Filmheft MACKIE MESSER -BRECHTS DREIGROSCHENFILM

Titelseite Filmheft Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm

Erzählt wird die Geschichte eines nie gedrehten Filmes: Die von Bertolt Brecht geplante Verfilmung der Dreigroschenoper.

Zu sehen sind die Konflikte und die gerichtliche Auseinandersetzung mit der produzierenden Nero-Film AG, aber auch, wie die Verfilmung hätte aussehen können: eine Transformation des Brechtschen epischen Theaters ins Medium Film. Inmitten eines furiosen Mix der Ebenen und Elemente - Musik, Tanz, Zeitdokumente, Theater im Film, Film im Film - stellt Brecht als agierende Figur die großen gesellschaftlichen Fragen, die heute so aktuell sind wie damals. 

Die verschiedenen Ebenen des Films sind kunstvoll und mit einigem Witz miteinander verschränkt. Obwohl die einzelnen Erzählfäden – in der Hauptsache die der Rahmenhandlung, der theatralen Inszenierungen und des visionierten Dreigroschenfilms – immer wieder unterbrochen werden, zieht sich dennoch dank vielfacher Querbezüge, thematischer wie personeller Art, ein Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende, fast wie der einer linear forttreibenden Geschichte. Der Film reflektiert sich selbst und seine Produktionsbedingungen und fordert auch vom Publikum Selbstreflexion.

Der Film eignet sich sehr gut als Einstieg in das Konzept des epischen Theaters im Unterschied zu illusionistischen Darstellungen. Denn nicht nur das "Wie", auch das "Warum" wird anschaulich. Daran anknüpfend können Medienunterschiede und -umbrüche untersucht und ein Blick in die Zukunft gewagt werden: Wird die Illusionskraft einer virtuellen Realität derjenigen des Films einmal überlegen sein? Wird dann der Film - wie zuvor die Malerei und das Theater - nach neuen Ansätzen jenseits des Illusionismus suchen? Diskutiert werden kann auch die von Brecht sogenannte "Inszenierung der Wirklichkeit", als die er seinen Prozess gegen die Nero-Film AG sah. Heute finden Inszenierungen der Wirklichkeit vielfach statt. Wann tritt dadurch Wahrheit ans Licht, wie Brecht in seinem Fall meint, wann wird sie vertuscht?  

Klassenstufe/Altersempfehlung: ab 10. Klasse/ab 15 Jahre

Fächer: vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Kunst, NaWi, Biologie, Erdkunde, Lebenskunde/Ethik, Religion, Technik, Gesellschaftwissenschaften

Themen: Episches Theater, Gesellschafts-/Kapitalismuskritik, Produktionsbedingungen von Film, Rezeptionsästhetik, U- und E-Musik, Urheberrecht, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Inszenierungen der Wirklichkeit, Fiktion und Realität, Adaption

Wo bin ich - Szenenbilder zur Aufgabe Arbeitsblatt C1

Miniclips zur Bearbeitung von Arbeitsblatt C1 Wo bin ich?

Impressum
Sitemap
Datenschutz