Filmheft DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER

Titelseite des Filmheftes

Die Geschichte des Films geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 1956 in der DDR zurück: Eine Schulklasse legt im Untericht eine Schweigeminute für die Opfer des Ungarnaufstandes ein und wird daraufhin vom Abitur ausgeschlossen. Dietrich Garstka, einer der seinerzeit an den Vorgängen Beteiligten, hat 2007 das Geschehen in Erinnerungen, Interviews und Dokumenten mit einer Publikation in die öffentliche Erinnerung gebracht.

Dieses Material wurde zur Grundlage für die Erarbeitung des Drehbuchs des vorliegenden Films. Drehbuchautor und Regisseur Lars Kraume hat die wahre Geschichte aufgegriffen, diese aber in eine zeitlose Dimension überführt. Somit werden vor der Folie eines historischen Ereignisses zeitlose Fragen nicht nur für junge Menschen verhandelt. Bei der Auseinandersetzung mit dem Film ist es interessant und notwendig, sich mit dem geschichtlichen Kontext zu beschäftigen. Wie waren die politischen und sozialen Konstellationen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg? Welche Erfahrungen haben die Menschen innerhalb zweier diametral entgegengesetzter gesellschaftlicher Systeme gemacht?

Der Film leistet einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der Diskussion zur deutschen Geschichte, die auch fast dreißig Jahren nach dem Mauerfall noch immer von konfrontativen Missverständnissen und Unkenntnis geprägt ist. Doch der in der Wirkung ausgesprochen zeitgenössische Film ist trotz aller diesbezüglichen interessanter Anregungen kein historischer Lehrfilm. Im Zentrum steht allgemein die Frage nach dem politischen Erwachen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Was heißt es, eine eigene Meinung zu entwickeln und diese auch gegenüber Widersprüchen zu behaupten? Was bedeutet es Solidarität zu zeigen selbst dann, wenn dadurch individuelle Ziele in Gefahr geraten? Wie geht man mit Angst und Ohnmachtsgefühlen angesichts übermächtig erscheinender Machtstrukturen um? Das vorliegende Material für Schüler*innen ab der 9. Klasse, das in Zusammenarbeit mit dem Verleih StudioCanal entstand, vermittelt Anregungen, um sich einerseits mit der konkreten filmischen Erzählung auseinanderzusetzen. Andererseits soll angeregt werden, wie die künstlerische Modellkonstruktion als produktiver Impuls für die eigene Lebenswelt erschlossen werden kann.

Fächer: Geschichte, Deutsch, Politik, Ethik, Sozialkunde, Religion, Psychologie, Philosophie
fächerübergreifend: Demokratieerziehung

Themen: Deutsche Geschichte, Ost-West-Konflikt, DDR, Erwachsenwerden, politisches Erwachen, Meinungsfreiheit, Rebellion, Elternkonflikt, Solidarität, Identität, Selbstbestimmung, Individuum und Gesellschaft

Das Filmheft zum Download

Filmausschnitte für Aufgaben "Tutti Frutti", "Visuelles Erzählen" und "Zentrale Filmsequenzen: Analyse und Auseinandersetzung"

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