Inhalt
Basierend auf dem Roman aus dem frühen Werk von Virginia Woolf erzählt der Film die Geschichte der jungen Katherine, die im England des frühen 20. Jahrhunderts gegen die patriarchalen Strukturen kämpft. Als leidenschaftliche Astronomin strebt sie eine Karriere in der Wissenschaft an – zu einer Zeit, in der Frauen weder das allgemeine Wahlrecht noch Zugang zu Universitäten oder wissenschaftlichen Kreisen hatten. Katherine entscheidet sich, die von ihrem Vater arrangierte Ehe mit William einzugehen, um dem strengen Elternhaus zu entkommen und ihrer Arbeit nachgehen zu können. Unterstützung bekommt sie von ihrem Cousin Cyril, der als queerer Mann seinen eigenen Kampf gegen starre Geschlechternormen führt, und von der Frauenrechtsaktivistin Mary. Katherine bewirbt sich für ein Studium und überzeugt die Professoren, sie – trotz des Frauenverbots an der Universität – am Lehrstuhl für Physik aufzunehmen. Sie verliebt sich in Ralph, der sie ebenfalls in ihren Karriereplänen unterstützt und setzt sich schließlich gegen die strengen Regeln der Gesellschaft durch.
Umsetzung
Die Erzählung des Films folgt einem eher konventionellen Spannungsbogen, in dem die Protagonistin verschiedene Hürden überwinden muss, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Der Film bedient sich dabei bekannter Gestaltungsmittel: Gedeckte Farben und eine historische Studiokulisse setzen den zeitlichen Rahmen; Nahaufnahmen und der umfangreiche Einsatz von Musik verstärken die dramatisch zugespitzte Erzählung. Die Darstellung der romantischen Liebesgeschichte zwischen Katherine und Ralph erhält viel Raum, während weitere Themen in Nebensträngen erzählt werden: Den Ausschluss von Frauen aus den Wissenschaften, die Suffragettenbewegung und der Kampf um das allgemeine Wahlrecht sowie die Unterdrückung von queeren Personen am Beispiel von Katherines Cousin Cyril. So vermittelt der Film eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung, bleibt in der Darstellung wichtiger historischer und gesellschaftlicher Bezüge aber eher vage.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Emanzipationsgeschichte von Katherine kann eine Auseinandersetzung mit dem umfassenden Thema der Geschlechtergerechtigkeit und dem historischen Kampf um gleiche Rechte anregen. Im Austausch über individuelle und strukturelle Dimensionen des Patriarchats können Schüler*innen dazu ermutigt werden, ihre persönlichen Erfahrungen zu reflektieren: Inwiefern können sie sich mit den Erlebnissen von Katherine identifizieren? Welche geschlechtsspezifischen Rollenbilder begegnen den Schüler*innen heute? Welche Einschränkungen bestehen weiterhin, trotz der formalen Gleichberechtigung? Und wie beurteilen die Schüler*innen die heutige Lage von Frauen in den (Natur-) wissenschaften? Für eine Einordnung des historischen Kontexts und für die Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation ist eine Recherche ergänzender Quellen zu empfehlen. Weiteren Diskussionsstoff bietet eine kritische Analyse der filmischen Schwerpunktsetzung: Welche der Handlungsstränge empfinden die Schüler*innen als relevant und interessant? Welche Botschaft vermittelt das Ende des Films und wie ist das zu bewerten?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Anna Eberhardt
,
24.06.2026
,
letzte Aktualisierung:
30.06.2026
Regie
Tina Gharavi
Buch
Justine Waddell, basierend auf der Romanvorlage ‚Night and Day‘ von Virginia Woolf
Darsteller*innen
Haley Bennett, Elyas M’Barek, Lily Allen, Jack Whitehall, Jennifer Saunders, Timothy Spall u. a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Wild Bunch Germany
Festivals
SXSW London Festival 2025