Inhalt
Gus ist dabei, seine Männlichkeit zu entdecken, seine große Leidenschaft gilt dem Wrestling. Ebony möchte Popsängerin werden und muss eine Aufnahmeprüfung bestehen, um auf eine Schule mit musikalischem Schwerpunkt gehen zu können. Matt hadert mit dem christlichen Glauben seiner Mutter und sucht seinen eigenen Zugang zur Religion. Und Graham muss sich entscheiden: Soll er die Homosexualität seiner Väter erwähnen, wenn er in der neuen Schule auf den Philippinen einen Aufsatz zu seiner eigenen Person schreiben soll oder nicht? Die vier Hauptprotagonisten werden in dem Dokumentarfilm „Gayby Baby“ in einer Situation begleitet, in der sie sich mit wichtigen identitären Fragen auseinandersetzen müssen. Eine große Rolle spielt dabei, dass alle vier von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren großgezogen werden. Der Film zeigt, wie die Erfahrung in einer hetero-normativen Gesellschaft von gängigen Genderrollen und Familienbildern abzuweichen, auf ganz unterschiedliche Art und Weise in der Persönlichkeitsentwicklung der vier Kinder zu Tragen kommt.
Umsetzung
Der Film beginnt auf der Audiospur mit Auszügen aus politischen Reden gegen gleichgeschlechtliche Elternschaft, während gleichzeitig Fotografien von Familien gezeigt werden. Die Bilder zementieren die gehörten Aussagen: Im herrschenden Diskurs bedeutet Familie Vater, Mutter, Kind. Der Dokumentarfilm greift dieses Familienbild an, indem der Alltag von vier Familien gleichgeschlechtlicher Paare aus der Sicht der Kinder gezeigt wird. Hierbei stehen die Persönlichkeiten der 10 bis 12-Jährigen sowie die Individualität der Familienkonstellationen im Fokus. Gleichzeitig wählt die Regisseurin Ereignisse aus dem Leben der vier Kinder und ihrer Familien aus, die ein großes Spektrum an Fronten sichtbar machen, an denen sich die Kinder und Familien stoßen: Genderrollen, Religion, politische und gesellschaftliche Legitimität und Mobbing. Auf diese Art und Weise verbindet der Film die private Ebene mit der politischen Dimension.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„Gayby Baby“ bietet Anlass sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was Familie bedeutet. In diesem Zusammenhang kann auch Ebonys Zitat „Die Menschen, die dich zu dem machen, der du heute bist, die sind deine Familie.“ Anregung bieten. Weiterhin kann der rechtliche Status von gleichgeschlechtlichen Paaren, Möglichkeiten zu heiraten und Kinder zu adoptieren, in unterschiedlichen Ländern recherchiert werden. Hierbei sollten die Argumente und Positionen von Gegner und Befürwortern einer gleichgeschlechtlichen Lebensweise nachvollzogen und diskutiert werden. Durch die emotionale Nähe, mit der die Regisseurin die Protagonisten/innen begleitet, entstehen vielfältige Möglichkeiten für die Schüler/innen sich in deren Situation hineinzuversetzen. Was macht die Kinder „anders“ und was nicht, welche Ängste begleiten sie? Nicht zuletzt porträtiert der Film vier Kinder, die sehr reflektiert auf ihr eigenes Leben blicken. Anknüpfend an die Themen der Protagonisten/innen können sich die Schüler/innen die Frage stellen, was sie gerade beschäftigt und was dies mit ihrer Person und Identität zu tun hat.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Elena Solte
,
31.05.2016
,
letzte Aktualisierung:
15.05.2020
Regie
Maya Newell
Buch
Maya Newell
Darsteller*innen
Mitwirkende: Gus, Matt, Ebony, Graham und ihre Familien
Länge
85 Min
Sprachfassung
englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Rise and Shine Cinema
Festivals
Hot Docs Internationales Dokumentarfilm Festival Toronto 2015; Sidney Film Festival 2015, DOK Leipzig 2015