Inhalt
Angesichts einer übervölkerten Erde entwickeln norwegische Forscher eine Methode, mit der sich Menschen auf 12 cm Größe schrumpfen lassen. Diese Minimenschen verbrauchen weit weniger Ressourcen und können so zur Rettung der Erde beitragen. Zudem können sich selbst Durchschnittsbürger in der steuerbegünstigten Luxus-Siedlung Leisureland ein komfortables Leben in einem Palast leisten. Ein verlockendes Angebot für den US-Physiotherapeuten Paul Safranek und seine Frau Audrey. In letzter Sekunde springt Audrey aber ab, so dass Paul in Leisureland allein zurechtkommen muss. Als er den jovialen serbischen Schmuggler Dusan und die gegen ihren Willen geschrumpfte Ex-Dissidentin und Putzfrau Hong Chau aus Vietnam kennenlernt, erkennt er, dass es auch dort Klassenunterschiede, Ausbeutung und Slums gibt. Beim Besuch einer Öko-Kommune in Norwegen erhält Paul erneut die Chance zu einem Neuanfang.
Umsetzung
Der utopische Film von Alexander Payne wechselt elegant die narrativen Tonarten: Das Ökodrama wandelt sich zum Science-Fiction-Film und zur Sozialsatire, ehe diese im letzten Drittel zur Romanze mutiert. Inszenatorisches Glanzstück ist jene skurrile Sequenz, in der Paul und seine Begleiter durch eine komplexe Prozedur in einer sterilen medizinischen Fabrik verkleinert werden. Wenn die nackten Zwergmenschen mit einer Art Tortenhebern auf passende Betten umgehoben werden, wird augenfällig, wie fragil die menschliche Würde ist. Der Film betont den Kontrast der Lebenswelten von Mini- und Normalmenschen mehrmals auf anschauliche Weise, etwa wenn Minimenschen in einer Art Vitrine im Bus oder Flugzeug der Normalmenschen mitreisen. Totalen, die aus der Vogelperspektive die Elendsquartiere vor den Mauern von Leisureland zeigen, visualisieren eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen Arm und Reich.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Das Gedankenexperiment der humanen Schrumpfung ist bereits in vielen Filmen durchgespielt worden. In Vergleichen mit Filmen wie "Die Reise ins Ich " oder "Ant-Man" können Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert werden. Im Unterricht bietet es sich an, den Leitgedanken der Ressourcenschonung und Müllreduzierung durch verkleinerte Menschen kritisch zu hinterfragen: Würde dadurch tatsächlich wie behauptet der ökologische Fußabdruck der Menschheit verkleinert? Wenn im Film vorrangig egoistische Motive die Entscheidung zur Schrumpfung dominieren, drängt sich umso stärker die Frage nach der Verantwortung der Menschheit für die Schöpfung auf. Das Finale von "Downsizing" ist angesichts einer drohenden Umweltkatastrophe geprägt von der Sehnsucht nach einem besseren Leben und einer radikalen Weltflucht. Welche Parallelen lassen sich zu realen alternativen und utopischen Konzepten von Gemeinwesen schlagen?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Kleber
,
21.12.2017
,
letzte Aktualisierung:
17.05.2018
Regie
Alexander Payne
Buch
Alexander Payne, Jim Taylor
Darsteller*innen
Matt Damon, Christoph Waltz, Hong Chau, Kristen Wiig, u. a.
Länge
135 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Paramount Pictures
Festivals
Eröffnungsfilm der Filmfestspiele Venedig 2017