Marcel Ophüls guckt durch ein Fenster in ein Grenzhäuschen, um ein Interview mit einem Grenzer zu führen.

Novembertage - Stimmen und Wege

Deutschland Schweiz Großbritannien 1989/1990, Regie: Marcel Ophüls, 140 Minuten, empfohlen ab 16 Jahren

Themen: (Deutsche) Geschichte, Wiedervereinigung, Wende, DDR, Deutschland, Bürgerrechtsbewegung, Montagsdemonstrationen

Unterrichtsfächer: Geschichte, Sozialkunde, Politik

 

Für seinen Dokumentarfilm "Novembertage – Stimmen und Wege" kam der französisch-amerikanische Filmemacher Marcel Ophüls für die BBC im Jahr nach dem Mauerfall nach Berlin. Er interviewte Protagonisten der Wende, Bürgerrechtler, Funktionäre, Politiker, Kulturschaffende, Personen aus Ost und West. Im Film kommen auch Bürger/-innen zu Wort, deren Identität der Autor z.T. aufwändig über Zeitungsannoncen recherchieren ließ. Das Ergebnis ist eine zweistündige Collage persönlicher Ansichten zur friedlichen Revolution in der DDR und dazu, wie sich das Leben der Leute danach verändert hat. Mit Ironie und einer oft unkonventionellen Interviewtechnik entlockt der Filmemacher auch interviewerfahrenen Gesprächspartnern spannende Aussagen. Damit stellt der Film ein wichtiges Zeitdokument dar, mit einem fröhlichen und optimistischen Grundton, ohne dabei die nachdenklichen Stimmen auszusparen. 

Der Film wurde 1991 mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet, dem wichtigsten deutschen Fernsehpreis. Die Jury begründete dies damals u.a. so: "Rationales Pathos und historisches Tremolo sind ihm fern, seine Bilanz ist skeptisch, doch ohne jede Dramatik und Aufgeregtheit. Er bewahrt eine spielerische Leichtigkeit. Ein ganz und gar subjektiver Film. Ophuls' Blick macht das Nahe und Vertraute fremd, ordnet die oft gesehenen Bilder neu. So entsteht ein vielstimmiger und fesselnder Film." (Bundeszentrale für politische Bildung)

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