© jip film & verleih 2026

Vom Traum, unsinkbar zu sein

Deutschland 2025

Die Flotte der Hochseefischer war einst der Stolz der DDR. Nach der Wende wurde sie abgewickelt. Heute sind die Schiffe gigantische Zeugen einer vergangenen (Arbeits-)Welt. Der Regisseur Tom Fröhlich hat vier von ihnen aufgespürt. Ihre Wege in der Welt erzählen vom Wandel der Zeit, von Heimat und Utopie. Ein Stück DDR-Geschichte und die Frage, was bleibt.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, WAT/Wirtschaft, Ethik, Sozialkunde, Musik, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

DDR, Wende, Wirtschaftspolitik, Treuhand, Folgen der Wiedervereinigung für die Menschen, Transformation, Arbeitswelten, Biografien, Träume, Visionen, Heimat, Seeschifffahrt

Kinostart

02.07.2026

Die Flotte der Hochseefischer war einst der Stolz der DDR. Nach der Wende wurde das „VEB Fischkombinat“ abgewickelt – die Schiffe verkauft oder verschrottet. Heute existieren nur noch wenige dieser stählernen Kolosse – gigantische Zeugen einer vergangenen (Arbeits-)Welt. Einge Schiffe fahren unter anderer Flagge immer noch als Fischereiboote über die Ozeane. Andere wurden zu neuen Orten des Zusammenlebens für jüngere Generationen. Der Regisseur Tom Fröhlich hat vier Schiffe der einst hunderten aufgespürt – vor Grönland, in Hamburg, auf einem dänischen Schrottplatz und in einem spanischen Hafen. Ihre Geschichten bergen Stoffe für großes Kino: Sie erzählen vom Wandel der Zeiten, von Heimat auf hoher See oder der zivilen Seenotrettung an den Grenzen Europas, von Drogenschmuggel und von einer Künstlergruppe, die aufbrach, an Bord der alten Schiffe neue Lebensträume zu verwirklichten. Ein Stück DDR-Geschichte und die Frage, was bleibt.
Die Geschichten der vier Schiffe und die der Menschen, die sie auf neue oder alte Art (um)nutzen, werden in einzelnen Erzählsträngen miteinander verwoben. Dabei verzichtet der Film auf große geschichtliche Einordnungen und beschränkt sich auf wenige prägnante Daten zu den Schiffen: Name, Größe, Ladekapazitäten, Einsatzorte. Die Spannung entfaltet sich aus der Beobachtung der Menschen – litauische Matrosen beim Fischfang oder Hamburger Jugendliche beim Tanzen, Aktivist*innen bei der Seenotrettung im Mittelmeer oder Idealist*innen, die ihren Traum vom Erhalt eines der historischen Schiffe der DDR nach vielen Jahren aufgeben mussten. Die tranceartige Musik unterstützt die mal nostalgischen, mal bildgewaltigen, mal beobachtenden Bilder von Schifffahrt und Stillstand, im Hafen, auf hoher See oder auf dem Schrottplatz. Die traditionellen Shantys eines Fischerchor setzen Rahmen und einen Kontrapunkt.
Dem Film gelingt es, anhand eines konkreten, spannenden und bildstarken Themas wie dem der ehemaligen Fischereiflotte der DDR ein Gefühl für Wandel, Transformation und Bestand zu vermitteln – und damit von Geschichte. Die Lebenswege der Schiffe machen die Systemumbrüche auf der Makroebene sichtbar. Die gebrochenen Biografien der Menschen, die sich im Verlauf des Filmes entfalten, laden zur Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Arbeits- und Lebensrealitäten auf der Mikroebene ein. Damit unterstützt der Film auch ein Verständnis für die (Gefühls-) Lage der Menschen nach den Umbrüchen in der ehemaligen DDR im Zuge der Wiedervereinigung. Auf der filmästhetischen Ebene eignet sich die Auseinandersetzung mit der Musik (diegetisch versus extradiegetisch), die dem Film einen Rhythmus gibt und der Wahrnehmung eine Richtung. Auch Blick auf die besondere Art der Geschichtsvermittlung jenseits von Erklärtexten kann wertvolle Diskussionen in die Klasse tragen.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Melanie Rohde , 25.06.2026 , letzte Aktualisierung: 25.06.2026

Regie

Tom Fröhlich

Buch

Tom Fröhlich

Länge

91 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

jip film & verleih

Festivals

(2025) DOK.fest München; Filmkunstfest Mecklenburg Vorpommern; Kinofest Lünen; Husumer Filmtage; Nordische Filmtage Lübeck; Kasseler Dokfest; Filmfest Bremen 2026

Impressum
Sitemap
Datenschutz