Inhalt
Mehrere Monate nach dem Tod ihrer Tochter Angela, die unweit ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet wurde, entschließt sich die trauernde Mildred Hayes zu einer aufsehenerregenden Protestaktion. Kurzerhand mietet sie für ein Jahr drei unbenutzte Werbetafeln am Ortseingang von Ebbing im Bundesstaat Missouri und lässt diese mit provozierenden Aussagen und Fragen plakatieren, die sich direkt an den örtlichen Polizeichef Bill Willoughby richten. Für Mildreds Geschmack haben der Sheriff und seine Mitarbeiter viel zu wenig getan, um den Mörder ihrer Tochter ausfindig zu machen, weshalb sie die Ordnungshüter noch einmal kräftig unter Druck setzen will. Ihre Werbeschildkritik weckt umgehend das Interesse der Medien und sorgt in der beschaulichen Kleinstadt für große Unruhe, die schon bald nicht mehr zu kontrollieren ist.
Umsetzung
Ähnlich wie in seinen vorangegangenen Filmen „Brügge sehen… und sterben?“ und „7 Psychos“ wirbelt Martin McDonagh auch in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ diverse Genres und Stimmungen durcheinander. Obwohl die Prämisse ausgesprochen düster ist, gibt es zahlreiche satirisch aufgeladene Momente mit bitterbösen schwarzhumorigen Pointen, bei denen einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt. In der Tradition der Coen-Brüder entwirft McDonagh einen explosiven Kleinstadtkosmos, in dem sich die Frustrationen der Bewohner in überraschenden Gewaltausbrüchen entladen, und zeichnet parallel das Porträt einer taffen, aber tief getroffenen Frau, die mit dem Tod ihrer Tochter schwer zu kämpfen hat. Sehenswert ist der unvorhersehbare Genre-Mix schon deshalb, weil die angenehm natürlich wirkende Frances McDormand als Mildred Hayes einen darstellerischen Kraftakt vollbringt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
McDonaghs schwarzhumoriges Krimidrama, das trotz mancher Überzeichnungen immer wieder ehrlich berührende Momente zu bieten hat, könnte eine Diskussion über die Auswirkungen von Gewaltverbrechen anstoßen. Ein besonderes Augenmerk ließe sich in diesem Zusammenhang auf die Fragen legen, wie schwer eine fehlende Aufklärung Angehörige belastet und wie sehr dadurch das Vertrauen in die Polizei und in das Rechtssystem verloren geht. Daran anknüpfend wäre eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Selbstjustiz sinnvoll, das „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ konkret aufgreift. Gesprächsstoff liefert nicht zuletzt die Darstellung des provinziellen Kleinstadtkosmos, der in seiner satirischen Überhöhung gesellschaftlich hochbrisante Themen anschneidet. Etwa den alltäglichen Rassismus und die willkürliche Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, die in den letzten Jahren leider immer wieder für Schlagzeilen sorgte.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christopher Diekhaus
,
04.01.2018
,
letzte Aktualisierung:
17.05.2018
Regie
Martin McDonagh
Buch
Martin McDonagh
Darsteller*innen
Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Lucas Hedges, John Hawkes, Caleb Landry Jones, Darrell Britt-Gibson, Clarke Peters u. a.
Länge
116 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung; englische Originalfassung, auch mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
20th Century Fox of Germany
Festivals
(Auswahl): Internationale Filmfestspiele von Venedig 2017:Preis für das beste Drehbuch; Toronto International Film Festival 2017: People’s Choice Award; San Sebastián Film Festival 2017: Audience Award; vier Golden Globe Awards 2018 in den Kategorien Bester Film (Drama), Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch und Bester Nebendarsteler; Zurich Film Festival 2017; Filmfest Hamburg 2017; London Film Festival 2017; Viennale 2017; Oscar 2018 für Frances McDormand als Beste Hauptdarstellerin und für Sam Rockwill als Bester Nebendarsteller