FilmTipp ZOOM

Das Format FilmTipp ZOOM wirft einen genauen Blick auf die Aspekte eines Films, die ihn zu etwas Besonderem machen. Das können gesellschaftspolitische Fragestellungen ebenso wie die ungewöhnliche Kameraarbeit sein. Neben einer ausführlicheren Filmbesprechung gibt FilmTippZOOM mit Leitfragen und ausgewählten Aufgaben wie z.B. einer Szenenanalyse konkrete Impulse für den Unterricht und Hinweise auf Lernhorizonte und Kompetenzerwerb.

Allen Lehrkräften, Pädagog:innen, Multiplikator:innen, Kinos, Medienzentren, Bildungsinitiativen und anderen Interessierten stehen die FILMTIPP ZOOMs im Rahmen ihrer Filmbildungsarbeit frei zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

Ansprechpartnerin

Sabine Genz

Tel. 030 / 2359 938 65

Filmplakat Oskar Fischinger - Musik für die Augen

Oskar Fischinger - Musik für die Augen

Deutschland 2022

Mit seinen abstrakten Filmen zu rhythmischen Musikstücken hat Oskar Fischinger schon in den 1930er Jahren das heutige Musikvideo vorweggenommen. Der kenntnisreiche Dokumentarfilm von Harald Pulch beleuchtet Leben und Werk des Animationsfilmkünstlers, der 1936 in die USA emigrierte. Das zentrale Gerüst bilden dabei Auszüge aus einem langen Interview mit der Witwe Elfriede Fischinger aus dem Jahr 1993 und viele Ausschnitte aus Fischingers musikalischen Filmwerken.

Genre

Dokumentarfilm, Biografie

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Kunst, Musik, Sozialkunde, Geschichte, Werkunterricht

Themen

Filmgeschichte, Musik, Kunst, Malerei, Emigration, Innovation, Avantgarde, Abstraktion, Nationalsozialismus, deutsche Geschichte, Experimentalfilm, Biografie, Dokumentarfilm, Biografie

Kinostart

21.09.2023

Inhalt


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Der Dokumentarfilm von Harald Pulch schildert wichtige Stationen in Leben und Werk des Animationsfilmkünstlers Oskar Fischinger (1900-1967), der zu den Pionieren des abstrakten Films zählt und als einer der ersten Musikvideo-Künstler gilt. Der gelernte Maschinenbautechniker und Ingenieur entdeckte bei der Uraufführung von Walther Ruttmanns LICHTSPIEL OPUS I. 1921 in Frankfurt am Main seine Leidenschaft für den Film und machte sich als Experte für Spezialeffekte einen Namen. Er realisierte erfolgreiche experimentelle Kurzfilme, in denen abstrakte Formen und Farben zu rhythmischen Musikstücken „tanzten“. Nach den frühen Farbfilmen MURATTI GREIFT EIN und KOMPOSITION IN BLAU emigrierte er 1936 nach Hollywood. Dort arbeitete jeweils kurze Zeit für große Filmstudios. So wirkte er bei Disneys Film FANTASIA (1939) mit. Zwar schuf er noch einige unabhängige abstrakte Filme wie AN OPTICAL POEM (1937), aber nach MOTION PICTURE NO.1 (1947) blieben größere Aufträge aus, so dass er sich bis zu seinem Tod der abstrakten Ölmalerei zuwandte.

Umsetzung


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Das dokumentarisches Künstlerporträt beruht zu großen Teilen auf einem langen Interview, das Harald Pulch, damals Professor für Filmgestaltung an der Hochschule Mainz, 1993 über fünf Tage verteilt in Los Angeles mit Elfriede Fischinger, der Witwe und langjährigen Mitarbeiterin Oskar Fischingers, führte. Die alternierende Montage kombiniert Auszüge dieser Video-Aufnahmen, die Pulchs ehemaliger Schüler Ralf Ott digital aufbereitet hat, mit Ausschnitten vieler Fischinger-Filme. Dazu kommen historische Schwarzweiß-Fotos und -Filmaufnahmen des Ehepaares. Der chronologisch erzählende Film ist durch Zwischenüberschriften in kurze Kapitel gegliedert und so klar strukturiert. Er verzichtet sowohl auf einen Off-Kommentar als auch auf Statements von Zeitzeug*innen oder Filmhistoriker*innen. Durch die Beschränkung auf die persönlichen Erlebnisberichte der Witwe erhält der Film Züge einer Hommage, die das Bedürfnis nach kritischer Einordnung weckt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Da seine abstrakten Filme dem Kunstkanon des NS-Regimes widersprachen, emigrierte Fischinger 1936 in die USA. Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, den erzwungenen Massenexodus von Künstler*innen während der NS-Diktatur und seine langfristigen kulturpolitischen Folgen für die Bundesrepublik und die DDR zu erforschen. Zum 84. Geburtstag des US-Mäzens Solomon R. Guggenheim im Jahr 1945 fertigte Fischinger eine Bilder-Show auf einem Mutoscope an. Dieses Gerät aus dem Jahr 1905 liefert den Anstoß, um die technischen Grundlagen der Bewegtbildmedien und die Entstehung der filmischen Illusion zu erforschen. Mehrfach öffnet Elfriede Fischinger vor der Kamera alte Boxen, die originale Werkstücke wie etwa bunt angemalte Papierscheiben für den Film OPTICAL POEM (1937) enthalten. Hieran anknüpfend können Schüler*innen selbst aus Einzelbildern eine kurze Trickfilmsequenz erstellen. Zudem können sie mit dem interaktiven Doodle (siehe Linkliste), das Google Fischinger 2017 widmete, audiovisuelle Kompositionen nach seinem Vorbild gestalten.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Reinhard Kleber, 04.08.2023, letzte Aktualisierung: 11.09.2023

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