Filmplakat zu "La Buena Vida - Das gute Leben"

La Buena Vida - Das gute Leben

Deutschland 2015

Weil Deutschland aus der Steinkohleförderung aussteigt, aber den Rohstoff noch immer zur Energiegewinnung braucht, muss dieser aus Ländern wie Kolumbien importiert werden. Die riesige El-Cerrejón-Mine ist dabei eine der Hauptlieferanten. Um den Abbaubedarf zu decken, soll das kleine Wayúu-Dorf Tamaquito der Mine weichen. Die Betreiber versprechen der indigenen Dorfbevölkerung ein ‚besseres Leben‘ an einem neuen Ort, wenn sie bereit sind, ihr Land freizugeben. Nach zähen Verhandlungen zwischen den Betreibern und dem junge Dorfvorsteher Jairo kommt es zur Umsiedlung. Das neue Zuhause ist eine kahle Siedlung, fernab von den Bergen und Flüssen, die zuvor das Leben der Wayúu bestimmten. Das größte Unglück der Indios ist aber, dass El-Cerrejón auch nach Monaten die versprochene Wasserversorgung schuldig bleibt. Jairo reist in die Schweiz zum Energiekonzern Glencore, der hinter El-Cerrejón steht, um dessen Chef Tony Hayward mit der Misere zu konfrontieren. Doch Hayward wiegelt den Vorwurf, die indigene Bevölkerung werde auf Kosten der europäischen Energieverbraucher ausgebeutet, nur kühl ab. 

Originaltitel

La Buena Vida - Das gute Leben

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geographie, Sozialkunde, Wirtschaft, Recht, Ethik, Religion, Geschichte, Biologie, Spanisch, Deutsch

Themen

Globalisierung, Vertreibung, Lateinamerika, Ausbeutung, Energie, Umwelt, Ökologie, Heimat, Kapitalismus

Kinostart

14.05.2015

Inhalt


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Weil Deutschland aus der Steinkohleförderung aussteigt, aber den Rohstoff noch immer zur Energiegewinnung braucht, muss dieser aus Ländern wie Kolumbien importiert werden. Die riesige El-Cerrejón-Mine ist dabei eine der Hauptlieferanten. Um den Abbaubedarf zu decken, soll das kleine Wayúu-Dorf Tamaquito der Mine weichen. Die Betreiber versprechen der indigenen Dorfbevölkerung ein ‚besseres Leben‘ an einem neuen Ort, wenn sie bereit sind, ihr Land freizugeben. Nach zähen Verhandlungen zwischen den Betreibern und dem junge Dorfvorsteher Jairo kommt es zur Umsiedlung. Das neue Zuhause ist eine kahle Siedlung, fernab von den Bergen und Flüssen, die zuvor das Leben der Wayúu bestimmten. Das größte Unglück der Indios ist aber, dass El-Cerrejón auch nach Monaten die versprochene Wasserversorgung schuldig bleibt. Jairo reist in die Schweiz zum Energiekonzern Glencore, der hinter El-Cerrejón steht, um dessen Chef Tony Hayward mit der Misere zu konfrontieren. Doch Hayward wiegelt den Vorwurf, die indigene Bevölkerung werde auf Kosten der europäischen Energieverbraucher ausgebeutet, nur kühl ab. 

Umsetzung


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Der Dokumentarfilm kommt ohne Off-Kommentar und Interviews aus und setzt zur seines brisanten Stoffes auf zurückhaltende Beobachtungen, führende Montage und eine zum Teil poetische Bildsprache. Immer wieder werden dabei ‚das Dorf‘ und ‚die Kohlemine‘ visuell gegenübergestellt: Während das Leben in Tamaquito unbeschwert und glücklich wirkt – die Menschen sind hier im Einklang mit der Natur –, erscheint El-Cerrejón wie ein grauer Industrie-Moloch, der seine Umwelt allmählich verzehrt. Zu diesem Antagonismus passt, dass die Abgesandten der Mine, anders als die Dorfbewohner, kaum charakterisiert werden. Die kahle Ersatzheimat, in die die Wayúu vertrieben werden, wirkt wie ein Trabant der Mine selbst. Die Rahmung des Dorfporträts mit Material aus Deutschland ordnet das Geschehen in ein globales Wirtschaftsgefüge ein: Der Film beginnt mit einer Montage aus Einstellungen und Texttafeln zur Schließung hiesiger Kohleminen und endet mit O-Tönen von deutschen Konzernbossen, die vom Erfolg ihrer Energiewirtschaft schwärmen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film funktioniert vor allem als globalisierungkritisches Fallbeispiel: Er zeigt, wie europäische Energiepolitik in Lateinamerika zur Vertreibung der indigenen Bevölkerung führt und wirft dabei große Fragen auf, die sich im Unterricht diskutieren lassen: Wie sollen wir mit unserer Umwelt umgehen? Was ist Heimat? In welchem Umfeld ist überhaupt ein gutes Leben möglich? Welche Rolle spielen dabei Tradition und Gläubigkeit? Auch lassen sich die Ereignisse im Film als moderner Vertreibungsprozess begreifen und mit anderen Fluchtbewegungen (etwa durch Kriege oder Naturkatastrophen) vergleichen. Der Film bezieht dabei eine klare antikapitalistische Position. Regisseur Jens Schanze versteht es, die Meinung der Zuschauenden durch Bildsprache und Montage subtil zu lenken. Diese Art der Manipulation kann und sollte wie bei jedem ‚engagierten‘ Dokumentarfilm auch kritisch hinterfragt werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Christian Weber, 04.05.2015, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Jens Schanze

Buch

Jens Schanze

Darsteller/innen

Mitwirkende: Jairo Fuentes Epiayu, Henrys Ureche Epiayu, Ingris Ureche Epiayu, María Teresa Roméro, Edgar Sarmiento, Juan Carlos Restrepo, Tony Hayward u.a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

Originalfassung (spanisch, wayúu, englisch) mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Camino Filmverleih

Festivals

Dokfest München 2015, Cine Latino Heidelberg/Mannheim 2015

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