Inhalt
Der Unternehmer Oskar Schindler kommt während des Zweiten Weltkriegs nach Krakau, um sich dort geschäftlich zu etablieren. Mit einnehmendem Auftreten und großzügigen Geschenken macht er sich bei den deutschen Besatzern beliebt, setzt aber auch auf jüdische Geldgeber, die ihm gegen Warenlieferungen die Mittel zum Kauf einer Fabrik beschaffen.
Die Juden, die in Schindlers Emaille-Fabrik arbeiten, gelten als „kriegswichtig“ und werden nicht deportiert. Doch dann kommt der Befehl zur Auflösung des Zwangsarbeiterlagers – die Insassen sollen nach Auschwitz deportiert werden. Schindler zahlt eine hohe Summe an den sadistischen Lagerkommandanten Amon Göth, um möglichst viele Menschen in einer Rüstungsgüterfabrik in der Tschechoslowakei unterzubringen. Mehr als 1.100 Juden kann er auf diese Weise vor dem Tod retten. Schindlers Fixierung auf Profit weicht dem Versuch, Menschlichkeit zu bewahren, wo das scheinbar unmöglich ist. Als die Rote Armee anrückt, unterstützen Schindlers Angestellte seine Flucht nach Deutschland.
Umsetzung
Darf man eine Geschichte, die in das Zentrum der schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts führt, im Stil amerikanischen Erzählkinos inszenieren? Darf man dabei einen Deutschen in den Mittelpunkt stellen, der am Ende als moralische Instanz da steht? Nach dem ersten Start von „Schindlers Liste“ wurden diese Fragen zwar gestellt, aber mit dem Abstand von 25 Jahren wird man wohl sagen können, dass die Qualität dieses Films schwerer wiegt als die Bedenken. Der mit sieben Oscars ausgezeichnete Film macht aus Schindler keinen strahlenden Helden. Sein Businessplan beruht auf Ausbeutung, und erst als er Zeuge des nationalsozialistischen Mordapparates wird, stellt er sich auf die Seite der Menschlichkeit. Der Film arbeitet mit aufwändigem Szenenbild, großer Emotionalität und ist fast ausnahmslos in Schwarz-Weiß gedreht. Nie verliert er die Balance zwischen großem Kino und der im Hintergrund stehenden Mahnung, die schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts nicht zu verharmlosen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Entstehung, Ziele und Auswirkungen des NS-Regimes sind wichtige Themen im Geschichtsunterricht, die Strukturen totalitärer Regime im Fach Politik. „Schindlers Liste“ zeigt am konkreten Beispiel, was passieren kann, wenn eine menschenverachtende Ideologie die politischen und militärischen Machtinstanzen eines Staates durchdringt. Ein Spielfilm konzentriert sich naturgemäß auf einzelne Figuren, auf den Konflikt zwischen Anpassung und Widerstand. Hier bieten sich Anknüpfungspunkte für filmsprachliche Analysen, aber auch für den Philosophie- oder Ethikunterricht. Jüdisches Leben und Vorurteile gegenüber Juden können im Fach Religion aufgearbeitet werden. Da Willkür und Brutalität im Film nicht ausgespart werden, ist es angeraten, den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, ihr subjektives Filmerleben und ihre Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Zur Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs stehen verschiedene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Burkhard Wetekam
,
27.12.2018
,
letzte Aktualisierung:
27.09.2024
Regie
Steven Spielberg
Buch
Steven Zaillian nach dem Buch „Schindler´s Ark“ von Thomas Keneally
Darsteller*innen
Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz u. a.
Länge
194 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, Originalfassung (englisch, deutsch, polnisch, hebräisch), barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital restauriert, überwiegend schwarz/weiß
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
Verleih
Universal Pictures
Festivals
(Auswahl) sieben Oscars 1994, darunter Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, nominiert in fünf weiteren Kategorien; sieben BAFTA-Awards 1994; drei Golden Globe Awards 1994