Inhalt
DAO beschreibt einen ungewöhnlichen Entstehungsprozess, bei dem aus einem Schauspiel-Casting heraus ein Kollektiv entsteht. Aus zunächst fiktiven Rollen bildet sich eine echt wirkende Familie aus mehreren Generationen. Die Beteiligten bringen ihre eigenen Erfahrungen in improvisierte Szenen ein, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zunehmend verschwimmen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Gloria und Nour, das Mutter-Tochter-Gespann, das zwischen Paris (Frankreich) und Cacheu (Guinea-Bissau) seine Beziehung neu definiert. Nour will heiraten; gleichzeitig soll für Glorias Vater eine Trauerzeremonie stattfinden. Wahre und erfundene Geschichten verschmelzen in der Hochzeit und Trauerzeremonie miteinander. Die allmählich zusammenwachsende Familie reflektiert Fragen von Erinnerung, Migration, Zugehörigkeit, Heimat und Identität.
Umsetzung
Der Film besitzt keine lineare Handlung und hat dokumentarische Elemente, die teilweise mit improvisierter Fiktion zusammenschmelzen. Er orientiert sich in seiner Machart an daoistischen Konzepten, einer ewigen und kreisförmigen Energie, die sich auch in der Narration zeigt. Sowohl Hochzeit als auch Trauerzeremonie werden parallel mit abwechselnden Szenen abgebildet. Die Kamera betont durch langsame Fahrten und Nahaufnahmen die Innenwelt der Figuren und auch ihre Beziehungen untereinander. Während des Castings hingegen ist die Kamera statisch. Musik wird im Film sowohl diegetisch als auch extra-diegetisch verwendet. Besonders in den Zeremonien und Ritualen tritt die Musik aus der Performance der Gemeinschaft heraus (Trommeln und Gesang). Ansonsten werden gewisse Momente mit Jazzmusik untermalt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Besonders relevant ist die hybride Form zwischen dokumentarischem und fiktionalem. Wie entsteht Authentizität im Film? Welche Rolle spielen dabei die Kamera und die Musik? Wie improvisieren sowohl Schauspieler*innen als auch Laiendarsteller*innen? Weiterhin können sich Schüler*innen mit den im Film angesprochenen Thematiken beschäftigen, beispielsweise Identität und Zugehörigkeit. Die Figuren verhandeln Fragen von Migration, Herkunft und Heimat konkret über familiäre Beziehungen, Zeremonien und Rituale. Hier können Schüler*innen auch mit eigenen biografischen Erfahrungen und Erinnerungen arbeiten. Außerdem interessant sind historische Bezüge zur Geschichte von Guinea-Bissau und den dort lebenden Menschen. Welche Wirkung hat die Kolonialgeschichte bis heute, und wie wird diese subtil im Film übermittelt? Welche Aspekte der eigenen Kultur sind für die Menschen vor Ort relevant für die Weitergabe an die nächste Generation und warum?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Ínevi
,
27.05.2026
,
letzte Aktualisierung:
03.06.2026
Regie
Alain Gomis
Buch
Alain Gomis
Darsteller*innen
Katy Correa, D’Johé Kouadio, Samir Guesmi, Mike Etienne, Nicolas Gomis, Fara Baco Gomis, Poundo Gomis u. a.
Länge
192 Min
Sprachfassung
Originalversion in Französisch, Manjak, Wolof, Portugiesisch-Kreol mit deutschen oder Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Films That Matter by Luftkind Filmverleih
Festivals
76. Internationale Filmfestspiele Berlin