FilmTipp ZOOM

Das Format FilmTipp ZOOM wirft einen genauen Blick auf die Aspekte eines Films, die ihn zu etwas Besonderem machen. Das können gesellschaftspolitische Fragestellungen ebenso wie die ungewöhnliche Kameraarbeit sein. Neben einer ausführlicheren Filmbesprechung gibt FilmTippZOOM mit Leitfragen und ausgewählten Aufgaben wie z.B. einer Szenenanalyse konkrete Impulse für den Unterricht und Hinweise auf Lernhorizonte und Kompetenzerwerb.

"Wer würde schon einen Bus voller Behinderter kontrollieren?" fragt sich Oliver, karrierebewusster Banker, der Schwarzgeld aus der Schweiz nach Deutschland schmuggeln möchte. Das amüsante Road-Movie schert sich nicht immer um politische Korrektheit und fragt nach unserem Umgang mit Menschen mit Behinderungen, spielt mit Vorurteilen und Stereotypen - auch positiven - und fügt der Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien eine ganz neue Sichtweise hinzu.

Als ihr bester Freund bei einer Polizeikontrolle erschossen wird, gerät die 16-jährige Starr zwischen alle Fronten. Soll sie, einzige Zeugin des Vorfalls, eine Aussage machen? Als schwarze Schülerin an einer weißen Schule ist ihr Leben kompliziert genug. Die kraftvolle Verfilmung des Romans von Angie Thomas seziert das Rassismusproblem der US-Gesellschaft in einer frischen Bildsprache mit coolen Beats und richtet sich damit direkt an ein jugendliches Publikum.

Der so leicht daherkommende Film transportiert eine komplexe Botschaft jenseits von Schwarz-Weiß-Schemata. Er zeigt, wie leicht Vorurteile entstehen und wie schwer sie wieder loszuwerden sind. Passend dazu agieren Ermittler Gordon und seine Assistentin Buffy in dieser "Kriminalgeschichte" weniger als Verbrecherjäger denn als vermittelnde Konfliktlöser. Weitere Themen des Unterrichtsmaterials sind Tiere im Wald und in der Stadt, Angst und was sie mit uns anstellt, Gesetze und Regeln sowie Armut, Hunger und Gerechtigkeit.

In der Verfilmung des Romans von Robert Seethaler steht die jugendliche Hauptfigur Franz Huchel für ein nicht-ausgrenzendes, vorurteilsfreies Menschenbild. Seine couragierte, fürsorgliche und treue Haltung gegenüber dem von rassistischer Hetze betroffenen Sigmund Freud sowie dem politisch Verfolgten Trsnjek hat Vorbildcharakter. Der Film bietet, mit Bezug auf die historischen Hintergründe, u. a. die Möglichkeit, das zurzeit aktuelle Erstarken von Rechtspopulisten in Österreich und Deutschland sowie die Zunahme von gruppenbezogener Hetze zu thematisieren.

Battle-Raps statt Degenkämpfe, HipHop-Songs statt Liebesgedichte und das romantische Liebesdreieck befindet sich auf einer Klassenfahrt.: Regisseur Aron Lehmann erzählt das im 17. Jahrhundert spielende Versdrama „Cyrano de Bergerac“ (1897) von Edmond Rostand als witzige Teenie-Komödie, verlegt in die heutige Teenagerwelt der direkten und schnellen Kommunikation und in eine Mobbing-Kultur, die jede Abweichung von gängigen Schönheitsnormen mit fiesen Sprüchen abwertet.

Ansprechpartnerin

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Sabine Genz

Tel. 030 / 27 577 575

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