© eksystent filmverleih 2026

Ein Sommer in Paris

Frankreich 2025

Während Paris die Olympischen Spiele feiert, reist Blandine allein aus der Normandie an. Sie will Schwimmwettkämpfe sehen und ihre Halbschwester wiederfinden, doch ihre Pläne geraten schnell ins Wanken. Ein feinsinniger Sommerfilm über das Alleinsein, Eigenwilligkeit und eine Stadt, in der Begeisterung, Kontrolle und soziale Verdrängung eng beieinanderliegen.

Originaltitel

Le rendez-vous de l’été

Genre

Tragikomödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Politik, Sport

Themen

Alleinsein, soziale Erwartungen, Lebensentwürfe, Familie, Begegnungen, Geschwisterbeziehungen, soziale Ungleichheit, Sport, Verdrängung, öffentlicher Raum, Selbstbestimmung, Großstadt, Olympia

Kinostart

04.06.2026

Die 30-jährige Blandine reist während der Olympischen Spiele 2024 aus der Normandie nach Paris. Eigentlich möchte sie die Schwimmwettkämpfe ihrer Lieblingssportlerin Béryl Gastaldello besuchen und ihre Halbschwester Julie wiedersehen, die sie seit zehn Jahren nicht getroffen hat. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft entwickelt sich die Reise anders als erwartet. Während Paris ganz im Zeichen der Olympischen Spiele steht, muss Blandine ihre Pläne immer wieder ändern. Sie verliert die Orientierung, muss ihre Unterkunft wechseln, begegnet Fremden und lernt ihre achtjährige Nichte Alma zum ersten Mal kennen. Zwischen Fan-Zonen, Wohnvierteln und den Straßen eines ungewöhnlich geschäftigen Sommers bewegt sie sich durch ein Paris, das zugleich überfüllt und merkwürdig einsam wirkt.EIN SOMMER IN PARIS erzählt weniger von den Olympischen Spielen als von den kleinen Begegnungen und Umwegen einer Frau, deren stille Eigenwilligkeit im Trubel der Stadt sichtbar wird.
Valentine Cadics Spielfilmdebüt spielt im Kontext der Olympischen Spiele, ohne daraus einen Film über sportliche Höhepunkte zu machen. Fiktionale Szenen, dokumentarische Eindrücke, Handyaufnahmen und Bilder der Schwimmerin Béryl Gastaldello verbinden sich zu einer Erzählweise, in der das reale Ereignis spürbar bleibt. Entscheidend ist nicht die Größe des Spektakels, sondern wie Blandine sich darin bewegt. Die Inszenierung bleibt eng an Blandines Wahrnehmung gebunden: an ihren Blick, ihre Pausen, ihre direkte Art und ihre eigentümliche Offenheit. Komische Momente stellen Blandine nicht aus, sondern zeigen die Reibung zwischen ihrer Ehrlichkeit und den Erwartungen ihrer Umgebung. Auch die Musik von Saint DX vermeidet eindeutige emotionale Setzungen und hält den Film in einem schwebenden Ton. So entsteht ein Sommerfilm, der das Großereignis aus der Perspektive einer Frau erzählt, deren besondere Art im Alltag oft übersehen wird.
Blandines Reise regt Gespräche über Alleinsein, soziale Erwartungen und unterschiedliche Lebensentwürfe an. Dabei kann diskutiert werden, wie Menschen wahrgenommen werden, die sich gängigen Vorstellungen von Partnerschaft, Familie oder Zugehörigkeit entziehen. Die Olympischen Spiele erscheinen nicht nur als Fest des Sports, sondern auch als Eingriff in den städtischen Alltag. Sicherheitszonen, Proteste und die Verdrängung wohnungsloser Menschen zeigen, wie globale Großereignisse öffentliche Räume verändern und bestehende soziale Ungleichheiten sichtbar machen können. Schüler*innen können untersuchen, wer bei solchen Ereignissen mitgedacht wird und wessen Bedürfnisse an den Rand gedrängt werden. Filmsprachlich lässt sich untersuchen, wie der Film Blandines Innenwelt sichtbar macht, ohne sie zu erklären: durch Blicke, Pausen, Körperhaltung, komische Situationen und den Wechsel zwischen Spielszenen und dokumentarischen Bildern.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Cila Yakecã , 01.06.2026 , letzte Aktualisierung: 03.06.2026

Regie

Valentine Cadic

Buch

Mariette Désert; Valentine Cadic

Darsteller*innen

Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, Matthias Jacquin, Lou Deleuze, Béryl Gastaldello u. a.

Länge

77 Min

Sprachfassung

französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

eksystent filmverleih

Festivals

Berlinale 2025, Sektion Perspectives; Viennale 2025

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