Filmplakat zu "Deine Schönheit ist nichts wert"

Deine Schönheit ist nichts wert

Österreich 2012

Flüchtlingskind, der Sprache nicht mächtig, Zoff in der Familie und mit den Behörden und die angehimmelte Klassenkameradin bemerkt ihn nicht einmal. Für den 12-jährigen Veysel brennt es an allen Ecken und Enden. Und dann will die Lehrerin auch noch, dass er ein Gedicht vorträgt. Auf Deutsch! Vaysel besinnt sich auf seine Wurzel und macht sich zusammen mit seinem Nachbarn an die Übersetzung eines türkischen Klassikers: Güzelliğin on par'etemez - Deine Schönheit ist nichts wert.

Originaltitel

Deine Schönheit ist nichts wert

Genre

Drama, Jugendfilm

Klassenstufe

5. bis 8. Klasse

Altersempfehlung

10 bis 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Religion, Sozial-/Gemeinschaftskunde, Musik, Erdkunde

Themen

Außenseiter, Identität, Ausländer/Migration, fremde Kulturen, Heimat, Kommunikation, Schule, Jugend, erste Liebe, Familie, Delinquenz, Vater-Sohn-Konflikt

Kinostart

03.04.2014

Inhalt


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Der 12-jährige Veysel - halb Türke, halb Kurde - lebt nach der Flucht seiner Familie seit kurzem in Wien. Mangelnde Sprachkenntnisse und Konflikte innerhalb der Familie erschweren den Start. Als er die Aufgabe bekommt, der Klasse ein Gedicht vorzutragen, entscheidet er sich für Âşık Veysels „Deine Schönheit ist nichts wert“. So besinnt er sich mit Hilfe des Nachbarn Cem, der als Übersetzter fungiert, nicht nur auf seine kulturellen Wurzeln, sondern kommt auch der von ihm angehimmelten Mitschülerin Ana näher. Doch auch Ana ist Flüchtling und eines Tages steht die Polizei vor ihrer Tür.

Umsetzung


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Dass Veysel sich in eine tagträumerische Fantasiewelt flüchtet, trägt der Film durch märchenhaft-poetische Szenen Rechnung, die in satten Farben und leicht verfremdetem Ton inszeniert sind. Sie kontrastieren mit dem harten Alltag, der aus Demütigungen in der Schule, Verständnislosigkeit und Isolation, aus Behördengängen und dem Streit innerhalb der Familie geprägt ist. So können Themen wie Asylrecht, Abschiebung, Jugendkriminalität dargestellt werden, ohne dass sich beim Zuschauer ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit einstellt. In Konzeption und Inszenierung geschickt mit den Zutaten eines poetischen Realismus arbeitend, entgeht der Film somit der Gefahr, als soziales Rührstück zu enden. Die Kamera folgt strikt Veysel, beobachtet ihn und zeigt seinen Blick - unterstützt von der Tongestaltung - auf die Geschehnisse um ihn herum. Der Authentizität verpflichtet ist ein großer Teil der Dialoge auf türkisch, versehen mit deutschen Untertiteln.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film bietet einen einfühlsamen Einstieg, um die Themen Migration und Integration anzusprechen. Gleichzeitig lassen sich Veysels Probleme (Familienstreitigkeiten, Zurücksetzungen in der Schule, erste Liebe) auch gut verallgemeinern und auf die Lebensrealität aller Schüler/innen übertragen. Die Wichtigkeit von Kommunikation, Toleranz und Akzeptanz lassen sich herausarbeiten, die Bedeutsamkeit von Kultur und Tradition (und ihre Progression) für die Identität des Menschen veranschaulichen. Interessante Aspekte besonders für den Deutschunterricht sind der Umgang mit Sprache/Sprachlosigkeit und die Gedichtinterpretation. Auch eine Auseinandersetzung mit Kadirs Rap kann in diesem Zusammenhang interessant sein. Da sich Veysels Traumvorstellungen und sein Alltag in ihrer ästhetisch-stilistischen Umsetzung (Zeitlupe, Ton, Musik) deutlich voneinander unterscheiden, lassen sich hier besonders gut filmische Mittel und ihre Wirkung nachvollziehen.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Daniel Stümpfig, 25.03.2014, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Hüseyin Tabak

Buch

Hüseyin Tabak

Darsteller/innen

Abdulkadir Tuncer, Nazmi Kirik, Lale Yavas, Orhan Yildirim, Yüsa Durak u.a.

Länge

85 Min

Sprachfassung

deutsch, türkisch mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

barnsteiner-film

Festivals

Türkischer Filmpreis 2012: bester Film, bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller u.a.; Österreichischer Filmpreis 2014: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Musik

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