Inhalt
Ab dem Jahr 1941 wurde mit der systematischen Deportation der in Berlin lebenden Juden in Vernichtungslager begonnen. Nach 1943 verschonten die Nazis auch die bis dahin als „kriegswichtig“ eingestuften Zwangsarbeiter/innen nicht mehr. Ungefähr 7.000 Jüdinnen und Juden versuchten unterzutauchen und als „Unsichtbare“ zu überleben, 1.500 schafften es bis zum Kriegsende. Der Film zeigt beispielhaft das Schicksal der vier „Unsichtbaren“ Cioma, Eugen, Hanny und Ruth – die Jugendlichen wurden von ihrer Eltern getrennt und waren auf die Unterstützung von Freunden und Fremden angewiesen. Spielszenen, dokumentarische Ausschnitte und Interviews mit den Überlebenden zeigen viele Schwierigkeiten und Gefahren ebenso wie die ihnen entgegengebrachte, riskante Hilfsbereitschaft im Alltag.
Umsetzung
„Die Unsichtbaren“ montiert chronologisch und einfach nachvollziehbar die gespielten Szenen mit erläuternden Interviewausschnitten und Archivaufnahmen aus den Berliner Kriegsjahren. Die aktuellen Zeitzeugen-Interviews – erstaunlich sachlich und ohne Feindseligkeit aus der Gegenwart vom eigenen damaligen Erlebten berichtend – unterbrechen einerseits immer wieder den Spannungsverlauf und damit den emotionalen Sog der filmischen Handlung. Die Interviews sorgen andererseits aber dafür, dass der Film die Zuschauer/innen durch diese authentischen Stimmen auf einer weiteren, der „Wirklichkeits-“Ebene anspricht und deutlich macht: Hinter den filmischen Figuren stehen reale Familienschicksale. Insgesamt ermöglicht der dramaturgische Aufbau des Films eine sukzessive Annäherung an die Thematik.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
In Zeiten, in denen populistische Strömungen in der Politik dazu aufrufen, mit der Vergangenheitsbewältigung des Nationalsozialismus abzuschließen, ist ein Film wie „Die Unsichtbaren“ mit einem weiteren Blickwinkel auf die damaligen Verhältnisse ein Kontrapunkt, indem er überzeugende Anknüpfungspunkte für die notwendige weitere Beschäftigung mit dem „Dritten Reich“ und dem Massenmord an den Juden vermittelt. Dass dies nicht direkt mit Bildern von Konzentrationslagern und auch kaum mit Aufnahmen von Kriegsrealität und Gestapo-Kellern geschieht, sondern – hier an Anne Frank erinnernd – aus der Perspektive von jüdischen Jugendlichen, schafft gute Voraussetzungen für einen filmischen Geschichtsunterricht über die gezielte Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Zugleich werden ethische Fragen nach Mitmenschlichkeit und Widerstand im Alltag gestellt.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Olaf Selg
,
01.10.2017
,
letzte Aktualisierung:
21.01.2025
Regie
Claus Räfle
Buch
Alejandra López, Claus Räfle
Darsteller*innen
Max Mauff, Ruby O. Fee, Alice Dwyer, Aaron Altaras, Victoria Schulz, Florian Lukas, Andreas Schmidt u.a., sowie Überlebende als Interviewpartner
Länge
110 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
Verleih
Tobis Film