FilmTipp ZOOM

Das Format FilmTipp ZOOM wirft einen genauen Blick auf die Aspekte eines Films, die ihn zu etwas Besonderem machen. Das können gesellschaftspolitische Fragestellungen ebenso wie die ungewöhnliche Kameraarbeit sein. Neben einer ausführlicheren Filmbesprechung gibt FilmTippZOOM mit Leitfragen und ausgewählten Aufgaben wie z.B. einer Szenenanalyse konkrete Impulse für den Unterricht und Hinweise auf Lernhorizonte und Kompetenzerwerb.

Allen Lehrkräften, Pädagog:innen, Multiplikator:innen, Kinos, Medienzentren, Bildungsinitiativen und anderen Interessierten stehen die FILMTIPP ZOOMs im Rahmen ihrer Filmbildungsarbeit frei zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

Ansprechpartnerin

Sabine Genz

Tel. 030 / 2359 938 65

Filmplakat Orca

Orca

Iran, Katar 2021

Elham hat knapp einen brutalen Angriff ihres Ex-Mannes überlebt und sucht nun einen Weg zurück ins Leben und zu sich selbst. Als Ausdauerschwimmerin setzt sie sich das Ziel, mit gefesselten Händen und islamischen Schwimmkostüm einen neuen Rekord aufzustellen. Sie beginnt mit ihrem Training, aber es gibt politische und religiöse Hürden auf ihrem Weg. Der Film beruht auf der wahren Geschichte der Schwimmerin Elham Asghari.

Genre

Drama, Biografie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Erdkunde, Sport, Ethik, Geschichte

Themen

Individuum (und Gesellschaft), Frauen, Frauenrechte, Sport, Freiheit, Iran, Gewalt

Kinostart

11.01.2024

Inhalt


mehr Info

Hinweis: Der Film beginnt mit einer sehr brutalen Szene, in der die Protagonistin Elham von ihrem Ehemann verprügelt und lebensgefährlich verletzt wird. So beginnt die Geschichte von Elham Asghari, einer professionellen Ausdauerschwimmerin, die mehrmals von ihrem Mann misshandelt wurde. Einen besonders brutalen Angriff überlebt sie nur knapp und trifft endlich die Entscheidung, sich scheiden zu lassen. Nach einem Selbstmordversuch und Monaten der Apathie will sie sich selbst wiederfinden. Der geliebte Schwimmsport ist ihr Weg zurück ins Leben. Trotz aller politischen und religiösen Hindernisse für Frauen im Iran – Schwimmen in offenen Gewässern ist für Frauen untersagt – entschließt sie sich, Rekorde im Ausdauerschwimmen zu brechen. Jedoch erkennt der Sportverband die aufgestellten Rekorde nicht an. Schließlich kann sie das Guinness Book of Records für die Begleitung eines Rekordversuchs gewinnen: Schwimmen mit gefesselten Händen über eine große Distanz…

Umsetzung


mehr Info

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und konzentriert sich daher auf die Erzählung von Elham Asgharis Geschichte. Die Ungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen ist ein weltweites Thema, aber im Iran gibt es spezifische Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen. Regisseurin Sahar Mosayebi findet starke Bilder dafür: Das Schwimmen an sich kann als ein emanzipatorischer Akt für Elham gedeutet werden, das Schwimmen mit Handschellen als eine Metapher für die Behinderung von Frauenaktivitäten im Iran – und auch weltweit – interpretiert werden. Die Kamera folgt der Protagonistin in verschiedene Landschaften und schafft damit eine Form von Kontrast zwischen Brutalität und Schönheit. Dunklere Bilder am Anfang des Films am kaspischen Meer stehen der sonnigen, fröhlichen Stimmung am Persischen Golf am Ende gegenüber. Der titelgebende Orca ist ebenfalls ein Symbol: Elhams Schwimmkleidung erinnert an Orcas, und sinnbildlich hilft das Tier ihr, trotz des schweren Outfits, das sie bei schwindenden Kräften in die Tiefe zu ziehen droht, weiter zu schwimmen – ein Symbol dafür, wie eine starke Frau trotz aller Schwierigkeiten Hürden überwinden und ihr Ziel erreichen kann.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Elham kämpft für ihre Träume und sie weigert sich, ein Opfer zu sein. Der Film verdeutlicht die Ungerechtigkeit, mit der Frauen im Iran konfrontiert sind. Das kann Anlass geben für eine Diskussion über Frauenrechte in verschiedenen Ländern. Elhams Vater, eine Frau aus dem Südwesten des Irans und ihr Schwimmtrainer unterstützen sie auf ihrem Weg. Die Relevanz von Solidarität und gegenseitiger Unterstützung könnte hier besprochen werden. Der Film zeigt verschiedene Landschaften, vom Kaspische Meer im Norden bis zum Persischen Golf im Süden. Die Schüler*innen können untersuchen, inwiefern die Darstellung der Landschaften den Willen, die Schwäche und Stärke der Protagonistin reflektiert. Welche Symbole der Unterdrückung findet der Film, ohne sie explizit zu thematisieren? Besonders interessant ist das Sinnbild des Orcas – warum bezeichnet ihre Freundin Elham als Orca? Was bedeutet dieses Sinnbild und warum trägt der Film den Titel ORCA?

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_Orca.pdf

Autor*in: Anoush Masoudi, 10.12.2023, letzte Aktualisierung: 09.01.2024

Regie

Sahar Mosayebi

Buch

Tala Motazebi

Darsteller*innen

Taraneh Alidoosti , Mahtab Keramati, Mahtab Nasirpour, Hassan Zarei u. a.

Länge

107 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Farsi mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Der Filmverleih

Festivals

Ajyal Film Festival Qatar, 2021: Audience award; Santa Barbara International Film Festival 2022

Downloads

FilmTipp_Orca.pdf
Impressum
Sitemap
Datenschutz