FilmTipp ZOOM

Das Format FilmTipp ZOOM wirft einen genauen Blick auf die Aspekte eines Films, die ihn zu etwas Besonderem machen. Das können gesellschaftspolitische Fragestellungen ebenso wie die ungewöhnliche Kameraarbeit sein. Neben einer ausführlicheren Filmbesprechung gibt FilmTippZOOM mit Leitfragen und ausgewählten Aufgaben wie z.B. einer Szenenanalyse konkrete Impulse für den Unterricht und Hinweise auf Lernhorizonte und Kompetenzerwerb.

Battle-Raps statt Degenkämpfe, HipHop-Songs statt Liebesgedichte und das romantische Liebesdreieck befindet sich auf einer Klassenfahrt.: Regisseur Aron Lehmann erzählt das im 17. Jahrhundert spielende Versdrama „Cyrano de Bergerac“ (1897) von Edmond Rostand als witzige Teenie-Komödie, verlegt in die heutige Teenagerwelt der direkten und schnellen Kommunikation und in eine Mobbing-Kultur, die jede Abweichung von gängigen Schönheitsnormen mit fiesen Sprüchen abwertet.

Der Film nimmt die Zuschauenden mit auf die größte Elektroschrott-Müllhalde Afrikas – oder sollte man sagen: Europas – nach Agbogbloshie, genannt Sodom, in Ghanas Hauptstadt Accra. Eine Hölle für die rund 6.000 Menschen, die in und von ihr leben, die aber auch als Ort der Chancen und der Freiheit wahrgenommen wird. Ein Film mit einer beeindruckenden Bildsprache, der große emotionale Sogkraft entfaltet und viele unterschiedliche Anknüpfungspunkte für den Unterricht bietet.

Zwei Schritte vor, zwei zurück – in kraftvollen Allegorien und mit besonderen filmsprachlichen Gestaltungsmitteln beschreibt Samuel Maoz’ Armeesatire die israelische Nahostpolitik als absurden Tanz. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes stürzt das Tel Aviver Ehepaar Feldmann in tiefste Verzweiflung, doch dann ist alles ganz anders. Ein kurioser Checkpoint mitten in der Wüste wird zum Sinnbild gesellschaftlicher Schuldkomplexe und Traumata. Erbt jede Generation die Sünden ihrer Väter? Und was sagt das Dromedar dazu?

Regisseur Greg Berlanti inszeniert die Coming-of-Age-Geschichte um den jugendlichen schwulen Simon im Setting einer High-School-Komödie: Witzige Dialoge, spleenige Lehrer und eine Clique von guten Freunden, die sich auf Partys und Schulsport-Veranstaltungen vergnügen. In diesem Szenario erzählt der Film nicht die zu erwartende Love-Story, sondern mit dramatischen Wendungen die Geschichte eines sympathischen Jugendlichen in einer schwierigen Phase seines Lebens: zu Erwachsenwerden und erster Liebe tritt bei Simon die Bürde des Outings hinzu. Sich gleichgeschlechtlich zu verlieben und dazu zu stehen, obwohl das gesellschaftlich nicht allgemein akzeptiert ist, ist herausfordernd. LOVE, SIMON findet gelungene Bilder und Dialoge für die innere Entwicklung des Protagonisten in dieser intensiven Selbstfindungsphase.

Im Mittelpunkt des Films steht das mediale Leben eines Jugendlichen, der seine Grenzen austestet und dabei in einem Akt der mediengestützten Rache die Grenzen seiner Mitmenschen überschreitet. Die mediale Welt ist realistisch und mit vielen detailgetreu dargestellten Einzelheiten gezeichnet.

Nisha wächst mit pakistanischen Wurzeln in Norwegen auf. Die selbstbewusste Teenagerin lebt nach außen wie ihre norwegischen Freund*innen, innerhalb der Familie passt sie ihr Verhalten den Vorstellungen ihrer Eltern und der pakistanischen Community an. Ihre Familie umsorgt sie liebevoll – das Mädchen ist der Stolz des Vaters. Das ändert sich schlagartig, als er Nisha in einer sexuell zweideutigen Situation mit einem Jungen in ihrem Zimmer erwischt. Die Eltern reagieren extrem: sie verschleppen das Mädchen nach Pakistan zu Verwandten.

USA, 1971: Geheime Dokumente des Verteidigungsministeriums legen offen, dass die US-amerikanische Regierung die Öffentlichkeit jahrelang mittels Desinformation bezüglich der Beteiligung der USA am Vietnamkrieg täuschte. Im Haus der Washington Post kämpft Katherine "Kay" Graham, die erste Zeitungsverlegerin der USA, gemeinsam mit ihrem Chefredakteur Ben Bradlee gegen die Regierung und setzt sich mit der Veröffentlichung der Pentagon-Papiere für Pressefreiheit und gelebte Demokratie ein.

Behutsam und in sinnlichen Sommerbildern erzählt die Romanadaption von Elios erwachendem, sexuellen Begehren, von der Gleichzeitigkeit widerstreitender Gefühle und Verhaltensweisen, die die Begegnung mit einem jungen Akademiker im Haus seiner Eltern in dem 17-Jährigen auslösen. Eine so zauberhafte wie melancholische Liebesgeschichte in einem italienischen Sommer der 80er-Jahre.

Ansprechpartnerin

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Sabine Genz

Tel. 030 / 27 577 575

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