FilmTipp ZOOM Jim Knopf und die Wilde 13

Dreizehn Piraten, die eigentlich nur zwölf sind, ein Scheinriese als Leuchtturm, die wunderbare Freundschaft zwischen einem Halbdrachen und einer Meerjungfrau – dieser Film sprüht nur so vor Ideen. Sie stammen aus Michael Endes zweitem Jim-Knopf-Roman von 1962 und werden in der Realverfilmung JIM KNOPF UND DIE WILDE 13 charmant und manchmal auch spektakulär in Szene gesetzt.
Nach einer Kollision des Postschiffs mit der Insel Lummerland wird die Anschaffung eines Leuchtturms unumgänglich. Dafür könnte der Scheinriese Tur Tur bestens geeignet sein, da er doch aus der Ferne riesig wirkt, aber aus der Nähe betrachtet eher winzig ist (auf Lummerland ist ja nicht sehr viel Platz). Die beiden Lokomotivführer brechen auf und geraten wie schon im ersten Teil in immer neue und zunehmend gefährliche Situationen. Dabei nehmen einige Szenen Bezug auf den ersten Teil, der Film ist aber so angelegt, dass er auch für sich gut zu verstehen ist.

Michael Endes Erzählungen zeichnen sich nicht nur durch einen Reichtum an originellen Ideen aus – vieles lässt sich auch als Zeitkritik deuten oder als Plädoyer für eine humane, mitfühlende Welt. So hilft Jim vor allem die Freundschaft zu Lukas und Li Si, seine Abenteuer erfolgreich zu bestehen. Er setzt sich dafür ein, dass die anderen Figuren Aufgaben bekommen, bei denen sie ihre Fähigkeiten einsetzen können und sich wohlfühlen. Jims eigentliches Problem ist jedoch die ungelöste Frage nach seiner Herkunft – in einer Welt, in der Flucht und Migration zum Alltag gehören, eine durchaus aktuelle Thematik. Nicht weniger zeitgemäß ist Jims Umgang mit den besiegten Piraten. Anstatt sie ins Meer zu werfen, sorgt er dafür, dass die zwölf ungehobelten Kerle einen eigenen Namen und eine solide Schulbildung bekommen – vermittelt durch den unterbeschäftigten Herrn Ärmel. Aus der Vielzahl der Themen wurden einige für die Arbeitsblätter des vorliegenden Heftes herausgegriffen:
Neben einer Rekapitulation der Handlung werden verschiedene Hauptfiguren beschrieben und charakterisiert; mit dem Arbeitsblatt "Wo komme ich her?" können Kinder Jims unbekannte Herkunft als Problem verstehen und einen Wirklichkeitsbezug herstellen; die Weissagungen von Frau Mahlzahn werden entschlüsselt und die Schüler*innen können deren dramaturgische Funktion kennenlernen; chließlich können die Kinder Jims Umgang mit den Piraten nachvollziehen und bewerten sowie die Szene auf analoge Alltagssituationen übertragen.

Ergänzend zu diesem Material finden Sie unter https://nwdl.eu/wilde13/ drei interaktive Lernbausteine, die mit Moderation durch Lehrer*innen oder Eltern auch schon ab der 2. Klasse gut bearbeitet werden können. Der Lernbaustein "Wasser" sensibiliert für die Geräuschebene eines Films und lädt ein, das Regenkonzert zu Beginn des Films genau zu untersuchen. Außerdem finden sich Aufgaben für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu Wasser. Im "Comic-Board" arbeiten die Kinder mit den Elementen des Films (Szenenbild, Kulisse/Drehort, Requisiten/Dekoration, Figuren), können damit eigene
komische/erstaunliche/nachdenklich Filmbilder erschafffen und untereinander austauschen. Im Lernbaustein "Jim und Lukas" arbeiten die die Schüler*innen heraus, wie die Freundschaft der beiden Lokomotivführer in Szene gesetzt wird. Anhand zweier Filmausschnitte wird anschaulich, dass es unterschiedliche Wege gibt, im Bild und ohne Worte von der tiefen Verbundenheit der beiden Freunde zu erzählen.

Klassenstufe/Altersempfehlung: 2. bis 6. Klasse/8 bis 11 Jahre

Fächer: vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, NaWi, Kunst, Lebenskunde/Ethik, Religion

Themen: Freundschaft, Zusammenhalt, Abenteuer, Herkunft, Heimat, Gerechtigkeit, Mythen und Weissagungen, Bildung, Sprache, Naturphänomene

Interaktive Lernbausteine von Ammma

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