Inhalt
Die neunjährige Sophia verbringt nach dem Tod der Mutter den Sommer mit ihrem Vater und ihrer Großmutter auf einer kleinen Schäreninsel im finnischen Meer. Während der trauernde Vater sich in Arbeit vergräbt, entdeckt Sophia voller Neugier die Umgebung und findet in ihrer Großmutter eine Vertraute und Begleiterin für ihre Abenteuer. Sie schnitzen kleine Boote aus Baumrinden, erzählen sich Geschichten, sammeln Pflanzen und unterhalten sich über die Natur und das Universum, über Glauben und das Sterben. Über die Abwesenheit von Sophias verstorbener Mutter sprechen sie kaum, den Rückzug des Vaters deutet Sophia als Ablehnung: „Er liebt mich nicht mehr, seit sie gestorben ist“. Erst als ein Sturm aufzieht, brechen bei Sophia und ihrem Vater die Gefühle von Trauer, Verzweiflung und Wut heraus. Danach wächst die Vertrautheit zwischen Sophia und ihrem Vater. Die Zeit vergeht, der Herbst kündigt sich an, die Großmutter atmet schwerer als noch zu Beginn des Sommers.
Umsetzung
DAS SOMMERBUCH erzählt in ruhigen, poetischen Bildern. Die Insel ist dabei nicht nur Schauplatz der Handlung, sondern wird selbst zur Protagonistin – sowohl auf der Bild- als auch auf der Tonebene. Nahaufnahmen von Wasser, Felsen, Schilf, Moos, Seetang sowie eine Geräuschkulisse aus Wellenrauschen, Wind und Vogelzwitschern schaffen eine meditative Atmosphäre. Vor dieser friedlichen Kulisse entfalten sich die emotionalen Zustände der drei Figuren, gleichzeitig wird die Natur zum Symbol der menschlichen Gefühle. Schwere Themen wie Verlust und Trauer werden dadurch als natürlicher Teil des Lebens erzählt. In der beobachtenden Erzählweise vermitteln sich die zentralen Themen in kleinen Situationen, Gesprächen und in der symbolischen Bildsprache. Die Kamera wechselt die Perspektive zwischen Sophia, ihrer Großmutter und der Umgebung, während der Vater meist aus der Distanz erzählt wird.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film eignet sich gut, um sich den Themen Trauer und Verlust anzunähern. Die Figuren verarbeiten den Tod von Sophias Mutter unterschiedlich. Sophia versucht, ihn in Gesprächen mit der Großmutter zu verstehen und kämpft mit Schuldgefühlen. Die Großmutter ist mit ihrem eigenen Lebensende konfrontiert. Welche unterschiedlichen Formen im Umgang mit Tod werden im Film sichtbar? Über die Nebenfigur Eriksson kann der gesellschaftliche Umgang mit Trauer thematisiert werden. Hält er sich von der Familie fern? Welche Gründe könnte er dafür haben? Die Gespräche zwischen Sophia und der Großmutter greifen weitere Themen auf, die einen Austausch eröffnen können: Glaube, Altern, Generationen, Naturschutz und Artenvielfalt. In diesem Zusammenhang können auch filmästhetische Aspekte besprochen werden: Welche Stimmung erzeugt die Bildsprache? Wie wird die Natur dargestellt und welche Funktionen erfüllen diese Bilder? Das titelgebende Sommerbuch bietet einen kreativen Anknüpfungspunkt. Was würde ein Sommerbuch der Schüler*innen beinhalten? Der Film kann dazu anregen, selbst ein solches Buch über den Sommer zu gestalten.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Anna Eberhardt
,
28.05.2026
,
letzte Aktualisierung:
28.05.2026
Regie
Charlie McDowell
Buch
Robert Jones nach dem gleichnamigen Roman von Tove Jansson
Darsteller*innen
Emily Matthews, Glenn Close, Anders Danielsen Lie, Ingvar Sigurdsson, Pekka Strang, Sophia Heikkilä, Theo Zilliacus u. a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
liegt noch nicht vor
Verleih
Film Kino Text
Festivals
Filmfest München 2025; IFF Mannheim-Heidelberg; BFI London Film Festival 2024 u. a.