Filmplakat Auerhaus

Auerhaus

Deutschland 2019

Nachdem Frieder versucht hat sich das Leben zu nehmen, ziehen er und die Freunde Höppner, Vera und Cäcilia gemeinsam mit ihm ins Auerhaus. In der Dorf-WG der Abiturienten steht die Tür immer offen, kommen zur Party scharenweise Leute aus der Psychiatrie am Ortsrand. Doch der Plan, den depressiven Frieder zurück ins Leben zu holen und ihn von einem weiteren Suizidversuch abzubringen geht nicht einfach auf. Höppner, Vera und Cäcilia machen sich mehr und mehr Sorgen um den Freund.

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Psychologie

Themen

Erwachsenwerden, Suizid, Depression, Freundschaft

Kinostart

05.12.2019

Inhalt


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Höppner und Frieder stehen kurz vor dem Abitur in einem westdeutschen Kaff Anfang der 1980er-Jahre. Sie sind nicht unbedingt Freunde, aber der Außenseiter Frieder macht für Höppner die Hausaufgaben und sie sitzen in der Schule nebeneinander. Als Frieder nach einem Suizidversuch nicht wieder bei seinen Eltern wohnen will, ziehen Höppner, seine Freundin Vera und die zielstrebige Cäcilia kurz entschlossen zusammen mit ihm in das leerstehende alte Elternhaus von Frieder. Ihr Ziel: Frieder von einem erneuten Suizidversuch abzuhalten. Die Vier genießen zuerst die neue Freiheit eines unabhängigen Erwachsenenlebens. Aber über der zu Anfang fröhlich-unkonventionellen WG schwebt die Angst, dass Frieder es wieder versuchen könnte und vielleicht mit Erfolg: sich umbringen. Die Verantwortung für Frieder legt sich wie eine immer größer werdende Last auf das zwischen Aufbegehren und der Suche nach Geborgenheit pendelnde Zusammenleben der jugendlichen Clique und nimmt mehr und mehr Raum ein. AUERHAUS erzählt vom Drama des Erwachsenwerdens. Die Bewohner sind auf der Suche nach sich, grenzen sich von ihren Eltern ab und suchen einen eigenen Weg ins Leben oder daraus heraus.

Umsetzung


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Das Setting, in dem Regisseurin Vollmers ihr feinhumoriges Coming-of-Age-Drama nach dem Bestseller von Bov Björg ansiedelt, könnte so ähnlich überall in der provinziellen BRD der 1980er-Jahre ausgesehen haben: Das Dorf gesichtslos, öde die ausgeräumte Landschaft, die die Kamera in kühlem Novemberlicht in der Totalen festhält. Regisseurin Vollmers schafft Bilder von Melancholie und Verlorenheit. Die meist halbnahen Einstellungen im Dorf erzeugen kontrastierend dazu eine drückende Nähe. Düster-niedrige Räume visualisieren die Enge in den Köpfen der Dorfbewohner*innen. Im Auerhaus hingegen haben die Bewohner die Mustertapeten übermalt, wer nicht spült, kommt auf den Steckbrief zu den RAF-Terroristen. Aber Höppner, Frieder und den anderen gelingt es trotzdem nicht, ein Gefühl von Freiheit zu erlangen. Liebevoll zeichnet „Auerhaus“ mit beeindruckend starken Schauspielern glaubwürdige Figuren an der Schwelle zum Erwachsensein.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Auerhaus“ erzählt vom Drama des Erwachsenwerdens, das nicht immer ein fröhlicher Aufbruch in das eigene Leben ist, sondern manchmal ein tragisches vorzeitiges Ende nimmt. Zwar ist der Film in den 1980er-Jahren angesiedelt, aber die Entwicklungsaufgaben und Fragen, die sich den Jugendlichen im Film stellen, sind die gleichen geblieben: Abnabelung von den Eltern und das Hinterfragen des gesellschaftlichen Gefüges, in das sie hineingeboren wurden, erste Liebe und die Fragen: Wer bin ich und wie will ich leben? Das Zusammenleben mit dem suizidgefährdeten Frieder in einer WG bedeutet einen riesigen Schritt für die Abiturienten. Sie können alles ausprobieren und genießen ihre Freiheit. Die Kehrseite bildet die Verantwortung für den depressiven Freund, die Höppner, Vera und Cäcilie letztendlich überfordert. Der Film bietet die Möglichkeit, über das nach wie vor tabuisierte Thema Suizid ins Gespräch zu kommen und präventiv durch Aufklärung über die Erkrankung Depression zu wirken.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Gabriele Blome, 22.10.2019, letzte Aktualisierung: 26.11.2019

Regie

Neele Leana Vollmar

Buch

Neele Leana Vollmar, Lars Hubrich nach dem Jugendbuch von Bov Björg

Darsteller/innen

Damian Hardung, Max von der Groeben, Luna Wedler, Devrim Lingnau, Ada Philine Stappenbeck, Sven Schelker, Hans Löw, Milan Peschel u. a

Länge

107 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Warner Bros. Entertainment

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