Filmplakat Streik

Streik

Frankreich 2018

Als der deutsche Mutterkonzern beschließt, das Werk des Autozubehörproduzenten Perrin im südfranzösischen Agen dicht zu machen, tritt die Belegschaft unter Führung des prinzipientreuen Gewerkschafters Laurent Amédéo in den Streik und versucht, mit ihrem Arbeitskampf die Erhaltung der Jobs zu erzwingen. Stéphane Brizés neuer Film ist ein packendes, intensiv gefilmtes Drama, dessen Kamera sich mitten in das Getümmel der Auseinandersetzung hineinstürzt.

Originaltitel

En Guerre

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Französisch, Ethik, Wirtschaft, Recht, Psychologie

Themen

Arbeit, Arbeitskampf, Widerstand, Protest, Streik, Gewerkschaften, Werte, Globalisierung, Kapitalismus, Wirtschaft, Politik, Individuum und Gesellschaft

Kinostart

25.04.2019

Inhalt


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Die Nerven liegen blank: Nachdem die Belegschaft des Autozubehörproduzenten Perrin im südfranzösischen Agen große Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeiten gemacht hat, will der deutsche Mutterkonzern das Werk trotz positiver Zahlen schließen und verstößt damit gegen eine vor zwei Jahren zwischen Arbeitnehmer*innen und Arbeitgebern geschlossene Vereinbarung. Den rund 1100 Angestellten droht der sofortige Jobverlust, was zahlreiche Familien in der strukturschwachen Region in ernsthafte Existenznöte bringen würde. Unter Führung des prinzipientreuen Gewerkschafters Laurent Amédéo erheben die Betroffenen ihre Stimme und beschließen einen Streik. Mit der Blockade der Fabrik beginnt ein monatelanger, kräftezehrender Arbeitskampf, in dessen Verlauf die wütenden Beschäftigten den Rechtsweg beschreiten, die französische Regierung anrufen und ein Treffen mit dem deutschen Firmenchef erzwingen wollen.

Umsetzung


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Der Originaltitel „En guerre“, zu Deutsch „Im Krieg“, kommt nicht von ungefähr. Schon in den ersten Momenten erzeugt Regisseur Stéphane Brizé eine fiebrige, explosive Atmosphäre und lässt seine unruhige Handkamera ins Herz der lautstarken Proteste eintauchen. Der Zuschauer wird hineingeschleudert in fiktive Fernsehberichte, aufwühlende Diskussionen, Blockademaßnahmen und kann das Erhitzen der Gemüter hautnah miterleben. Trotz deutlicher Sympathien für die Arbeitskämpfenden und ihr Anliegen schildert das manchmal beinahe thrillerhaft spannende, bis auf Vincent Lindon mit Laiendarstellern besetzte Drama die Entwicklungen und Eskalationen differenziert, etwa indem auch Meinungsverschiedenheiten unter den Streikenden in den Blick geraten. Die Schattenseiten der Globalisierung und die Auswüchse eines zügellosen Kapitalismus werden klar herausgearbeitet, ohne allerdings deren Vertreter*innen in übertriebenem Maße zu dämonisieren.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Stéphane Brizés Drama, das vor den Protesten der sogenannten Gelbwesten entstand, ist nah am Puls der Zeit und bietet die Möglichkeit, im Unterricht ausführlich über die regionalen Auswirkungen der Globalisierung zu diskutieren. Erörtern ließe sich in diesem Zusammenhang die Diskrepanz zwischen den Interessen der lokalen Arbeitnehmer*innen und der Geschäftsführung eines weltumspannenden Konzerns. Eingehender befassen könnte man sich am Beispiel der skizzierten Auseinandersetzung zudem mit der gewerkschaftlichen Arbeitsweise. Reichlich Stoff zum Debattieren eröffnet überdies der im Verlauf der Geschehnisse ausbrechende Konflikt innerhalb der Streikfraktion, den der Regisseur auf beiden Seiten mit stichhaltigen Argumenten unterfüttert. Ergiebig ist sicher auch eine Analyse der auf starke Unmittelbarkeit setzenden Inszenierung, die den Zuschauer von Anfang an in die Geschichte hineinzieht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 28.03.2019, letzte Aktualisierung: 14.05.2019

Regie

Stéphane Brizé

Buch

Stéphane Brizé und Olivier Gorce in Zusammenarbeit mit Ralph Blindauer, Olivier Lemaire, Xavier Mathieu

Darsteller/innen

Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie, David Rey, Olivier Lemaire, Isabelle Rufin, Bruno Bourthol, Sébastien Vamelle, Jean-Noel Tronc, Valérie Lamond u. a.

Länge

114 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Neue Visionen Filmverleih

Festivals

(Auswahl): Filmfestspiele von Cannes 2018; Melbourne International Film Festival 2018; Chicago International Film Festival 2018 (Silver Hugo für das beste Drehbuch); Göteborg Film Festival 2019

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