamera posieren.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Der Film thematisiert zugleich eine spezifische und universelle Erfahrung. Spezifisch ist die Problematik von Menschen, die irregulär über die Südgrenze in die USA eingewandert sind: Ihre Wohn- und Arbeitssituation (hier in der sogenannten „War Zone“ von Albuquerque) ist oft prekär, die Integration der Kinder in den USA ohne Papiere schwierig. In älteren Jahrgangsstufen kann der soziale Hintergrund des Films beleuchtet werden. In jüngeren Lerngruppen lässt sich auch ohne diesen Kontext an das universelle Gefühl des Films anknüpfen: Wie finden sich Kinder in einer neuen Umgebung zurecht? Die Beziehung der Figuren kann mithilfe von Filmstills erarbeitet werden. Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Mutter und Kindern, nachdem Leo das falsche Versprechen von Lucía durchschaut? Die Position der Kamera – stets nah an den Brüdern – sollte hierbei besprochen werden. Durch die Pandemie bekommt der Film von 2019 vielleicht noch eine andere Bedeutung: Über die Regel, die Wohnung nicht verlassen zu dürfen, können Kinder und Jugendliche im Unterricht auch aus eigener Erfahrung sprechen.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Jan-Philipp Kohlmann, 07.07.2021, letzte Aktualisierung: 08.11.2023

Regie

Samuel Kishi Leopo

Buch

Samuel Kishi Leopo, Sofía Gómez-Córdova, Luis Briones

Darsteller*innen

Martha Reyes Arias, Maximiliano Nájar Márquez, Leonardo Nájar Márquez, Cici Lau u. a.

Länge

95 Min

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Spanisch, Englisch, Kantonesisch mit deutschen o. englischen Untertiteln

Festivals

(Auswahl) Berlinale 2020: Großer Preis der Internationalen Jury (Generation Kplus), Friedensfilmpreis; LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 2020: Bester Film (Bridging the Borders Award)

Impressum
Sitemap
Datenschutz