Inhalt
Als die achtjährige Karo mit ihrer Mutter in eine neue Wohnung zieht und der Vater zurückbleibt, versteht das Mädchen die Welt nicht mehr. Da hilft auch das Versprechen der Mutter nicht, sie würde ihren viel beschäftigten Vater nun ja viel häufiger sehen als zuvor. Und schließlich zieht auch noch eine andere Frau bei ihrem Vater ein. Traurig klagt Karo ihr Leid in ein Funkgerät, mit dem sie Kontakt zu Gott aufnehmen und diesen um Hilfe bitten will. Tatsächlich antwortet ihr eine mürrische Stimme und tatsächlich scheint es sich dabei um den lieben Gott zu handeln. Wenig später trifft sie den Menschen, der sich hinter dieser Stimme verbirgt: einen ungepflegten alten Mann aus der Wohnung unter Karo, der sie mit knappen Ratschlägen schnell wieder loswerden will. Den lieben Gott hatte sich Karo anders vorgestellt. Als Karo trotzdem nicht locker lässt und ihn immer wieder um Rat fragt, lässt dieser sich mehr und mehr auf das Mädchen ein. Er unterstützt sie bei ihrem Versuch, die Eltern wieder zusammen zu bringen, aber er erklärt ihr auch mit einfachen Worten, warum Vater und Mutter vielleicht nicht mehr zusammen leben können.
Umsetzung
Wenn Eltern sich scheiden lassen, bleiben die Kinder oft ratlos zurück. Der einfühlsam erzählte Film nimmt konsequent die Sicht der achtjährigen Karo ein und bietet damit Kindern eine Identifikationsfigur, die sich mit ihnen auf Augenhöhe befindet. Karos Wünsche nach einer glücklichen Familie werden ernst genommen, wenngleich die vielschichtige Geschichte auf einfache und unglaubwürdige Lösungen verzichtet. Märchenhafte und bisweilen auch poetische Züge gewinnt der Film durch Karos Glauben an Gott. Die Inszenierung suggeriert mit klar gesetzten Lichteffekten und musikalischen Motiven einen "göttlichen" Beistand für das Mädchen zugleich aber bleibt diese auch unaufdringlich und legt keine Deutungsweise fest.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Karos Geschichte spricht die Zuschauer vor allem emotional an und verdeutlicht behutsam zwei unvereinbare Gegensätze: den Wunsch von Kindern nach einer glücklichen Familie mit beiden Elternteilen, und zugleich das allmählich entstehende Bewusstsein, dass Mutter und Vater miteinander nicht glücklich werden können. In Unterrichtsfächern mit Bezug zur Lebensgestaltung lässt sich der Film als Grundlage für ein Gespräch über Familienformen und Erwartungen an die Eltern einsetzen. Die differenziert gezeichneten Haupt- und Nebenfiguren des Films verdeutlichen durch ihre Motive unterschiedliche Facetten des Themas. Im Religionsunterricht können, angelehnt an Karos bedingungslosen Glauben und ihre Zuversicht, Fragen nach der Bedeutung von Religion und Glauben im eigenen Leben thematisiert werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
30.04.2008
,
letzte Aktualisierung:
29.09.2016
Regie
Danielle Proskar
Buch
Danielle Proskar
Darsteller*innen
Resi Reiner, Petra Morzé, Markus Gertken, Branko Samarovski, Marie-Christine Friedrich u.a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm / digital
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
alpha medienkontor GmbH
Festivals
Kinderfilmfest Augsburg 2007: 1. Preis der Kinderjury, 1. Preis der Erwachsenenjury; Internationales Filmwochenende Würzburg 2007: Preis für den besten Kinderfilm; Carrousel International du Film de Rimouski 2007, Kanada: Preis für das beste Drehbuch, Prix CIFEJ, Empfehlung des Arbeitskreises Filmbildung (AKF)