Inhalt
Eine enge Freundschaft und ihr katholischer Glaube - das verbindet Jakob, Dominik und Oliver. Als Priester dienen sie ihrem Gott auf verschiedenen Posten: Jakob widmet sich der Gefängnisseelsorge, Dominik leistet Jugendarbeit in einer sozial benachteiligten Gemeinde und Oliver wird gerade zum Vikar befördert. Da wird überraschend Dominik wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an einem Teenager festgenommen und landet bei Jakob in der Untersuchungshaft. Ist er ein Verleumdungsopfer oder ist an den Vorwürfen was dran? Jakob stellt ungläubig Nachforschungen an. Als Dominik ihm die Tat gesteht, wird die Freundschaft des Priestertrios auf eine harte Probe gestellt. Oliver, der im Falle eines Skandals um seine Karriere fürchtet, erkauft im Auftrag des Bistums das Schweigen des Opfers. Derweil erfährt Jakob, dass es bereits früher Verdächtigungen gegen Dominik gab und er meint, auf einen weiteren Missbrauchsfall seines Freundes gestoßen zu sein. Dann wird Dominik straffrei aus der Haft entlassen. Oliver beschwört den in sich zerrissenen Jakob weiterhin zu schweigen, doch dieser zwingt sich schließlich zur Solidarität mit den Opfern.
Umsetzung
Gerd Schneider, selbst ehemaliger Priesteramtskandidat, beleuchtet aus der Innenperspektive die Strukturen, die dem Skandal um die jahrzehntelangen Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen in Deutschland vor wenigen Jahren Vorschub leisteten. Großartig besetzt und ohne ästhetische Schnörkel folgt der Erzählfluss Jakobs zunehmender Erschütterung seines Glaubens an die Integrität seines Freundes und seiner Kirche. Die Dialoge wirken jederzeit authentisch, die schwere Kirchenmusik einschüchternd, die zunehmende Distanz zwischen den Freunden im Körperspiel eindringlich. Die immer wieder eingeflüsterten, Trost suchenden Gebete Jakobs auf der Tonebene werden mit Bildern vom Gefängnis und Sportplatz verknüpft. Kruzifixe, Weihrauchschwaden und Talare stehen Schnapsgläsern und Fußbällen gegenüber. All das verbildlicht den Spagat der Glaubensbrüder zwischen dem klerikalen und weltlichen Leben, dem Bekenntnis zur Kirchentreue und Askese in einem weltlichen Rechtsstaat.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Gerd Schneider, selbst ehemaliger Priesteramtskandidat, beleuchtet aus der Innenperspektive die Strukturen, die dem Skandal um die jahrzehntelangen Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen in Deutschland vor wenigen Jahren Vorschub leisteten. Großartig besetzt und ohne ästhetische Schnörkel folgt der Erzählfluss Jakobs zunehmender Erschütterung seines Glaubens an die Integrität seines Freundes und seiner Kirche. Die Dialoge wirken jederzeit authentisch, die schwere Kirchenmusik einschüchternd, die zunehmende Distanz zwischen den Freunden im Körperspiel eindringlich. Die immer wieder eingeflüsterten, Trost suchenden Gebete Jakobs auf der Tonebene werden mit Bildern vom Gefängnis und Sportplatz verknüpft. Kruzifixe, Weihrauchschwaden und Talare stehen Schnapsgläsern und Fußbällen gegenüber. All das verbildlicht den Spagat der Glaubensbrüder zwischen dem klerikalen und weltlichen Leben, dem Bekenntnis zur Kirchentreue und Askese in einem weltlichen Rechtsstaat.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Alina Trebbin
,
02.03.2015
,
letzte Aktualisierung:
09.01.2019
Regie
Gerd Schneider
Buch
Gerd Schneider
Darsteller*innen
Sebastian Blomberg, Kai Schumann, Jan Messutat, Sandra Borgmann, Valerie Koch, Rade Radovic u.a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, Audiodeskription und Closed Caption Untertitel verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Camino Filmverleih
Festivals
36. Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2015, 6. Kirchliches Filmfestival Recklinghausen