© Wild Bunch Germany 2026

Jeunes Mères - Junge Mütter

Belgien, Frankreich 2025

Jessica, Perla, Julie, Ariane und Naïma leben mit ihren Babys in einem Haus für junge Mütter. Für sich und ihre Kinder kämpfen sie um ein besseres Leben. Dazu müssen sie sich ihren eigenen Müttern und ihren noch jungen Lebensgeschichten stellen. Mit großer Einfühlsamkeit und in gewohnt dokumentarischem Stil erzählen die Dardenne-Brüder von junger Mutterschaft im Widerhall sozialer Fragen und Lagen und nehmen die Gesellschaft in die Pflicht.

Originaltitel

Jeunes Mères

Genre

(Sozial-)Drama , Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Deutsch, Sozialkunde, Politik, Religion, Ethik, Kunst

Themen

Schwangerschaft, Mutterschaft, Individuum (und Gesellschaft), Vorurteile, Solidarität, Selbstbestimmung, Identität, Ausbildung, Generationenkonflikt, Kindheitstraumata, Ausgrenzung, Drogenabhängigkeit, Armut

Kinostart

05.03.2026

Jessica, Perla, Julie, Ariane und Naïma leben mit ihren Babys in einem Haus für junge Mütter. Selbst noch jugendlich, kämpfen sie für sich und ihre Kinder für ein besseres Leben. Dabei stellen sie sich ihren eigenen Müttern, konfrontieren sich mit ihren Ängsten und stehen für sich selbst ein – mal ganz allein, mal mit, mal gegen die Väter ihrer Kinder. Jessica will vor der Geburt ihres Kindes verstehen, warum ihre Mutter sie damals als Baby abgegeben hat. Ariane entscheidet sich ihr Kind in eine Pflegefamilie zu geben. Julie hat einen Drogenentzug gemacht und sucht mit ihrem Freund Dylan und ihrer Tochter nach einer Wohnung. Perla, die von ihrem Freund verlassen wird, stellt sich einem Konflikt mit ihrer Schwester. Und Naïma hat einen Ausbildungsplatz gefunden und wieder Kontakt zu ihrer Familie. Die Betreuer*innen im Mutter-Kind-Haus unterstützen die jungen Frauen, selbstbestimmt Verantwortung zu übernehmen. Ihr Zusammenhalt untereinander stärkt sie. Ein einfühlsamer Blick auf frühe Mutterschaft im Widerhall gesellschaftlicher Strukturen und neuer sozialer Fragen.
Für das Sozialdrama JEUNES MÈRES – JUNGE MÜTTER wurden Jean-Pierre und Luc Dardenne in Cannes mit dem Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Der Ensemblefilm folgt den fünf Figuren in beobachtender, fast dokumentarischer Form und erzählt von Fürsorge, Selbstverantwortung und Herausforderung. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Lüttich. Intensive Proben vor dem Dreh ermöglichten den Schauspielerinnen ein freies, natürliches Spiel, das Benoit Dervaux Handkamera in langen Plansequenzen nahbar und authentisch einfängt. Anders als viele Filme über Teenager-Schwangerschaften verzichtet JUNGE MÜTTER auf Melodramatik oder Problematisierung von Mutterschaft. Figuren werden zu Menschen, ihre Lebensrealitäten im Spiegel struktureller Benachteiligung reflektiert und die Verantwortung an die Gesellschaft zurückgegeben. Manchmal scheint dabei das Miteinander im Mutter-Kind-Haus fast zu perfekt. Doch dieser Eindruck wird abgelöst von einer Hoffnung – fern jedes Zögerlichen – die der Film in seine Protagonist*innen legt.
Im Zentrum des Films stehen fünf junge Frauen, die mit neuen Rollen und großer Verantwortung, aber auch Beziehungskonflikten und gesellschaftlicher Ausgrenzung konfrontiert sind. Anhand ihrer je eigenen Lebenssituationen, und in der Gegenüberstellung von Erzählmomenten innerhalb und außerhalb des Mutter-Kind-Hauses, können Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Geschichten gesucht werden. Wie sehen ihre Beziehungen zu ihren eigenen Mütter aus? Gegen welche Vorstellungen und Vorurteile müssen sie sich behaupten? Über die Betrachtung der Nebenfiguren – Väter der Kinder, Mütter der Jugendlichen, Ausbilder*innen – regt der Film zur Reflexion über Rollenbilder im Familienkontext, Unterstützungsangebote für junge Mütter oder die Bedeutung sozialen Zusammenhalts an. Der sozialrealistische Stil der Dardenne-Brüder fördert dabei Empathie und Perspektivübernahme. Über die Betrachtung der Erzählhaltung des Films können seine ästhetischen Merkmale herausgearbeitet werden.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Lisa Haußmann , 09.02.2026 , letzte Aktualisierung: 25.03.2026

Regie

Jean-Pierre und Luc Dardenne

Buch

Jean-Pierre und Luc Dardenne

Darsteller*innen

Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaina Holloy Fokan, Lucie Laruelle, Samia Hilmi u. a.

Länge

104 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Wild Bunch Germany

Festivals

Internationale Filmfestspiele Cannes 2025: Drehbuchpreis

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